Musikerinnen des Sinfonieorchesters Kanton Schwyz bei einem Konzert. Bild zvg
Musikerinnen des Sinfonieorchesters Kanton Schwyz bei einem Konzert. Bild zvg

Dies & Das

Ohne Geldgeber geht das Kulturangebot flöten

Die nächsten Konzerte des Sinfonieorchesters Kanton Schwyz können nur stattfinden, wenn grosszügige Geldgeber gefunden werden. Laut Dirigent Urs Bamert ist es keine Ausnahme, dass Kultur von solchen abhängig ist.

Das Sinfonieorchester Kanton Schwyz (SOKS) sucht nach Geldgebern, um seine kommenden Konzerte realisieren zu können. Diese sollen bereits am Osterwochenende in Einsiedeln und Altendorf über die Bühne gehen. Die Gesamtkosten dafür belaufen sich auf 47 000 Franken, wie es in einem vom SOKS an potenzielle Sponsoren gesandten «Unterstützungsgesuch» heisst. Rund die Hälfte der Aufwendungen seien bereits durch Eigenleistungen und zugesicherte Fremdleistungen gedeckt. Für den Rest des Budgets sucht das Orchester weitere Inserenten, Mäzene, Gönner und Sponsoren.

Ist Nachfrage vorhanden?

Eine stattliche,aber auch völlig normale Summe, wie SOKS-Dirigent Urs Bamert sagt: «Das Sinfonieorchester Kanton Schwyz besteht aus recht vielen professionellen Musikern, die für Proben und Konzerte entschädigt werden. » Die Entschädigungen sind laut dem Dirigenten nicht üppig. Bei einer bis zu 70 Personen umfassenden Besetzung rechneten sich diese Beträge allerdings. Ausserdem fielen für die Konzerte und deren Vorbereitung etliche weitere Kosten an – angefangen bei Mieten über Werbung bis hin zu beispielsweise Notenmaterial und Instrumente, die beschafft werden müssen. Gar nicht eingerechnet sei die gesamte Planung, Organisation und Administration. «Das wird ehrenamtlich von den Mitgliedern des Orchestervorstands erledigt mit einem Aufwand von mehreren Hundert Stunden pro Konzertsession», so Bamert. Die Kosten in dieser Grössenordnung sind laut dem Dirigenten also durchaus berechtigt. Doch es stellt sich die Frage, warum sie zu einem Grossteil durch Sponsoring, Gönnerschaft oder Stiftungen generiert werden müssen. Ist die Nachfrage nach einem solchen Kulturangebot im Kanton Schwyz gar nicht vorhanden? «Unsere Konzerte sind immer sehr gut besucht und beliebt. Standing Ovations bekommt man nicht einfach so», sagt Bamert. «Aber allein mit den Eintrittspreisen können Konzerte nicht finanziert werden.» Das Publikum hier sei kaum bereit, Preise zu bezahlen, welche die Kosten decken würden. Der Kanton Schwyz stelle da aber keine Ausnahme dar. Auch in anderen Kantonen würden die grossen Orchester aber auch Amateurorchester, Musikvereine oder Chöre subventioniert und teilweise von Sponsoren, Stiftungen und Mäzenen finanziert. Es sei Fakt, dass ohne diese Geldgeber nicht nur viele Orchester, sondern auch andere Kulturangebote eingehen würden, so Bamert.

Kulturelles Erbe bewahren

Trotzdem ist er fest überzeugt, dass es enorm wichtig ist, diese Angebote der Kultur willen zu pflegen und zu erhalten. «Kultur ist ein Erbe unserer Gesellschaft, das es zu bewahren und weiterzuentwickeln gilt», sagt Bamert. «Sie ist so essenziell wie Kanalisationen, Strassen oder Schulen.» Selbst wenn viele Leute mit Musik – auch klassischer – nicht viel anfangen könnten oder keine Konzerte besuchten, dürfe man die Kultur nicht einfach ihrem Schicksal überlassen. «Das Sinfonieorchester Kanton Schwyz beispielsweise nimmt eine wichtige Vermittlerfunktion ein und spielt Musik von Schweizer, aber auch von Schwyzer Komponisten», nennt Bamert ein Beispiel. Und es wäre eine gefährliche Entwicklung, wenn nur noch ehrenamtliches und Freizeit-Schaffen postuliert würde, denn: «Kultur braucht Künstler, auch die professionellen!»

Den «Kleinen» geht es gleich

Das sieht auch Roman Hutzmann, Präsident des Blasorchesters Siebnen (BOS), so. «Ich schätze das Angebot des SOKS und besuche regelmässig die Konzerte», erklärt Hutzmann auf Anfrage. Auch wenn das Budget des SOKS für die kommenden Konzerte ungefähr dem Jahresbudget des BOS entspricht, kann Hutzmann die Kosten nachvollziehen. «Das Blasorchester Siebnen hat als Verein natürlich finanziell viel kleinere Dimensionen als das Sinfonieorchester Kanton Schwyz,aber auch bei uns sind beispielsweise Aushilfen und Dirigent grosse Kostenblöcke. » Und obwohl das BOS durch Mitgliederbeiträge und Arbeitseinsätze einige Kosten decken kann, ist es laut seinem Präsidenten ebenfalls stark von Gönnern, Sponsoren und Spendern abhängig. «Das BOS finanziert sich

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

15.03.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/f4TRCB