Literatur

Ammann-Verlag gibt auf

Der renommierte Zürcher Ammann-Verlag, der auch Werke von Schwyzer Schriftstellern herausgegeben hat, gibt auf.

Der 1981 gegründete Kleinverlag präsentiert kommenden Frühling das letzte Programm und stellt am 30. Juni 2010 seine Verlagstätigkeit ein, wie die Verlagsgründer Egon Ammann und Marie-Luise Flammersfeld auf der Internetseite des Verlags bekannt gaben.



Schwieriger Markt

Die Gründe für diesen Entschluss lägen im fortgeschrittenen Alter der Verleger und «in einer Marktsituation, die für Literatur zunehmend schwierig wird», heisst es in der Mitteilung. Ein Verlag vom Profil desAmmann- Verlags sei eng an die verantwortlichen Personen gebunden und könne ohne sie nicht fortbestehen. «Marie-Luise Flammersfeld und ich haben gegeben, was wir zu geben hatten », schrieb Ammann.



Aufsehen dank Thomas Hürlimann

Der Ammann-Verlag hatte bereits mit seiner ersten Publikation für internationales Aufsehen gesorgt – mit dem Erzählband «Die Tessinerin» des Innerschweizers Thomas Hürlimann. Während seiner Tätigkeit entdeckte und förderte derVerlag gemäss Mitteilung zahlreiche zeitgenössische deutsch- und fremdsprachige Autoren aus allen fünf Erdteilen. Bedeutende Werke der Weltliteratur wurden zum Teil erstmals in die deutsche Sprache übersetzt und veröffentlicht, so Werke von Fernando Pessoa, Ossip Mandelstan, Antonio Machado. Die Neuübersetzungen der «Elephanten» von Fjodor Dostojewski durch Swetlana Geier hätten den Weg geebnet für eine neue Sichtweise und eine Renaissance diesesAutors. Zu denAmmann- Autoren gehörten neben Hürlimann auch Ulrich Peltzer, Erika Burkart, Hansjörg Schneider, Ruth Schweikert und weitere. Zudem verhalf der Verlag Autorinnen und Autoren wie Julia Franck und Thorsten Becker zu erfolgreichen Debüts.

Ammann veröffentlichte gegen 1000 Titel, von denen viele mit Auszeichnungen und Preisen bedacht wurden. Der Ammann-Verlag war auch Herausgeber des gesamten Werks von Meinrad Inglin.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

11.08.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/EPHHtp