Von links: Fredy Heinzer (in der Rolle seines Grossvaters Melktoni), dessen Frau Marlene und Fredy Heinzer (Sohn von Melktoni). Bilder: Guido Bürgler
Von links: Fredy Heinzer (in der Rolle seines Grossvaters Melktoni), dessen Frau Marlene und Fredy Heinzer (Sohn von Melktoni). Bilder: Guido Bürgler
Die Jodlerfamilie Betschart – hier mit «Anhang»–begeisterte mit Liedern von Melktoni Heinzer sowie mit Eigenkompositionen der zweiten und dritten Generation
Die Jodlerfamilie Betschart – hier mit «Anhang»–begeisterte mit Liedern von Melktoni Heinzer sowie mit Eigenkompositionen der zweiten und dritten Generation

Musik

450 Personen lauschten denHeinzer-Kompositionen

Der Verein Giigäbank lud zum Gedenkkonzert «100 Jahre Melktoni Heinzer» ein. Die Jodlerfamilie Betschart und die
Familienkapelle Heinzer liessen die 19 Kompositionen des Illgauer Komponisten neu aufleben.

Wer war Melktoni Heinzer? Er wuchs in bescheidenen Verhältnissen in einer grossen Bauernfamilie im Tauisberg auf. Dort – hoch über Illgau – wurde viel gesungen und musiziert. Melktoni (1916– 1987) spielte mit Leidenschaft Schwyzerörgeli. Er komponierte zwölf Jodellieder und sieben Tänzli. Sein bekanntestes Lied – «Dr Älpler» – ist oft am Radio zu hören und trifft das Wesen des Berglers im Kern: die Liebe zum Bauernstand, zur Bergwelt und zur Heimat. Beruflich wirkte Melktoni als selbstständiger Schreiner und Zimmermann. Deshalb nannte man ihn «dr Schriinerii Melktoni ». Der Ehe mit Agatha Betschart entsprossen sieben Kinder. Alle sind sehr musikalisch. So zum Beispiel die Söhne Sebi Heinzer (Kapellmeister Illgauergruess), Fredy Heinzer und Tochter Maria Betschart-Heinzer. Letztere heiratete Kaspar Betschart vom Zingelberg. Während vieler Jahre trat das Bergbauernpaar mit seinen Kindern Lydia, German, Stefan, Patrick, Armin und Andreas weitherum auf. Bei ihren Auftritten liess die Jodlerfamilie Betschart immer wieder Lied-Kompositionen von Melktoni Heinzer erklingen und nahm praktische alle auf Tonträger auf. Als die Kinder erwachsen waren, gingen sie ihre eigenen Wege. Auf Wunsch des Vereins Giigäbank trat die Jodlerfamilie am letzten Samstag wieder einmal auf. Mit grossem Erfolg, wie sich zeigte.

Vom Solisten bis zum Familien-Chörli

OK-Mitglied Rainer Betschart zeigtesich überrascht und erfreut, dass 450 Personen ans «Gedenkkonzert 100 Jahre Melktoni Heinzer» nach Illgau gekommen waren. Im rund dreistündigen Programm sang und juuzte die Jodlerfamilie Betschart wie eh und jemit grosser Natürlichkeit. Sie ist inzwischen – dank Schwiegersohn und drei Schwiegertöchtern – noch grösser geworden. Für die instrumentale Begleitung sorgten Paul Bürgler (Handorgel) und Sebi Heinzer (Bass). Zwischen den Liedern und Jüüzli liess die Familienkapelle Heinzer (zweimal Fredy undMarlene) alle sieben Melktoni-Tänze und weitere Stücke erklingen. Auch dies war ein Hörgenuss. Hans Arnold aus Kappel am Albis, Kenner der Volksmusikszene und Freund der Familie Heinzer, führte sehr informativ und mit Humor durchs Konzert. Gesungen und gejuuzt wurde in ganz unterschiedlichen Besetzungen: vom Solisten über ein Jodeltrio bis zum dreizehnköpfigen Jodlerfamilien-Chörli. Auch einige Kompositionen der zweiten und dritten Generation wurden vorgetragen. Das Publikum war sehr aufmerksam und dankbar. Auf Zugaben war jedoch aus zeitlichen Gründen verzichtet worden. Doch beim Lied«Dr Älpler» –und am Schluss – forderte das Publikum mit Nachdruck eine Zugabe.

Notenheft erschienen mit Heinzer-Kompositionen

Nach dem Konzert in der Halle Ilge kehrte ein Teil der Besucher noch im Restaurant Sigristenhaus ein, wo die Familienkapelle Heinzer lüpfig aufspielte. Pünktlich zum Gedenkkonzert konnte am Samstag das sechste und neuste Notenheft vorgestellt werden, das der Verein Giigäbank (Muotathal/Illgau) bisher herausgegeben hat. Es enthält alle 19 Kompositionen von Melktoni Heinzer, eine Kurzbiografie sowie einige Fotos. Da schon alle Hefte weg sind, wird der Verein Giigäbank weitere drucken lassen.

Bote der Urschweiz (Guido Bürgler)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

24.10.2016

Webcode

schwyzkultur.ch/ZEkVLp