Ruth Schnyder (links) und Corina Ronner sind seit 30 Jahren bei der Marchbühne aktiv. Bild Irene Lustenberger
Ruth Schnyder (links) und Corina Ronner sind seit 30 Jahren bei der Marchbühne aktiv. Bild Irene Lustenberger

Dies & Das

«Schwänke kommen am besten an»

Die Marchbühne feiert in diesem Jahr ihren 30. Geburtstag. Corina Ronner und Ruth Schnyder, zwei Mitglieder der ersten Stunde, halten Rückblick.

Mit Corina Ronner und Ruth Schnyder sprach Irene Lustenberger

Wie ist es vor 30 Jahren zur Gründung der Marchbühne gekommen?

Corina Ronner: Gody Landheer und Hans Waeber haben mich gefragt, ob ich bei der Gründung einesTheatervereins mithelfen wolle. Nachdem Gody Landheer für das Startkapital auf Betteltour gegangen war und die geeignete Lokalität gefunden wurde – der «Centralhof» vis-à-vis der alten Post in Siebnen – wurde am 16. November 1982 der Verein Marchbühne gegründet. Wir waren 29 Gründungsmitglieder, und diese Zahl ist in den vergangenen 30 Jahren mehr oder weniger konstant geblieben. Am Narreobig in Siebnen im Januar 1983 hatten wir unseren ersten öffentlichenAuftritt, wir haben einen Sketch aufgeführt, und das erste Theater folgte im Herbst 1983.

Ruth Schnyder, wie sind Sie dazu gestossen?

Ruth Schnyder: Ich habe das Inserat gelesen, in dem Mitglieder gesucht wurden, und habe mich angemeldet. Ich war an der ersten Hauptversammlung mit dabei und bin seither fast jedes Jahr auf der Bühne gestanden.

Ronner: Gespielt habe ich nie. Ich war von Anfang an für die Maske zuständig. Im ersten Jahr kam ein Maskenbildner des Opernhauses, der uns einen Crash-Kurs gegeben hat. Danach habe ich zusammen mit einer Kollegin die Theaterschminkkurse besucht.

Was hat sich in den vergangenen 30 Jahren verändert?

Ronner: Die grösste Veränderung ist die Lokalität. Bis vor neun Jahren waren wir im «Centralhof». Dann wurden wir von der Montessori-Schule angesprochen und konnten beim Neubau kleinere Wünsche für Schmink- und Bühnenraum anbringen. Seither geniessen wir dort von August bis November Gastrecht und können die Kulisse während dieser Zeit stehen lassen. Und hier haben wir auch unsere eigene Gastronomie. Eine zusätzliche Herausforderung, den Theatersaal zu füllen, ist die Omnipräsenz diverser Herbstveranstaltungen.

Schnyder: Im Verlauf der Zeit hat sich herausgestellt, dass Schwänke und Komödien bei unserem Publikum am besten ankommen. Die Leute sollen zu uns kommen, abschalten können und lachen. Ronner: Die Regie hat auch gewechselt. Zu Beginn war Willi Höhener Regisseur, dann Gody Landheer, und seit rund 14 Jahren dessen Tochter Jeannine Kistler. Schnyder: Die neuste Veränderung betrifft den Vorverkauf. Dieser läuft nicht mehr wie bis anhin über den OK-Shop, sondern über Internet oder Telefon.

Welches Ereignis bleibt Ihnen am meisten in Erinnerung?

Ronner: Es ist schwierig, etwas hervorzuheben. Wir haben beispielsweise Stücke des bekannten Autors und Regisseurs Hans Gmür gespielt, und er sass bei einer unserer Aufführungen im Publikum.
Schnyder: Schön ist, wenn einem die Zuschauer sagen, dass sie schon fast Entzugserscheinungen haben (lacht). Es ist auch schon vorgekommen, dass ich auswärts mit meinem Rollennamen angesprochen worden bin – teils sogar nach Jahren noch.

Gab es auch Negatives?

Ronner: Nein. Wir gehören zusammen und halten zusammen. Reibereien gibt es praktisch nicht.

Wie verteilt ihr jeweils die Rollen?

Schnyder: Das macht die Regisseurin. Bei den Leseproben merkt man, ob die zugeteilte Rolle zu einem passt. Und bis jetzt mussten wir nicht oft Rollen tauschen. Da wir jüngere und ältere Mitglieder haben, muss das Alter nicht gross verändert werden.
Ronner: Und ansonsten sind wir von der Maske da (lacht).

Etwas vom Peinlichsten, das einem Darsteller passieren kann, ist, ein Blackout zu haben und den Faden völlig zu verlieren. Ist euch das auch schon passiert?

Schnyder: (lacht) Ja, das ist auch schon passiert, aber mir zum Glück nicht. Auf die Zuschauer wirkt das sympathisch, und meistens klatschen sie.Viele von uns stehen schon jahrelang auf der Bühne und können improvisieren. Notfalls – besonders am Anfang der Saison – ist unsere Souffleuse der Rettungsanker!

Im Juni beginnt ihr mit den Leseproben, Ende Oktober und im November wird das Theater aufgeführt. Was macht der Verein Marchbühne das restliche halbe Jahr lang?

Ronner: Jeden ersten Mittwoch im Monat treffen wir uns zum Höck. Ausserdem gibt es

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Dies & Das

Publiziert am

23.10.2013

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schwyzkultur.ch/bjr67M