Die Frau mit «der rauen Stimme und der messerscharfen Zunge», Gisela Widmer mit Zytlupe. Bild Tanja Holzer
Die Frau mit «der rauen Stimme und der messerscharfen Zunge», Gisela Widmer mit Zytlupe. Bild Tanja Holzer

Bühne

Publikum schwelgte förmlich in der Satire

Bekannt aus Radio und Lesungen, begeisterte die Satirikerin Gisela Widmer mit «Zytlupe live 2» und dem Örgeli-Virtuosen Marcel Oetiker am Donnerstag auf der Bühne Fasson in Lachen.

Die erste Tour war ein Grosserfolg. Seit letztem Herbst reist Gisela Widmer nun mit ihrem neun Programm, «Zytlupe live 2», erneut durch die Schweiz. Am Samstag stand sie gemeinsam mit dem Altendörfler Schwyzerörgeli-Virtuosen Marcel Oetiker auf der Bühne Fasson. Die Publikumsreihen platzten aus den Nähten: Widmers satirischer, köstlicher Ruf war ihr voraus geeilt. Ein unbeschreibliches Tempo zog sich durch Wortspiel und Musik, die beiden Künstler schienen sich abwechslungsweise fast anzufeuern. Das Publikum schwelgte förmlich in der Satire und feierte den Witz begeistert mit.

Mathematik beim Jassen gelernt

Mit Mathematik stieg die bekannte Satirikerin in den Abend. «Ist der Mensch lernfähig?», war die grosse Frage der ersten Zytlupe. Widmer vermutete, wer dies mit Ja beantworte, gehöre definitiv in die Sonderschule. Beim Jassen hätte sie Mathematik gelernt, gestand sie, und warum sticht der Bauer da ständig den König und nicht umgekehrt?

Ein köstlicher Jahresrückblick

2008 bescherten die Fussballer Fix und Foxi, die eisbärenhafte «Knutisierung» und die «Hello Kitty»-Welle. Die Lektion «english over all» passte auf keine Kuhhaut (cowskin) und die Guetzli (cookies) und Würmer (worms) tummelten sich in Widmers Computer. Vor lauter Schutzbestimmungen für Tiere dürfe heute in der engen Atmosphäre eines menschlichen Grossraumbüros kein Huhn mehr ein Ei legen, vermutete Widmer. Aus dem Weihnachtsbaum sprangen dafür die Zecken, und in den Klausbärten herrschten die Flöhe. Von den tausend wichtigsten Worten bis zur Anti-Impfkampagne für weniger Amokläufer erkannte Widmer erstaunliche, mögliche Zusammenhänge in unserer Kultur. Mit dem philosophischen Werweissen über die Leere von Löchern und Lücken sowie dem praktischen Haushalts- und Beziehungs-GPS endete der köstliche Abend.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

22.03.2010

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schwyzkultur.ch/KyrN5s