Syra Marty wurde vielfach als schönste Frau der Welt betitelt. Jetzt kommt der Film über die gebürtige Feusisbergerin in die Schwyzer Kinos. Bild: Archiv Roger Bürgler
Syra Marty wurde vielfach als schönste Frau der Welt betitelt. Jetzt kommt der Film über die gebürtige Feusisbergerin in die Schwyzer Kinos. Bild: Archiv Roger Bürgler

Film

Syra Marty nun im Kino zu sehen

Das filmische Porträt «Syra Marty – Dächli Leni goes to Hollywood» über die in Feusisberg geborene und nach den USA ausgewanderte Syra Marty ist nun offiziell in den Schwyzer Kinos angelaufen.

Die Mittsommernacht am 21. Juni 1921 hatte es in sich. In dieser Nacht erblickten im schwyzerischen Feusisberg Josefina Magdalena Marty als zweites von insgesamt acht Kindern einer Bauernfamilie und im amerikanischen Bundesstaat Minnesota Ernestine Jane Geraldine Russell das Licht der Welt.

Blondinen bevorzugt

Am 28. Juni 1953 – also ziemlich genau 32 Jahre später – begegnen sich die beiden Frauen anlässlich der Premiere von «Gentlemen prefer Blondes» («Blondinen bevorzugt») in Hollywood ohne zu wissen, dass sie auf den Tag gleich alt sind. Noch etwas verbindet die Beiden jedoch. Sie gehören zu den begehrtesten und schönsten Frauen der Welt. Jane Russell als Schauspielerin und Syra Marty als Model, Cover- und Glamourgirl, Schauspielerin und vor allem als Exotik- und Burlesque-Tänzerin. An diesem Abend ist auch noch eine dritte Dame im Spiel. Marilyn Monroe, der Co-Star in «Gentlemen prefer Blondes». Diese hatte aber weniger Freude an der Schweizer Schönheit und befahl ihrem Agenten, Syra Marty aus dem Fokus der Hollywood-Fotografen zu entfernen. «Get that girl away», sagte die Monroe und Syra Marty kann heute noch über diese Szene schmunzeln. «Die Monroe hat mich immer als Gefahr gesehen. Ich war auch blond, hatte einen perfekten Körper, wurde von den damaligen Starfotografen in Szene gesetzt und von den berühmtesten Hollywood-Stars umworben.»

Hierzulande in Vergessenheit geratenn

Doch hierzulande erfuhr kaum jemand etwas über das aufregende Leben und Schaffen der heute 88-jährigen Schwyzerin. Dabei war Syra Marty – so nennt sie sich seit 1946 – in den 40er-Jahren die meistfotografierte Schweizerin, hatte Werbeverträge und wurde als Exotik-Tänzerin kurz nach dem Krieg zu einem nationalen und schnell auch zu einem internationalen Medienstar. Die damalige Schweizer Illustrierte (Sie+Er), der Tages-Anzeiger, die Schweizer Filmrevue und sogar die NZZ schrieben laufend über die schönste Frau des Landes.

Musik von TeddyStauffer

In der Innerschwyz fiel die Feusisbergerin bereits anfangs der 40er-Jahre auf. Die Familie Marty wohnte längst in der Gemeinde Arth und übernahm für etwas mehr als zwei Jahre das bekannte Ausflugsbeizli «Rigi-Dächli» oberhalb von Goldau. Da Josefina Magdalena Marty damals als junges Mädchen ihren Eltern im Service half, wurde sie Dächli-Leni genannt. «Syra Marty – Dächli Leni goes to Hollywood» heisst heute auch der abendfüllende Dokumentarfilm von Roger Bürgler, der ab dieser Woche im Kino Cineboxx in Einsiedeln zu sehen ist. Ein köstliches Vergnügen über eine unglaubliche Persönlichkeit mit einer faszinierenden Lebensgeschichte.

SyraMarty besucht

Roger Bürgler präsentiert im Film nicht nur einmaliges Bild- und Filmmaterial, sondern auch Syra Marty selbst. Mit einer Filmcrew besuchte der Gersauer Filmemacher die Protagonistin in Florida und das Resultat, das mit der Musik von Syras Bekannten, dem Berner Swingkönig Teddy Stauffer, garniert wird, ist ein köstliches und spannendes Filmvergnügen und auch ein Stück Zeitgeschichte.

Der Film istsowohl eine Biografie über eine unglaublich faszinierende
und völlig vergessene Persönlichkeit wie auch ein faszinierendes und sehr
amüsantes Kinovergnügen für Jung und Alt.:

Kino MythenForum
Schwyz

15./16. Januar
20.30 Uhr

17. Januar
17.00 Uhr

Cineboxx
Einsiedeln


15. bis 19. Januar
18.00 Uhr
Am Sonntag wird Roger Bürgler in Einsiedeln anwesend sein.

Kino Muotathal

30./31. Januar
20.00 Uhr

Infos:

www.syramarty.ch

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Film

Publiziert am

15.01.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/6pnxBB