Fasziniert: Andrea Suter steht freudig auf dem Hausdach über der Atelierwohnung. (Bild Dominique Goggin)
Fasziniert: Andrea Suter steht freudig auf dem Hausdach über der Atelierwohnung. (Bild Dominique Goggin)

Kunst & Design

Keine Langeweile im New Yorker Atelier

Die Arther Künstlerin Andrea Suter ist begeistert von der New Yorker Insel Manhattan. Ihre Bewerbung hatte es unter vielen Mitkandidaturen geschafft. Seit Anfang Mai bis Ende August lebt sie im Studioatelier der Kantone Schwyz und Zug an der Upper West Side.

Englisch kann die in Arth aufgewachsene Andrea Suter perfekt.Nach ihrem eidgenössischen Diplomabschluss an der gestalterischen Berufsmittelschule Zürich hatte sie sechs Jahre in London gewohnt und studiert. New York ist für sie ein Novum, die Begeisterung ist riesig. Nach der Landung in JFK ging es zur Einstimmung mit dem Taxi durch den Central Park und dann zur nahegelegenen Amsterdam Avenue 502, wo eine langes, enges Treppengeschoss hinauf zur Atelierwohnung im fünften Stock führt. «In New York spüre ich einen südamerikanischen Touch. Im Vergleich ist es in London hektischer als in diesem Quartier, wo viele Familien wohnen. Ich geniesse auch das aus allen Kulturen stammende Essen sehr. Hier gibt es so viele Arten von Menschen – woher sie kommen, ist nicht wichtig.» Seltsam empfand sie in dem Haus mit den vielen Wohnungen das Fehlen einer allgemein zugänglichen Waschmaschine. «Hier bringt man die Kleider in eine Wäscherei – plaudert miteinander.» Hocherstaunt war sie auch über die vielen Hunde, die in Manhattan leben.

Werke von Weltberühmten
Zusammen mit ihrem auch angereisten Chef – einem Kunstsammler – besuchte sie in den ersten Tagen viele Galerien und Museen. Unweit liegt das Metropolitan Museum of Art, welches nach einer grosszügigen Renovation in neuem Glanz erstrahlt. Sehr gut gefiel ihr auch das auf die Minimalisten spezialisierte Dia Art Center in Beacon, welches in einer frühern Schachtelfabrik, wo dasTageslicht von oben einfällt, «einquartiert» ist. Dieses Museum wurde 2003 eröffnet, um der renommierten Sammlung mit Werken von weltberühmten Künstlern wie Joseph Beuys, Louise Bourgeois, Richard Serra, Donald Judd, Sol Lewitt oder Imi Knoebel und weiteren ein adäquates Zuhause zu geben.

Centralpark und Literatur
Die Schwyzerin hält sich extrem gerne im Freien auf. Der Central Park ist in wenigen Minuten erreichbar. Ausserdem liest sie gerne. Beim «Bote»-Besuch lag das Buch «New Smoke – An Anthology of Poetry Inspired By NeoRauch» da. Das Werk schlägt die Brücke von der visuellen Kunst zur Lyrik/Poesie. Es bezieht sich auf die Neo-Rauch-Ausstellung im Metropolitan Museum of Art 2007. Injiziert wurde das Buch von elf Poeten, z. B. John Yau, Poet, Künstler und Dozent am Maryland College of Art, sowie Ronna Lebo und Boni Joi, der Frau des Luzerner Musikers Tobi Kölliker.

New York als künstlerische Bereicherung
Ein Willkommenschreiben und gute Tipps erhielt sie vom Küssnachter Filmemacher Kollegen Stefan Kälin, der im Januar bis Ende April 2007 das Künstleratelier bewohnt hatte. Pech hatte sie mit ihrem in der Grossstadt erworbenen Velo. Es wurde, obwohl sie es mit einem Schloss abgesperrt hatte, am erstenTag geklaut. «Schon in London war ich sechs Jahre immer Velo gefahren.» Bereits hat Andrea Suter erste Skizzen und Entwürfe gefertigt. Spezialisiert ist sie auf Videoarbeiten und interaktive Objekte. Und sie freut sich die weiteren Monate: «New York ist eine grosse Bereicherung.»

Atelier in New York
Das gemeinsam mit dem Kanton Zug gemietete Studio-Atelier wird laut Regierungsrats-Beschluss bis 2012 weitergeführt.
Seit der Eröffnung im Herbst 1999 haben mehrere Schwyzer Künstler/innen diverser Sparten vom viermonatigen Förderangebot profitiert. Die Kulturkommission spricht das Appartement 18 an der Amsterdam Avenue 502 verbindlich in eigener Kompetenz zu. Das Erziehungs-Departement leistet einen Anteil am Hin- und Rückflug, den Nebenkosten und zahlt auch Sackgeld.

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Bote der Urschweiz (Dominique Goggin)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Kunst & Design

Publiziert am

18.06.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/sctUAF