Die Räuber vom Wassnerwald überfallen die Munggenstalder. Der Comic spielt im Jahr 1327. Bilder Orell Füssli Verlag AG
Die Räuber vom Wassnerwald überfallen die Munggenstalder. Der Comic spielt im Jahr 1327. Bilder Orell Füssli Verlag AG
Der Ort des Geschehens: Die Munggenstalder Köbi, Chrigi und Annekäthy bei der Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht
Der Ort des Geschehens: Die Munggenstalder Köbi, Chrigi und Annekäthy bei der Teufelsbrücke in der Schöllenenschlucht

Literatur

Die erste freie Alpenrepublik

Orell Füssli brachte den dritten Band der Munggenstalder heraus. Sie befreien die Schöllenenschlucht vom Teufel und treffen eine Königin.

Der Comic spielt im Jahr 1327 und erstmals präsentiert wurde das Buch am letzten Donnerstagabend in Altdorf. Auch in «Die Munggenstalder in der Teufelsschlucht » wird Schweizer Geschichte unterhaltsam, lehrreich und witzig erzählt.

Besuch in München

Alles beginnt sehr harmlos, «es ist Montag» und in Munggenstalden im Kanton Schwyz ist nichts los. Das kleine idyllische Dörflein liegt oberhalb von Einsiedeln, wo die beiden Mythen so prächtig und mächtig in den Himmel ragen, wir nennen es Alpthal. Plötzlich taucht Albin, der Chef der Urner Säumer, auf. Er fleht die Munggenstalder an: «Wir brauchen dringend eure Hilfe, in der Schöllenen treibt der Heerälimaa (Teufel) sein Unwesen!» Zudem muss Margarethe, Gemahlin von König Ludwig, schnellstens von München nach Mailand reisen, um bei seiner Krönung als König von Italien dabei zu sein. So reisen der Urner Albin, Hauderi, der Chef von Munggenstalden und der rothaarige Köbi nach München in die königliche Residenz. Mit einem grossen Bergkristall schlagen sie der Königin den Gotthard als Nord-Süd-Route vor. Doch der nächste Gast am Königshof ist Johannes Pfefferhard, Bischof von Chur. Er will der Königin den Septimer, «seinen Bündner Pass», schmackhaft machen.

Unterwegs zur Schöllenen

Zurück in Munggenstalden gibt es viel zu tun: Die Frauen brauen das «Teufelselixier», um den Gehörnten aus der Schöllenen zu vertreiben. Kuh Vroni trägt das Fass mit dem Elixier, Köbi, Annekäthy und Chrigi, der Innerschweizer Schwingerkönig, wagen sich todesmutig ins Abenteuer. Derweil im Kloster Einsiedeln: Spion Bruder Malefizius teilt dem Einsiedler Abt unter lateinischem Fluchen mit, dass die Hexen ein Elixier gebraut haben, um den Teufel zu vertreiben. Malefizius erhält den Auftrag, zu verhindern, dass das Gebräu die Schöllenen erreicht. Von diesem Plan wissen die Munggenstalder nichts, sie machen sich mit dem Nauen auf den Weg nach Flüelen. Unterwegs begegnen ihnen die Räuber vom Wassnerwald und das Urner Seemonster «Urnie». Die Munggenstalder können dem Unheil entrinnen und kommen wohlbehalten an. Da der Gotthard gesperrt ist, hat es in Flüelen viele gestrandete Reisende. Die mutigen Munggenstalder lassen sich nicht lange aufhalten, sondern gehen weiter nach Altdorf, wo es einen Ausflug in die Urner Geschichte gibt. Bei Erstfeld treffen sie den Zürcher Baumeister Alfred Escher der Vision des Gotthardtunnels.

Einladung zur Krönung

Bei der Sust in Silenen gibt es Spezialitäten aus der Urner Küche, «Beenälisuppe, Ryys und Boor, Schwynigs und Chestene» und so weiter. Auch die zweite Begegnung mit den Räubern vom Wassnerwald gestalten die Munggenstalder siegreich. Sie kämpfen sich den Berg hinauf und in der Schöllenen locken sie den Teufel mit ihrem Munggenstalder- Elixier an. «Er ist eine Schnapsnase », das wissen die Schwyzer genau. Der Plan funktioniert und siehe da, es ist nicht nur ein Teufel, sondern drei! Köbi, Annekäthy und Chrigi reisen weiter mit dem Urner Säumerchef Albin. Im Urserental treffen sie – wie in einer Fata Morgana – den Scheich Sawiribus, der ein «luxuriöses Hospiz» bauen will. Unterwegs erhalten sie die Nachricht, dass Margarethe zwar über den Septimer reist, sie lädt die mutigen Munggenstalder aber als Dank für ihre Heldentat in der Schöllenen an die Krönung ein. So führt die Reise weiter zum Gotthard und ins Tessin.

Am Ziel angekommen

Szenenwechsel zu einer der grössten Alpenquerungen aller Zeiten, Margarethe befindet sich mit ihrem Gefolge auf dem Weg über den Septimerpass. Die Munggenstalder Helden kämpfen sich durch Bellinzona und weiter mit dem Schiff nach Mailand, im Mittelalter war die norditalienische Stadt eine Wasserstadt, ähnlich wie heute Venedig. Einen Tag vor der Krönung trifft auch Margarethe am 30. Mai 1327 in Mailand ein. Am darauffolgenden Pfingstsonntag wird Ludwig zum König Italiens gekrönt. Margarethe dankt den Munggenstaldern, dass sie den Teufel am Gotthard vertrieben haben. «Dank euch kann nun ganz Europa über den Gotthard reisen.» Als Zeichen der

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

02.05.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/1fXZuU