Pia Steiner stellt ihre Werke in Pfäffikon aus.
Pia Steiner stellt ihre Werke in Pfäffikon aus.

Kunst & Design

«Den Weg zur Kunst aufzeigen»

Ab Donnerstag sind die Werke der Trachslauer Kunstschaffenden Pia Steiner im Berufsinformationszentrum BIZ Pfäffikon zu sehen. Dabei gewährt die versierte Zeichnerin Einblick in ihr Wirken.

Philipp Fanchini: Ihre Ausstellung in Pfäffikon steht unter dem Titel «Zeichnen ist lernbar». Kann jeder lernen zu zeichnen?

Pia Steiner: Eindeutig ja. Zeichnen kann man lernen wie Mathematik oder eine Sprache. Natürlich haben es Menschen mit einem gewissen Talent leichter. Aber lernbar ist es wirklich für jede und jeden. Es ist vor allem wichtig, dass die richtige Hilfestellung gegeben wird.

Wie hoch ist der Anteil an Talent bei künstlerischem Schaffen und was ist einfach harte Arbeit?

Das kann ich so nicht direkt beantworten. Das hängt von vielem ab. Möchte man zum Beispiel naturalistisch zeichnen, steht das Handwerk schon im Vordergrund. Bei abstrakten Werken geht es da eher um das Ausdrücken der eigenen Emotionen. Ich selber muss sagen, dass ich über die Jahre viel gelernt und hart gearbeitet habe.

Wenn man Zeichnen lernen möchte – kann man das bei Ihnen?

Im Moment nicht direkt. Ich habe aber auch schon Kurse gegeben. Zudem versuche ich so viel wie möglich von meinem Wissen als Oberstufenlehrerin weiterzugeben. Gerade bei Jugendlichen ist es sehr wichtig, ihnen einen Weg aufzuzeigen. Viele kommen mit der festgefahrenen Meinung, dass sie nicht zeichnen können und es auch nie brauchen werden. Gerade dann ist es wichtig, die jungen Leute zu motivieren und sie an die Kunst heranzuführen.

Was sind Ihre Tipps für Leute, die sich künstlerisch betätigen möchten?

Das Auge und allgemein die Wahrnehmung zu schulen. Man sollte sich darauf konzentrieren, wie man Dinge wahrnimmt. Es ist beispielsweise eine gute Übung, ein Bild umzudrehen und kopfüber zu betrachten und abzuzeichnen. So lernt man, Objekte in geometrischen Formen zu sehen. Das heisst, man teilt das Motiv in verschiedene Einzelteile auf und kann so auch komplexe Formen relativ rasch erfassen.

An der kommenden Ausstellung zeigen Sie nicht nur Ihre Werke, sondern gewähren an der Vernissage auch Einblick in Ihre Werkstatt. Was muss man sich darunter vorstellen?

Es geht darum, verschiedene Techniken vorzustellen und zu zeigen, welche Technik für was geeignet ist. Zu wissen, welche Technik man wann und für was einsetzen sollte, kann vieles erleichtern.

Wie ist es zu dieser Ausstellung gekommen?

Ich wurde vor zwei Jahren von Edith Schönbächler von der Berufsberatung des Kantons angefragt. Die Vorlaufzeit für derartige Ausstellungen im BIZ ist immer so lang. An der Ausstellung kann ich deshalb auch Werke zeigen, die ich für eben diese Räume in Pfäffikon geschaffen habe.

Sie sind von Beruf unter anderem Handarbeitslehrerin. Gibt es da einen Zusammenhang mit Ihrer Kunst?

Nein, gar nicht! Die Kunst habe ich erst nach dem Lehrerseminar entdeckt. Bei einem Fortbildungskurs für perspektivisches Zeichnen habe ich gemerkt, dass ich in diesem Bereich echte Defizite habe. Das war für mich der Anstoss für eine ernsthafte und intensive Auseinandersetzung mit Kunst. Meist habe ich mit dem Zeichenunterricht in meiner Schulzeit sowieso nichts anfangen können. Das ist auch nicht die Art, wie ich junge Leute an die Kunst heranführen möcht

Steckbrief


Vorname: Pia

Name: Steiner

Jahrgang: 1964

Wohnort: Trachslau

Beruf: Oberstufen- und
Handarbeitslehrerin

Hobby: Kunst

Einsiedler Anzeiger

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

10.05.2011

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