Grandiose Musical-Rolle von Eveline Suter als «Bella» grandios gespielt. Bild zvg
Grandiose Musical-Rolle von Eveline Suter als «Bella» grandios gespielt. Bild zvg

Bühne

Musik

Schwyzerin in Musical-Hauptrolle

Die aus Muotathal stammende Eveline Suter brilliert seit dieser Woche in der weiblichen Hauptrolle auf der Walensee-Bühne. Suter spielt mit starker Stimme die «Bella» in «Die Schöne und das Biest».

Die bisherigen Paraderollen von Eveline Suter waren die wirblige Darstellung der Eliza Doolittle in «My Fair Lady» und die hervorragend interpretierte Edith Piaf in «Spatz und Engel». Jetzt kommt ein drittes Highlight dazu: Suter spielt im Musical «Die Schöne und das Biest» die Hauptrolle als «Bella», eben die Schöne. Ein Part, so Suter, der zwar nicht so aufwendig sei wie die männliche Hautprolle des Biests, aber eine Rolle, die «aus dem Herzen schön ist und mutig genug, um wirklich um die Liebe zu kämpfen». Die Premiere auf der Walensee-Bühne wurde zum grossen Erfolg. Vor ausverkauftem Haus gab das Publikum laufend Szenenapplaus, manchmal sogar während laufender Auftritte und nicht erst zum Schluss eines Solos oder Duetts. Eveline Suter gab die «Bella» sehr überzeugend, mit grosser Präsenz und stimmlich sehr sicher in einem klaren Mezzosopran. Es war spürbar: Suter fühlt sich absolut wohl in der Handlung dieses Märchens. Im Vergleich zur Eliza in «My Fair Lady» sei es diesmal eher eine fein angelegte Frauenfigur, die sie hier spielen dürfe, aber mit einer starken Persönlichkeit. «Als Eliza konnte sicher mehr Gas geben, das stimmt», lachte Eveline Suter. Hier könne sie aber die Stärke dieser Frau darstellen.


Gewaltiges Bühnenbild und faszinierendes Lichtdesign


Die Inszenierung auf der Walensee-Bühne lebt erneut auch stark von der ganzen Naturkulisse, direkt am See, mit dem Sonnenuntergang hinter den Bergen. Dazu kommt ein hervorragendes Bühnenbild. Dreigeteilt zeigt es links das Dorf mit den Wohnhäusern und der Schenke, rechts wird das geheimnisvolle Schloss mit einer Vielzahl von ineinandergreifenden gotischen Bogen angedeutet, und dazwischen der Übergang auf der Szenerie durch einen mystischen Wald. Mit zunehmender Dämmerung kommen unerwartete Lichteffekte zum Tragen. Diese Stärke des Bühnenbilds erlaubt es, auf grosse technische Effekte der bekannten Disney-Aufführung zu verzichten. Es sind keine tanzenden Teekrüge und Kerzenständer zu sehen und kein Biest, das durch die Luft fliegt und sich dabei gleichzeitig zurückverwandelt in den Prinzen. Das auf einem französischen Volksmärchen aufbauende Musical bleibt trotzdem märchenhaft genug, mit all den Feen, der Zauberei, dem geheimnisvollen Schloss und dem Happy End. Neben all den wirbligen Tanzszenen, prächtigen Kostümen und einem hervorragenden Lichtdesign steckt in der Inszenierung von Regisseur Stanislav Mosa auch eine gut dosierte Portion Humor und Witz. Die beiden zickigen Schwestern Ilse und Grete sorgen für viele Lacher und Kuriosität, und erst recht der Dorf-Schönling Gustav, der als trotteliger Macho alle seine versuchten Liebeserklärungen immer wieder doof vermasselt. Gustav übrigens wird von Jan Oliver Bühlmann dargestellt, dem Mister Schweiz 2010 und seither Model und Musiker. Bühlmann stammt ursprünglich aus Buchrain und scheint auf der Bühne seine Welt gefunden zu haben.


Suter gehört zum Stammteam der Walensee-Bühne


Wie Eveline Suter gegenüber unserer Zeitung erklärte, sei sie natürlich jedes Mal sehr glücklich, wenn sie wieder auf der Walensee-Bühne spielen dürfe. Es hänge aber immer auch davon ab, ob es in einer Inszenierung auch eine Rolle gebe, die auf sie passe. Am Walensee aber gehört sie mit dem bereits fünften Engagement so etwas wie zum Stammteam. Bisher trat sie bereits in den Musicals «Tell» (2012), «My Fair Lady» (2014), in «Titanic» (2015) sowie in «Spatz und Engel» (2015) auf.


Bote der Urschweiz / Josias Clavadetscher

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne
  • Musik

Publiziert am

23.06.2018

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schwyzkultur.ch/xQXNQ8