«Viele, die mich privat kennen, können nicht glauben, dass ich oft den Fiesling gebe. Wenn der Zuschauer mich aber für den Bösewicht hasst, weiss ich, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe», sagt Schauspieler Daniel Bill. Bild Irene Lustenberger
«Viele, die mich privat kennen, können nicht glauben, dass ich oft den Fiesling gebe. Wenn der Zuschauer mich aber für den Bösewicht hasst, weiss ich, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe», sagt Schauspieler Daniel Bill. Bild Irene Lustenberger

Film

«Ich bin eigentlich immer mit beiden Beinen auf dem Boden geblieben»

Schauspieler Daniel Bill ist nicht nur auf Theaterbühnen zu Hause, sondern auch in Filmen wie «Tatort », «Ein Fall für zwei» oder «Der Bestatter». Was ihn an seinem Beruf fasziniert, weshalb er nie nach Hollywood wollte und was ihm an seinem Wohnort Wangen gefällt, erzählt er im Interview.

Mit Daniel Bill sprach Irene Lustenberger

Wann wussten Sie «Ich werde Schauspieler!»?

Während der Schulzeit habe ich gemerkt, dass ich eine Begabung für die Schauspielerei habe. In den Schulaufführungen habe ich meistens die Hauptrollen gespielt. Ich war fasziniert von der Verwandlung in andere Charaktere mit Kostümen und Maske.

Und was sagten Ihre Eltern zu Ihrem Berufswunsch?

Bevor sie mir die Schauspielschule in Zürich finanziert haben und mich auch sonst voll unterstützten, wofür ich ihnen ewig dankbar bin, hiess es: «Zuerst lernst du einen ‹normalen› Beruf, in den du wieder einsteigen kannst, wenn es nicht klappt». Weil mich Menschen der verschiedensten Art faszinieren und gutes Essen und Trinken zu den schönsten Beschäftigungen im Leben gehören, entschied ich mich für eine Lehre im Gastgewerbe. Im renommierten Hotel «Schweizerhof » in Bern habe ich Durchhaltewillen und Disziplin gelernt. Wichtige Eigenschaften, nicht nur für den Schauspielberuf.

Schauspieler ist der Traumberuf vieler. Ist es wirklich ein Traumberuf?

Für mich ist es immer noch der Traumberuf. Mit allen Höhen und Tiefen.

Was raten Sie Kindern oder Jugendlichen, die Schauspieler werden wollen?

Zuerst einen Beruf erlernen, oder ein Studium beenden. Dann immer wieder versuchen, Kontakt zu Schauspielern oder anderen Film-und Theaterschaffenden zu bekommen. Sich bei Theaterproduktionen für Jobs jeder Art bewerben. Versuchen, an Proben dabei zu sein. Damit erhält jede und jeder einen guten Einblick und merkt sehr schnell, ob er oder sie das wirklich machen will.

Das heisst, wenn Ihre drei Kinder Schauspieler werden wollen, würden Sie sie unterstützen?

Sicher. Meine älteste Tochter Grace ist schon jetzt fasziniert von Schauspiel und Gesang. Die Zukunft wird zeigen, ob sie in diese Richtung gehen wird.

Ist Schauspielerei in der Schweiz nicht eher ein brotloser Job?

Eigentlich nicht. Das beweisen hervorragende Schauspieler wie Bruno Ganz, Mathias Gnädinger, Stephanie Glaser, Anatol Taubman und ganz viele andere auch. Es gibt heute eh keine Jobs mehr, in denen man sich bis zur Pensionierung in Sicherheit wiegen kann. Alle müssen dran bleiben und brauchen das Quäntchen Glück, um die Arbeit zu finden, die Befriedigung und Anerkennung bringt. Viele können nur von einem Traumberuf träumen. Ich bin sehr dankbar und zufrieden, dass ich mit der Schauspielerei meine Brötchen verdienen darf.

Aber Sie können davon leben?

Ja, sehr gut.

Waren Sie einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort?

Kann man so sagen. Ich musste dann aber mein Können auch beweisen.

Sie haben in deutschen Filmen wie «Tatort», «Soko 5113», «Alarm für Cobra 11» oder «Ein Fall für zwei» mitgespielt. Wie ist es zu Ihren Engagements in Deutschland gekommen?

In erster Linie hatte ich Agenten in Deutschland, welche mir diese Engagements verschafft haben. Dabei konnte ich mein Netzwerk erweitern. Und so ist das eine zum anderen gekommen.

Beim Schweizer «Tatort» haben Sie hingegen noch nie mitgespielt. Weshalb?

Das weiss ich eigentlich auch nicht. Kommt vielleicht noch. Solange ich genug zu tun habe, lohnt es sich nicht, sich über solche Dinge den Kopf zu zerbrechen.

Sie spielen oft Rollen von Bösewichten. Sind Sie privat auch so?

Ganz im Gegenteil. Viele, die mich privat kennen, können nicht glauben, dass ich oft den Fiesling gebe.

Es heisst auch, Sie seien die jüngere Ausgabe von Jack Nicholson. Ist das ein Kompliment?

Na klar. Wer möchte nicht gerne mit Jack verglichen werden (lacht).

Vieler Ihrer Stunts spielen Sie selbst. Da kamen Sie bestimmt schon in gefährliche Situationen.

Immer wieder.Vor allem wenn man bei Karls Kühne Gassenschau engagiert ist, können ein Nasenbruch, Verstauchungen, Verbrennungen oder Prellungen jeder Art schon mal vorkommen.

Sie stehen vorwiegend für Krimis oder Action-Filme vor der Kamera. Komödien oder Romanzen wären nichts für Sie?

Doch natürlich. Willi Häberli, den ich jetzt gerade in «Fabrikk » spiele, ist sehr witzig. Es ist sehr schön, wenn ich die

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

21.08.2013

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