Zwar ohne Zaubertrank, Römer und Gallier, aber mindestens genauso spannend, lustig und unterhaltsam wie Asterix und Obelix – die neue Comic-Serie zur Schweizer Geschichte. Bilder zvg
Zwar ohne Zaubertrank, Römer und Gallier, aber mindestens genauso spannend, lustig und unterhaltsam wie Asterix und Obelix – die neue Comic-Serie zur Schweizer Geschichte. Bilder zvg
In Band 2 kommt es 1315 zum Showdown zwischen den wehrhaften Eidgenossen und den Habsburgern. Mitten drin: Die Bewohnerinnen und Bewohner des Dörfchens Munggenstalden.
In Band 2 kommt es 1315 zum Showdown zwischen den wehrhaften Eidgenossen und den Habsburgern. Mitten drin: Die Bewohnerinnen und Bewohner des Dörfchens Munggenstalden.

Literatur

Neue Comicreihe «die Munggenstalder» porträtiert spezielles Völkchen aus dem «Alpeltal»

Vor Kurzem sind die ersten zwei Comicbände der Schweizer Geschichte erschienen. Die Munggenstalder veranstalten als erstes einen Klostersturm und sind auch am Morgarten dabei. Ein Blick in die unterhaltsamen Werke:

Die Bände von Orell Füssli haben beide je knapp 60 Seiten und sind voller Humor. Trotzdem ist ihre Geschichte angelehnt an die Schweizer Geschichte. Ausser einer ausführlichen Einleitung zur generellen geschichtlichen Situation und einer Vorstellung der Hauptpersonen folgen nach dem Comic jeweils einige Seiten «wie es wirklich war» zu den Gegebenheiten inklusive Zeittafel und Glossar.

Band 1

Wir schreiben das Jahr 1313: Hinter den beiden Mythen, da wo die Wälder noch Urwälder sind und sich die Bären und Bartgeier guten Morgen sagen, liegt das Dörfchen Munggenstalden an der Alpel. Hier hat sich eine Gruppe von Bauern angesiedelt, denen es auf der anderen Seite der Mythen zu eng wurde. Doch die Idylle der neuen Heimat täuscht. Genau genommen dürfen die Munggenstalder das Land dort gar nicht nutzen, es gehört nämlich dem Kloster Einsiedeln. Seit Jahrzehnten tobt zwischen den Mönchen und den Bauern deshalb ein heftiger Streit. Im Sommer 1313 kommt erneut ein Tross Bauern über die Holzegg ins Alpeltal, um sich in Munggenstalden niederzulassen. Wird das der Abt von Einsiedeln so hinnehmen? Wie reagieren die Habsburger, die für den Schutz des Klosters zuständig sind? Diese Fragen werden auf den folgenden Seiten beantwortet. Die Hauptfiguren besitzen urchige Namen wie Annekäthy, Chrigi und Köbi. Chrüütlistine, die Kräuterfrau und auch der Wetterfrosch im Dorf, kommt ursprünglich aus dem Muotathal. Weiter kommen ebenfalls geschichtlich verbürgte Personen aus Steinen, Rapperswil oder dem Kloster Einsiedeln vor. Die Zeichnungen erinnern mit ihrem Stil an Asterix und Obelix, nicht zuletzt der Mönch Malefizius Bombasticus, der bevorzugt auf Latein flucht.

Der Klostersturm

Die Geschichte beginnt harmlos: ein Tross Schwyzer kommt über die Holzegg, sie wollen nach Munggenstalden ziehen. Als Begrüssung wird geschwungen, Chrigi Munggenstalder besiegt den Steiner Sepp locker. Es gibt ein Festessen und alle feiern bis zum Umfallen  ausser der mönchische Spion Malefizius. Er macht sich unter lateinischen Flüchen auf zurück ins Kloster. Der Abt sendet einen Klagerodel nach Konstanz, wo all die früheren Schandtaten der Schwyzer aufgelistet sind: Viehraub, Brandschatzungen und so weiter. Der Bischof belegt die Munggenstalder darauf mit dem Kirchenbann. Diese begeben sich nach Rapperswil zu Werner von Homberg, der einen Klostersturm vorschlägt, der in der Dreikönigsnacht 1314 ausgeführt wird: Sie plündern und nehmen die Patres mit ... Die Munggenstalder sind ein lustiges Volk voller Ideen und einem aufmüpfigen «Munggen», der jeweils an den Seitenrändern seine Meinung dazu abgibt.

Band 2

Auch am Morgarten waren die glei chen Munggenstalder als Protagonisten dabei, wie beim ersten Band. Wir schreiben das Jahr 1315: Ein Jahr ist vergangen, seit die Schwyzer das Kloster Einsiedeln gestürmt haben. Nicht allen im Volk war dieser Saubannerzug genehm, vor allem die Frauen reagierten aufgebracht und hatten Erfolg: Ende März 1314 wurden die Mönche nach dreimonatiger Gefangenschaft wieder freigelassen. Doch der Konflikt war damit keineswegs zu Ende, der vom Bischof von Konstanz verhängte Kirchenbann blieb bestehen, mehr noch, er wurde auch über die Urner und Unterwaldner verhängt, obwohl die gar nicht am Kloster sturm beteiligt gewesen waren. Alle befürchteten nun, direkt in die Hölle zu kommen. Auch die von den Habsburgern verhängten Wirtschaftssanktionen machten den Leuten zu schaffen. Nun konnten sie ihre Erzeugnisse auf den Märkten in Luzern und Zürich nicht mehr verkaufen. Es war klar, «irgendwänn chlöpfts», man wusste einfach nicht wann. Der Leser steigt im April wieder in den Comic ein. Es ist eine «Schisschälti», sagt der Mungg. Köbi stört dies jedoch nicht, er fährt Ski und erfindet damit die Sportart sogleich. Im Sommer 1315 herrscht sehr schlechtes Wetter und die Alpel ist über die Ufer getreten. Es ist ein Jahr des Hungers. Pater Malefizius beobachtet die Munggenstalder immer noch und beklagt sich auf Latein. Plötzlich hören die Innerschwyzer,

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Literatur

Publiziert am

17.11.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/KPub4K