Die Schwyzer messen dem Erhalt des Baukulturerbes weit weniger Bedeutung zu als die Schweizer. Im Bild Bauforscherin und Archäologin Ulrike Gollnick 2012 in einem der abgebrochenen uralten Holzhäuser beim Schwyzer Dorfbach. Bild: Andreas Seeholzer
Die Schwyzer messen dem Erhalt des Baukulturerbes weit weniger Bedeutung zu als die Schweizer. Im Bild Bauforscherin und Archäologin Ulrike Gollnick 2012 in einem der abgebrochenen uralten Holzhäuser beim Schwyzer Dorfbach. Bild: Andreas Seeholzer

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Denkmalschutz auch anders sehen

Schwyzer sind laut einer Umfrage zum Denkmalschutz skeptisch eingestellt. Die Schweizer Bevölkerung sieht das ganz anders: 95 Prozent stehen hinter einem sorgsamen Umgang mit dem Kulturerbe.

Im vergangenen Herbst gab der «Bote der Urschweiz» eine repräsentative Umfrage zum Stellenwert des Denkmalschutzes bei der Schwyzer Bevölkerung in Auftrag. Das Ergebnis fiel eher ernüchternd aus: Über zwei Drittel der 430 Befragten gaben zur Antwort, dass dem Denkmalschutz ein zu starkes Gewicht zukomme («Bote» vom Montag). Mehr noch: Ein Vergleich zu 2014 zeigt, dass die Skeptiker in den letzten drei Jahren um einige Prozentpunkte zugelegt haben. Diese Ergebnisse stehen in markantem Gegensatz zu einer repräsentativen Befragung der Schweizer Bevölkerung. 2014 gab das Bundesamt für Kultur (BAK) anlässlich der «Europäischen Tage des Denkmals» eine Studie in Auftrag, die den Puls der Schweizer betreffend Erhaltung und Pflege von Kulturgut fühlte.


Für 95 Prozent ist die Erhaltung des Kulturerbes wichtig


Für die Schweizer Bevölkerung ist die Erhaltung des Kulturerbes von essenzieller Bedeutung. 95 Prozent der befragten Personen gaben an, dass ihnen dies wichtig ist; für 54 Prozent ist es sogar sehr wichtig. Ebenfalls 95 Prozent sagten, dass das Kulturerbe unentbehrlich für den Tourismus in der Schweiz sei. Neun von zehn Schweizern ist die Vermittlung von Wissen über das Kulturerbe in der Schule wichtig. Auch bei der Wahl der Feriendestination scheint ein historisches und authentisches Ortsbild von grosser Bedeutung zu sein, denn für acht von zehn Beragten ist dies sehr oder ziemlich wichtig. Das ist nicht nur ein Lippenbekenntnis, denn fast zwei Drittel (63 Prozent) hatten in den letzten sechs Monaten mindestens einmal eine Altstadt oder ein altes Dorf besucht. Diese Destination ist noch beliebter als Naturdenkmäler (50 Prozent) oder Baudenkmäler (40 Prozent). Zudem misst die Schweizer Bevölkerung der Nutzung des Kulturerbes für eine nachhaltige Entwicklung grosse Bedeutung bei. Ein Viertel erachtet diese als sehr wichtig, 60 Prozent als wichtig. Schliesslich erachtet eine Mehrheit «die Erhaltung des baukulturellen Erbes als Teil der Aufgaben der öffentlichen Hand». Die Hälfte der Befragten findet, dass dafür zu wenig ausgegeben werde. DieBesuchsfrequenzhängtstarkvom sozialen Status und vom Alter ab. «Der Anteil der wohlhabenden Haushalte, der vomAngebotimKultur-undDenkmalbereich profitiert, ist höher als derjenige der wenigergutsituierten»,schreibendieAutoren. Am beliebtesten sind Denkmäler bei den 35- bis 64-Jährigen.


Hinweis


Die BAK-Studie basiert auf einer Telefonbefragung 2014. Die Stichprobe erfasste 402 Interviews in der Deutschschweiz, 400 in der französischen und 200 in der italienischen Schweiz. Der Streubereich liegt bei +/– 3 Prozent.


Bote der Urschweiz / Franz Steinegger

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

14.03.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/neRWyw