Die Spitzberg-Spatzen sind seit 20 Jahren in der gleichen Besetzung unterwegs: (v. l.) Pius Büeler, Albin Schnyder und Sepp Mächler. Bilder Bianca Anderegg / zvg
Die Spitzberg-Spatzen sind seit 20 Jahren in der gleichen Besetzung unterwegs: (v. l.) Pius Büeler, Albin Schnyder und Sepp Mächler. Bilder Bianca Anderegg / zvg
In den Anfangszeiten fehlte der dressierte weisse Hahn an keinem Auftritt.
In den Anfangszeiten fehlte der dressierte weisse Hahn an keinem Auftritt.

Musik

40 Jahre Musik, viel Klamauk und ein dressierter Güggel

Die Zahl 40 war bei der Schübelbachner Ländlerformation Spitzberg-Spatzen dieses Jahr allgegenwärtig. Pius Büeler und Sepp Mächler stehen seit 40 Jahren auf der Bühne, und Albin Schnyder feierte seinen 40. Geburtstag.

Sie sind weit über die March hinaus bekannt, gelten in ihrer Heimat Schübelbach schon fast als legendär: Seit 20 Jahren füllen die Spitzberg- Spatzen jedes Restaurant und jedes Zelt,in dem sie spielen. Treibende Kraft hinter der Ländlerformation ist Pius Büeler. Er fällt nicht nur durch seinen selbst gebauten Fass-Bass auf, sondern auch durch die Witze und Sprüche, mit denen er die Auftritte jeweils auflockert. Diese humoristischen Einlagen waren denn auch die Grundlage seiner Musikerkarriere.

Anfangs Show-Truppe

Denn zu Beginn zogen Pius Büeler und seine Kollegen Geri Knobel und Benno Kessler noch als reine Show-Truppe um die Häuser. «Wir hatten Aufträge bis nach Basel», erinnert sich der Schübelbachner. Auch wenn er bereits damals ausgefallene Instrumente baute – etwa ein Alphorn,das von zwei Personen gleichzeitig geblasen werden konnte – war es nie der Plan des Trios, Musik zu machen. «Doch plötzlich kamen die Aufträge», sagt Büeler. So bildeten sich vor 40 Jahren die Waldruhspatzen Siebnen, denen zu Beginn neben Pius Büeler und Geri Knobel auch Frowin Marty angehörte. Von einem Auftritt zum nächsten Die Waldruhspatzen – deren Name übrigens von Pius Büelers Geburtsort, der Waldruh in Siebnen, herrührt – tourten schon bald durch die ganze Schweiz. «Wir spielten fast jedes Wochenende an einer Hochzeit», so Büeler, der neben den Auftritten zehn Kühe auf dem eigenen Hof zu versorgen hatte und auf dem Bau arbeitete. «Geschlafen habe ich praktisch nie», erklärt er. Das Melken habe er dennoch nie verpasst. «Ein normaler Mensch würde das gar nicht aushalten», meint er schmunzelnd.

Anekdoten

Dass es während dieser turbulenten Zeit, in der auch ab und an drei Auftritte an einem Wochenende anstanden, zu einigen Zwischenfällen kam, überrascht nicht. Pius Büeler erinnert sich etwa an eine 1.-August-Nacht, als die Gruppe den Abstieg vom Atzmännig zu Fuss antreten musste, bepackt mit dem gesamten Equipment. «Plötzlich rollte uns die Trommel davon. Wir hörten sie eine ganze Weile den Hang hinunterbrettern. Als sie endlich stillstand, blieb uns nichts anderes übrig, als unsere Feuerzeuge zu nehmen und nach ihr zu suchen.» Mit dabei war stets ein dressierter Hahn. «Wenn wir falsch spielten, schüttelte er den Kopf», sagt Pius Büeler lachend. Eines Tages sei ihm dann aber ein Brief vom Tierschutz ins Haus geflattert, der das Ganze weniger lustig fand.«Dabei kam der Güggel immer gerne mit»,schmunzelt der Schübelbachner. Heute erinnert ein Plastikhahn auf dem Mikrofonständer an diese Zeit.

Gemütlichkeit, aber kein Stillstand

Nach 20 Jahren bei den Waldruhspatzen wollte es Pius Büeler gemächlicher angehen. Er und Sepp Mächler, der mittlerweile Frowin Marty abgelöst hatte und bereits davor mit verschiedenen Formationen unterwegs gewesen war,entschieden,eine neue Gruppe zu gründen. Den Namen Waldruhspatzen überliessen sie Geri Knobel, der noch heute erfolgreich Musik macht. Komplettiert wurde das neue Trio mit Albin Schnyder. «Nun brauchten wir nur noch einen neuen Namen», erinnert sich Büeler. Da Sepp Mächler aus dem Gebiet Spitzberg in Vorderthal kommt, einigte man sich schnell auf Spitzberg-Spatzen. Heute – 20 Jahre später – tritt die Formation vor allem an Fasnachtsanlässen auf.Auch am Siebner Märt ist sie jedes Jahr zu hören. Mit 74 Jahren denkt Pius Büeler noch lange nicht ans Aufhören. «Immer auf Trab zu sein, hält jung», lautet sein Motto. «Wenn man nur in der Ecke sitzt, wird man unzufrieden.» Dennoch: 40 Jahre unterwegs zu sein, verlangte auch ihm und seinen Musikerkollegen einiges ab. «Ohne die Unterstützung unserer Frauen und die wunderbare Kollegschaft untereinander wäre das kaum möglich gewesen.»

Höfner Volksblatt und March-Anzeiger (Bianca Anderegg)

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

30.12.2015

Webcode

schwyzkultur.ch/T5VV5L