Mit diesem «Plakat» macht das «Ghost Festival» auf sich aufmerksam. Bild: PD
Mit diesem «Plakat» macht das «Ghost Festival» auf sich aufmerksam. Bild: PD

Musik

Ein Geisterfestival für die Musik

Das «Ghost Festival» soll Schweizer Musikern etwas über die Runden helfen.

Vorverkauftickets, 300 Bands, Merchandise- Produkte – alles steht für das «Ghost Festival» Ende Februar. Nur eines ist etwas anders: Das Festival findet nicht statt – weder physisch noch digital. Auf dem Line-up des Festivals stehen unter anderem Caroline Chevin aus Weggis und Blind Butcher mit dem Küssnachter Roland Bucher. Es sind auch viele Musiker auf dem Line-up zu finden, die in unserer Region, sei es im «Gaswerk» Seewen, am Gersauer Herbst oder an regionalen Festen, begeistert haben. So sind zum Beispiel Züri West, Sina, Veronica Fusaro, Michael von der Heide, Open Season, Silberbüx, Freda A. Goodlett, Stiller Has, William White, Stefanie Heinzmann, Black Sea Dahu, Troubas Kater oder Delilah dabei. Alle haben sie unser kulturelles Leben in der Region geprägt. Schon zu Zeiten der legendären Beach-Rock-Party in Gersau und des Openairs Hoch-Ybrig kamen die Schwyzerinnen und Schwyzer immer wieder in den Genuss hochkarätiger Schweizer Musik. Das Ghost Festival ist eine Solidaritätsaktion für Schweizer Musiker, welche von der Corona-Pandemie besonders stark getroffen worden sind. «Mit der zweiten Welle wird es richtig prekär, und eine finanzielle Unterstützung muss rasch erfolgen», heisst es in einer Medienmitteilung. Daher organisiere der Ghost Club, das Kollektiv um das Ghost Festival, als Akt der Solidarität mit den betroffenen Musikschaffenden ein Festival, das es gar nicht gibt, aber mit allem, was dazu gehört. Der Ticketerlös fliesst zu 100 Prozent an die Musikschaffenden. Zu erstehen gibt es einen Tagespass, einen Zwei-Tages-Pass und einen VIP-Pass. Nebst dem altbekannten Festivalarmbändel erhält der Käufer keinerlei Gegenleistungen, Vorteile oder Guthaben. Lediglich die Merchandising-Produkte wie Shirts und Pullis gibt es wirklich.

Regionale Veranstalter kaufen Tickets


Dominic Zaalberg, Geschäftsleiter der Eventbar Gaswerk in Seewen, hat grundsätzlich persönlich nichts mit dem «Ghost Festival» zu tun. «Aus meiner Sicht finde ich es einfach ein sinnvolles Vorhaben. Es geht vielen Kulturschaffenden um die Existenz. Das Festival selbst bleibt ja ohne Gegenleistung für den Ticketkäufer, und auch das finde ich okay. Viele Mitbürgerinnen und Mitbürger hatten keine finanziellen Schäden aufgrund des Coronavirus und haben somit vielleicht auch Geld gespart, indem sie keine Veranstaltungen besuchen konnten», meint Zaalberg, der selber auch ein imaginäres Ticket fürs «Ghost Festival» gekauft hat. «Wir durften im ‹Gaswerk› grosse Solidarität erleben, und das möchte ich gerne weitergeben », sagt er. Roger Bürgler, Geschäftsführer von Kulturwerk.ch, kauft selber als Firma und Veranstalter auch Tickets. «Ausserdem sind wir mit Julian von Flüe, den wir als Künstler vertreten, mit von der Partie. Die Idee ist toll und die breite Bereitschaft ein klares Statement.» «Es melden sich laufend Bands bei uns, die auch mitmachen wollen», sagt Dominik Gysin, Presseverantwortlicher des Festivals. Es werde nun eine Liste geführt. «Wir können allerdings nicht versprechen, dass wir alle Bands berücksichtigen können. Es kommt jetzt ganz drauf an, wie viele Bilette wir verkaufen.»

Bote der Urschweiz / Nicole Auf der Maur

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

14.01.2021

Webcode

www.schwyzkultur.ch/7pw9wj