Inglin als Briefschreiber - 1

Literatur

Inglin als Briefschreiber

Der Ammann Verlag gibt Meinrad Inglin's Briefe in Buchform heraus: »Alles in mir heisst: Du!« Meinrad und Bettina Inglin: Der Briefwechsel.

Da gibt es Einblick in ein Liebesleben, Einblick in die Schwyzer Dorfwelt, und obendrein erfährt man erst noch viel über Literatur, Musik und Politik. Ja: Meinrad Inglin und seine Braut Bettina haben in ihren Briefen Gedanken und Erlebnisse ausgetauscht, die an die Nieren gehen, auch uns Heutigen noch. Sehr begrüssenswert ist darum, dass der Ammann Verlag diese Briefe nun in Buchform herausgibt. Als Herausgeberin zeichnet die polnische Hochschulgermanistin Marzena Górecka, Direktorin des germanistischen Instituts der Universität Lublin. Sie hat die Briefe genau studiert und für den Briefband sehr sorgfältig und gekonnt mit erhellenden Kommentaren versehen.

Vernissage am 6. November

Etwas von der Stimmung, die diesen Briefwechsel und also auch das vorzustellende Buch durchwaltet, wird am 6. November um 20.00 Uhr eine Vernissage in der Kantonsbibliothek Schwyz vermitteln. Stimmung? Fürwahr: Egon Ammann wird persönlich da sein und von seiner Verlagsarbeit im Zusammenhang mit diesem Buch sprechen. Ebenso wird die Herausgeberin, die polnische Literaturprofessorin Marzena Górecka, zu uns reisen und zeigen, was ihre Prinzipien waren. Daniel Annen wird einige Hinweise zur Bedeutung des Briefwechsels für uns Schwyzer, aber auch für die Wissenschaft abgeben. – Doch wo soll da Stimmung sein? Sie wird unter anderem aus zitierten Briefen kommen.

Musik von Meinrad Inglin

Sie wird aber auch aus der Musik aufsteigen, die als Umrahmung geboten wird. Und das ist besondere Musik: Sie stammt nämlich von Meinrad Inglin höchstpersönlich. Sie zu hören, ist also eine einmalige Gelegenheit. Komponiert hat er sie, wen wunderts – für seine Bettina.

Über den Autor

Meinrad Inglin (1893 - 1971) wurde als Autor realistischer Romane über hintergründig porträtiertes Schweizer Alltagsleben bekannt. Bettina Inglin-Zweifel (1896 - 1969) machte 1919 das Violin-Diplom und arbeitete als Orchestermusikerin und Violinlehrerin. Marzena Gorecka habilitierte mit einer Schrift über Meinrad Inglin und Albin Zollinger. Sie ist Leiterin des Lehrstuhls für ältere deutsche Literatur an der Katholischen Universität Lublin und hat zahlreiche Publikationen zur Schweizer Literatur verfasst.




Kurzbeschreibung

Diese Briefe dokumentieren die Geschichte der ungewöhnlichen Partnerschaft zwischen dem Schweizer Schriftsteller Meinrad Inglin und seiner Lebenspartnerin Bettina Inglin-Zweifel. Zwanzig Jahre lang lebten die beiden getrennt, die Beziehung durchlief eine ernsthafte Krise. Die Schwierigkeiten führten jedoch nicht zur Trennung, im Gegenteil: Die Beziehung mündete in eine noch rund dreissig Jahre andauernde harmonische Ehe. Eine Neuentdeckung ist sicherlich die intensive und engagierte Sprache in den Briefen von Bettina Inglin-Zweifel. Ihre Phantasie und ihr Ideenreichtum bedeuteten ein Geschenk für den Schriftsteller. Die vorliegende erste Edition enthält eine Auswahl von 264 Briefen und ist mit zahlreichen Fotos und Faksimiles ausgestattet. Der Band spiegelt also nicht nur den schriftstellerischen Werdegang Inglins, er macht auch das literarisch-künstlerische Leben Zürichs und der Schweiz in den zwanziger bis vierziger Jahren sinnlich erfahrbar.



Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

24.10.2009

Webcode

schwyzkultur.ch/DnAXvr