Das älteste Dokument im Bezirksarchiv ist diese Urkunde aus dem Jahr 1301. Bild Archiv EA
Das älteste Dokument im Bezirksarchiv ist diese Urkunde aus dem Jahr 1301. Bild Archiv EA
Sorgfältig dokumentiert sind im Bezirksarchiv die Veränderungen, die der Sihlsee mit sich gebracht hat.
Sorgfältig dokumentiert sind im Bezirksarchiv die Veränderungen, die der Sihlsee mit sich gebracht hat.

Dies & Das

Älteste Urkunde bis Schutzfrist

Die Chärnehus-Ausstellung 2016/2017 trägt den Arbeitstitel «Aus dem Bezirksarchiv» und umfasst die Zeitspanne von 1301 bis 1970. Gibt das mit all den Akten, Urkunden und Büchern nicht eine staubtrockene Ausstellung? «Nein», sagt Madeleine Schönbächler von der Ausstellungsgruppe des Kulturvereins Chärnehus Einsiedeln.

Nach der Ausstellung ist vor der Ausstellung. Das gilt auch für die zehnköpfige Ausstellungsgruppe des Kulturvereins Chärnehus Einsiedeln mit Obmann Albert Bingisser, Einsiedeln, an der Spitze. Am Sonntag, 18. Januar, freute sich die engagierte Truppe bei einem Apéro über die gelungene Ausstellung 2014/2015 unter dem Titel «Einsiedeln  seine Gasthäuser, seine Gäste». Jetzt, elf Monate später, steht bereits der Arbeitstitel der Ausstellung 2016/2017 fest: «Aus dem Bezirksarchiv». Die Ausstellung umfasst den Zeitraum von 1301 (älteste Urkunde) bis 1970 (Schutzfrist). Im grossen Saal des Chärnehus sollen etwa sieben Ressorts detailliert gezeigt werden. Das Budget der Ausstellung beträgt, wie zuletzt, rund 65'000 Franken. Die Vernissage findet am Samstag, 3. Dezember 2016, statt. Die Ausstellung ist vom Sonntag, 4. Dezember 2016, bis am Sonntag, 17. Januar 2017, geöffnet. Sie wird wieder von Historikerin Susanna Bingisser, Einsiedeln, kuratiert. Sie erhielt vom Bezirk ein 300-seitiges Verzeichnis. Sie hat nun die Qual der Wahl und darf auswählen.

Digitalisiert

Madeleine Schönbächler, Einsiedeln, Mitglied der Ausstellungsgruppe, freut sich im Gespräch mit dieser Zeitung auf die grosse Herausforderung. Für einmal wird die Ausstellung nicht aus eigenen Objekten aus dem reichhaltigen Fundus oder Leihgaben zusammengestellt, sondern aus dem umfassenden Bezirksarchiv, in dem viele Schätze schlummern, die der Öffentlichkeit kaum bekannt sind. Wieso gerade das Bezirksarchiv, das sich im Kulturgüterschutzraum unter dem Alters- und Pflegeheim Langrüti befindet? Der Grund liegt auf der Hand. Historikerin Susan Eberhard erstellte jüngst ein digitales Verzeichnis des Bezirksarchivs. Im Archiv werden zum einen vor allem die Akten aus der Verwaltungstätigkeit des Bezirks aufbewahrt, zum andern auch Dokumente aus der Zeit vor 1804, als Einsiedeln Bezirk des Kantons Schwyz geworden ist. Dazu kommen auch Bücher und Brouillons. Das Archiv reicht bis ins Mittelalter zurück. Die älteste Urkunde stammt aus dem Jahr 1301. In der Urkunde verleiht Abt Johannes von Schwanden den Brüdern Rudolf Heinrich, Uli und Heinrich, Söhne von Heinrich in der Au, die Schweig «Oberen grossa» für einen Jahreszins von 3,5 Pfund Pfennig Zürcher Münze.

Staubtrocken?

Gibt das mit all den Akten, Urkunden und Büchern nicht eine staub trockene Ausstellung? «Nein», sagt Madeleine Schönbächler. Die Aufgabe der Ausstellungsgruppe bestehe darin, all diese Sachen zum Leben zu erwecken und für die heutige Zeit verständlich zu präsentieren. Das Know-how soll dank der Unterstützung von Historiker Jörger erarbeitet werden. Gezeigt werden auch Objekte wie eine Offiziersuniform und ein Türkenhut, wobei es sich nicht um eine Kopfbedeckung, sondern ein Musikinstrument handelt. Beide sind Eigentum des Bezirks und als Depositen im Landesmuseum Zürich ausgestellt. Wer all die Ausstellungen des Kulturvereins Chärnehus Einsiedeln Revue passieren lässt (siehe Kasten), sieht auf einmal die Offiziersuniform und den Türkenhut vor seinem geistigen Auge. Beide wurden schon einmal ausgestellt  die Uniform 1997 «Einsiedeln im Umbruch  1789 bis 1848» und das Musikinstrument 2006 «Üseri Musig  200 Jahre musikalisches Schaffen in Einsiedeln».

Einsiedler Anzeiger (ug)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

18.12.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/EXbLHJ