Regisseur Felice Zenoni am Set des Films «Danioth – Der Teufelsmaler». Für den Film sprach der Kanton Uri 2014 einen Beitrag von 16 000 Franken. Bild pd
Regisseur Felice Zenoni am Set des Films «Danioth – Der Teufelsmaler». Für den Film sprach der Kanton Uri 2014 einen Beitrag von 16 000 Franken. Bild pd

Film

Neue Filme unterstützen

Die Albert Koechlin Stiftung investiert künftig kräftig in die Filmförderung und lanciert den Innerschweizer Filmpreis. Dennoch bleibt die Innerschweiz ein hartes Pflaster für Filmemacher.

Filmemacher in der Zentralschweiz essen hartes Brot. Jedenfalls wenn es um die Unterstützung durch die öffentliche Hand geht. 541 000 Franken investierten die Zentralschweizer Kantone insgesamt im letzten Jahr in die Filmförderung. Zum Vergleich: Der Kanton Zürich liess 10,7 Millionen Franken springen, der Kanton Bern 3,1 Millionen. Der Kanton Luzern leistete sich einen Förderbeitrag von vergleichsweise bescheidenen 283 000 Franken.

Schwyz erhöht Beiträge

Die Kantone sind zwar bestrebt, die Filmschaffenden stärker zu fördern. Der Kanton Schwyz etwa hat diesen Mai zugesichert, die Beiträge von durchschnittlich 85 000 Franken in den letzten zehn Jahren auf künftig jährlich 130 000 Franken zu erhöhen. Dennoch wandern viele Filmschaffende aus der Zentralschweiz, gerade Hochschulabgänger, reihenweise nach Zürich ab, wo sie für ihre Projekte auf fruchtbareren finanziellen Nährboden stossen. Um diese Entwicklung zu bremsen, engagiert sich neu auch die Luzerner Albert Koechlin Stiftung (AKS) für die Filmförderung. Wie sie gestern mitteilte, ruft die Stiftung den Innerschweizer Filmpreis sowie den Innerschweizer Nachwuchs-Kurzfilmwettbewerb ins Leben. Insgesamt schüttet die AKS bis zu 750 000 Franken an die Filmszene aus, wobei der grössere Teil alle zwei Jahre anfällt. Bewerben können sich Filmemacher aus den Kantonen Luzern, Schwyz, Nidwalden, Obwalden und Uri. «Damit reagieren wir auf die anerkanntermassen schwierigen Rahmenbedingungen für Filmschaffende in der Innerschweiz», sagt Martino Froelicher, Projektleiter der AKS. Er spricht vor allem die Vergabe von Bundesgeldern an. Denn der Bund ergänzt die kantonalen Fördergelder um bis zu 50 Prozent.

Wenig fliesst in die Zentralschweiz

Somit hängt es in erster Linie davon ab, wie viel Geld ein Kanton ausschüttet. «Und von diesen Bundesgeldern schöpfen wir in der Zentralschweiz nur gerade 7 Prozent ab», sagt Froelicher. Nach Zürich fliessen mit über 10 Millionen Franken 62 Prozent. «Gerade was die Pro-Kopf-Beiträge an die Filmförderung betrifft, herrscht in der Zentralschweiz Handlungsbedarf », so Froelicher. Hier rangiert die Region mit 0.54 Franken auf dem letzten Rang. In Zürich sind es 4.42 Franken.

Kantone können sich nicht einigen

Der AKS gehe es indes in keiner Weise darum, die Kantone von ihren Zielsetzungen zu entlasten, wie Froelicher klarstellt. «Wir übernehmen bewusst keine Aufgaben der öffentlichen Hand.» So würde es Froelicher begrüssen, wenn die derzeit blockierte Diskussion um die Filmförderung in der Innerschweiz weitergeführt würde. Was er damit meint: Die Zentralschweizer Kantone prüften vor drei Jahren die Schaffung eines gemeinsamen Filmförderungspools. Die Bildungs- und Kulturdirektorenkonferenz lehnte dies aus verschiedenen Gründen ab. Dazu sagt der Urner Leiter des Amts für Kultur und Sport, Josef Schuler: «Die Kulturkommissionen hätten den Bereich sozusagen auslagern müssen.» Dies wollten nicht alle Kantone. Wichtiger als ein Filmförderungspool sei aber, so Schuler, dass die Kantone mit der Innerschweizer Filmfachgruppe über ein gemeinsames Fachgremium verfügten, welches die Qualität der Filme beurteile, die sich um Beiträge bewerben. «Dadurch sind einheitliche Qualitätskriterien definiert.» So werden nur Filme unterstützt, welche die Anforderungen erfüllen. «Ein Förderungspool würde nicht von vornherein garantieren, dass mehr öffentliche Gelder in die Filmförderung fliessen. »

Filmbranche im Projektrat vertreten

Im Projektrat der Albert Koechlin Stiftung ist auch der Verein Film Zentralschweiz mit seiner Präsidentin Maria Müller und Vizepräsident Lukas Hobi vertreten. Maria Müller, selber Filmemacherin, lobt gerade den Umstand, dass die AKS auch die Filmbranche sowie die Hochschule mit einbindet.

Bote der Urschweiz (Guy Studer)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Film

Publiziert am

03.09.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/dsMDtE