Filmemacherin Claudia Steiner (Zweite von rechts) bei Filmarbeiten zu ihrem neuen Dokumentarfilm «Willy Amrhein». Bild pd
Filmemacherin Claudia Steiner (Zweite von rechts) bei Filmarbeiten zu ihrem neuen Dokumentarfilm «Willy Amrhein». Bild pd

Film

Filmemacher leben bescheiden

Filmen ist eine Leidenschaft, die enormen Einsatz fordert. Das grosse Geld machen Filmemacher nicht.

Das Programm von «Klappe! Die Erste» zeigt auf, wie reich der Kanton an Dokumentarfilmen ist. Sie sind in der Herstellung wesentlich günstiger als Spielfilme. Dennoch ist die Finanzierung nicht einfach. Viele der Filme zeigen altes Handwerk oder Brauchtum auf, das Leben der Menschen auf der Alp, mit der Natur. Dies tun auch Erich Langjahrs Filme. Langjahr, inzwischen im Pensionsalter, lebt von seinen Kinofilmen. In seinen Anfängen machte er neben seinem künstlerischen Schaffen sogenannte Industriefilme. Als die grösseren Projekte kamen, konnte er diese fallen lassen. Auch Edwin Beeler, Regisseur von «Arme Seelen», ist hauptberuflich Filmer. «Man wird nicht reich», erklärt er. Die Zentralschweiz sei, verglichen mit anderen Regionen, ein hartes Pflaster. Er weiss, dass erst die regionale Unterstützung einem Filmprojekt Schub verleiht: «Je mehr die regionale Förderung insgesamt investiert, desto höher fällt die nationale Subventionierung aus.»

Doppelt so viel Arbeit

Die Schwyzerin Claudia Steiner realisiert als freie Filmemacherin und Produzentin auch Auftragswerke. Gerade hat sie für die Morgartenstiftung den Kurzfilm «Von der Holzbeige zum Schwyzerhaus» realisiert, den Wiederaufbau des Niderösthauses. Dieses dokumentarische Arbeiten nennt Claudia Steiner «ein Privileg». Die Regisseurin von «Tönis Brautfahrt» kann von ihrem Kulturhandwerk leben, wenn auch nicht auf grossem Fuss. Zuvor hatte Claudia Steiner eine 80-Prozent-Anstellung beim Schweizer Fernsehen. Seit ihrer Selbstständigkeit arbeitet sie nun doppelt so viel, verdient aber nur die Hälfte. Für sie stimmt es trotzdem, weil sie durch ihre Arbeit in viele unterschiedliche Welten einen Einblick erhält. Zudem macht sie im Arbeitsprozess relativ viel selber, muss darum keine weiteren Profis beiziehen. Nur sehr wenige können im Business vom Filmemachen leben. Steiner dazu: «Viele unterrichten an Kunsthochschulen, geben Kurse oder sind angestellt als Kameraleute im Showbereich.» Für die Regisseurin ist klar, ohne Stiftungen und Kulturmäzene, welche den Sinn eines Projektes erkennen, würde es nicht gehen. Die Unterstützung seitens der Kantone bezeichnet sie noch immer als klein. Claudia Steiner betont: «Ein Filmprojekt ist immer auf verschiedenen Säulen aufgebaut.»

«Nur sich selber ausbeuten»

«Wätterschmöcker»-Macher Thomas Horat arbeitet nebenbei, je nach Filmprojekt mal mehr, mal weniger. «Kein Vergleich zu anderen Kantonen», kommentiert er die Filmförderung im Kanton Schwyz. Ohne öffentliche Hand sei es kaum möglich, einen Film zu realisieren. Gibt es keine Unterstützung, müsse man abschätzen, wie hoch der eigene Beitrag sein darf: «Man kann sich selber, sollte aber die Mitarbeitenden nicht ausbeuten», stellt Horat klar.

Bote der Urschweiz (Silvia Camenzind)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

04.11.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/RqmC9U