Gestell mit Theken mit Regierungsratsbeschlüssen des Archivs 3 (1928–1969) im Staatsarchiv Schwyz: Das Staatsarchiv erhält jährlich gegen 100 Laufmeter neues Aktenmaterial, das es zu bearbeiten und zu registrieren gilt.
Gestell mit Theken mit Regierungsratsbeschlüssen des Archivs 3 (1928–1969) im Staatsarchiv Schwyz: Das Staatsarchiv erhält jährlich gegen 100 Laufmeter neues Aktenmaterial, das es zu bearbeiten und zu registrieren gilt.

Dies & Das

Mehr als eine Sammlung von Büchern

Der Kanton Schwyz ist reich an Kulturgütern. Ein wesentlicher Teil des historischen Kulturgutes ist dem Staatsarchiv anvertraut. Eine neue, reich bebilderte Publikation erlaubt einen Einblick in die Sammlungen und geht auf die wechselvolle Geschichte des Archivs ein.

Wer Archiv hört, denkt meist an Akten, Urkunden und Bücher, sprich an schriftliche Dokumente, die es zur Bewahrung der Rechtssicherheit oder aufgrund ihres historischenWerts aufzubewahren gilt. Dass in einem Archiv des 21. Jahrhunderts viel mehr steckt, zeigt die Publikation «Kulturgüter im Staatsarchiv des Kantons Schwyz», die in diesenTagen erschienen ist. Auf 192 Seiten erhält die Leserschaft einen Blick hinter die Gemäuer des Archivs, das sich seit 2002 in der alten Turnhalle des Kollegiums Schwyz befindet. Den Facettenreichtum eines heutigen Archivs und seiner Aufgaben bringen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Amtes für Kultur inWort und Bild näher.

Zeitungen, Grafika, «Altertümer»

In gut lesbaren Artikeln werden die verschiedenen Bestände systematisch vorgestellt. Neben den Hauptarchiven I bis IV, die die Verwaltungsführung der kantonalen Departemente, Ämter und Gerichte bis in die heutige Zeit dokumentieren, erhält der Leser Einblick in die grafische Sammlung, in die Sammlung der Karten, Pläne respektive der Fotos oder erfährt, wieso es im Staatsarchiv eine Sammlung von genealogischem Material zu Familien und Personen – vereinigt in den Personalakten – gibt. Eine «Wundertüte» bis heute ist die Landes- und Volkskunde, in der Materialien zur Landeskunde gemeindeweise thematisch und nach Schlagworten geordnet sind. Für viele Forscherinnen und Forscher wichtig ist die fast komplette Sammlung der im Kanton Schwyz erschienenen Zeitungen. Das Staatsarchiv verfügt auch über sogenannte «Altertümer» – Fahnen, Münzen, Medaillen, Siegel, Waffen und anderes mehr. In denVerantwortungsbereich des Amtes für Kultur gehört zudem die kantonale Kunstsammlung mit rund 730 Objekten; sie wird, wie man erfährt, jährlich um 10 bis 15 Werke ergänzt. Die Bestandes- wie Tätigkeitsbeschreibungen – zu den Aufgaben des Amtes gehören unter anderem dieArchäologie und die Bibliothek – nehmen fast 80 Seiten der Publikation ein und sind gut bebildert.

Kantonsarchivar seit 1904

Das Staatsarchiv im Kanton Schwyz ist heute noch für viele eng mit dem Bundesbriefmuseum – bis 1992 Bundesbriefarchiv – verbunden, da es bis 2002 auch Standort des kantonalen Archivs war. Erste Spuren der archivischen Tätigkeit im Länderort Schwyz führen aber ins Mittelalter und zum Archivturm hinter dem Rathaus Schwyz. Dieser Wohnturm aus dem 13. Jahrhundert beherbergte bis 1936 (!) Teile der Archivbestände des Kantons Schwyz. Die Geschichte des Staatsarchivs vor 1848 und nach der Gründung des Bundesstaates wird fakten- und facettenreich präsentiert. Dass sich der Kanton Schwyz erst ab 1904 einen hauptamtlichen Archivar leistete, ist ebenso bemerkenswert wie die Baugeschichte des Staatsarchivs, die vom Archivturm bis zur alten «Kollegi-Turnhalle» einige Wendungen nahm. Nicht unerwähnt bleiben die Bemühungen der einzelnen Archivare und Unterarchivare zur Erschliessung der von ihrer Herkunft wie ihrer Materialität immer vielfältiger werdenden Bestände. Damit wird die Archivgeschichte auch zur Verwaltungsgeschichte, die sich in zwei Abschnitten abgebildet findet.

Digitale Herausforderung

Dass Archivmitarbeiter heute fast genauso viel von digitalen Daten, von elektronischer Datenverwaltung und den diversen Speicherformaten verstehen müssen wie vom Lesen der Kurrentschrift – also «halbe» Informatiker sein müssen –, ist vielen nicht bewusst. Die Herausforderungen, die sich jedoch mit dem Wandel von Pergament über Papier zu digitalen Daten als Hauptträger der Information stellen, werden in der Publikation dargestellt. Dass daneben die Bestandeserhaltung nicht vergessen werden darf, zeigt gerade der heikle Umgang mit Fotografien respektive Negativen. «Konservieren kommt vor Restaurieren» ist ein Grundsatz, bei dem zusätzlich das Sicherstellen von Information ein wichtiges Moment darstellt. Die Verhinderung von Datenverlust ist gerade bei Zeitungen oder Fotografien eine Dauerherausforderung. Die Publikation «Kulturgüter im Staatsarchiv Schwyz» leuchtet zahlreiche weitere Aspek

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

22.12.2012

Webcode

www.schwyzkultur.ch/PAyLGb