Talentierte Violinistin: Sunita Abplanalp (Jahrgang 1995) vor einem Bild ihrer Grossmutter, der Merlischacher Künstlerin Magda Blau. Bild Silvia Camenzind
Talentierte Violinistin: Sunita Abplanalp (Jahrgang 1995) vor einem Bild ihrer Grossmutter, der Merlischacher Künstlerin Magda Blau. Bild Silvia Camenzind

Musik

Abplanalp: «Mein Ziel ist es, Solistin zu werden»

Sunita Abplanalps Tage sind ausgefüllt. Seit sie fünf Jahre alt ist, spielt sie Violine. Am Montag gibt das Immenseer Talent ein Konzert in Küssnacht. Kurz vor einer Matheprüfung nimmt sich Sunita Abplanalp Zeit für ein «Bote»-Interview.

Mit Sunita Abplanalp sprach Silvia Camenzind

Du besuchst das Sport- und Musikgymnasium in Luzern. Was ist der Unterschied zu einem gewöhnlichen Gymnasium?

Wir haben einen gelockerten Stundenplan. So haben wir mehr Zeit für jene Beschäftigung, die wir intensiver betreiben. Dafür dauert das Gymnasium ein Jahr länger.

Gibts dort noch weitere Violintalente?

Nein, aber sechs andere, die Instrumente spielen, also intensiv Musik machen.

Zuvor besuchtest du zwei Jahre die Talentklasse in Schwyz. Deine Erinnerungen daran?

Diese Schule hatte denselben Sinn wie meine jetzige. Ich war aber die Einzige mit Schwerpunkt Musik, alle anderen machten Sport. Doch auch das ist mir nicht fremd. Ich bin in Arosa aufgewachsen.

Seit wann lebst du in Immensee?

Unsere Familie ist 2007 hierher gezügelt.

Du hast Jahrgang 1995. Sieht man dich auf früheren Bildern, zum Beispiel im Jahre 2005, bei einer Preisverleihung auf der Bühne stehen, dann war das ein kleines Mädchen. Inzwischen bist du eine junge Frau. Wie hast du dich musikalisch entwickelt?

Natürlich wird man reifer und wächst hinein. Erst mit einem gewissen Alter kann man die Musik verstehen. Heute habe ich meine eigenen Vorstellungen, wie ich etwas gestalten will. Auch als ich klein war, spürte ich die Musik, aber es war damals mehr ein Gefühl. Heute verstehe ich viel mehr und mache mir meine Gedanken dazu.

In deinem Lebenslauf steht, dass du im Sommer 2004 mit dem Violinunterricht bei Vedran Brkanovic begonnen hast. Er habe dir den Zugang zur Welt der Musik eröffnet. Was ist damals passiert?

Mit ihm ging ich an die ersten Wettbewerbe, gab meine ersten Konzerte. Zuvor hatte ich keine Ambitionen, mich an Wettbewerben zu beteiligen. Inzwischen habe ich einen Einblick in den Markt erhalten und gesehen, wie wichtig Networking ist.

Wie kommt es, dass du bereits in Florida aufgetreten bist?

Meine Grosseltern haben dort seit 30 Jahren ein Ferienhäuschen. So kam es, dass Freunde, die wir dort kannten, jemanden kannten … Kurz: Ich konnte ein Konzert geben. Das ist immer gut, denn so lernt man neue Leute kennen.

Am Montag hast du in Küssnacht ein Heimspiel. Bist du deswegen besonders nervös?

Nein. Es kommt nicht darauf an, ob man für Leute spielt, die man kennt oder nicht. Ich will dem Publikum Freude bereiten. Kennt man sein Publikum, dann geht es danach beim Apéro familiärer zu und her.

Bist du überhaupt nie nervös?

Ein bisschen Nervosität braucht es immer, sonst ist etwas nicht gut, und es fehlt die richtige Konzentration.

Wer ist dein Vorbild?

Hilary Hahn. Es gefällt mir nicht nur, wie sie spielt, sie gefällt mir in allen Aspekten. Sie ist wirklich ein Vorbild.

Ordnest du dein Leben der Musik unter?

Unterordnen ist der falscheAusdruck. Musik ist Teil meines Lebens. Das Leben wäre nicht normal ohne Musik. Mit drei Jahren begann ich Klavier zu spielen, mit fünf Jahren Geige.

Wo willst du hin? Was sind deine Ziele und Träume?

Ich mache zuerst einmal den Bachelor an der Musikhochschule in Luzern. Klar ist es mein Ziel, Solistin zu werden. Die Ambitionen sind da, doch immer mit einem realistischen Hintergedanken. Darum mache ich die Matura, denn ich will eine gute Allgemeinbildung und ein fundiertes Wissen haben. Man darf nicht vergessen: Geige im klassischen Bereich hat sehr viel Konkurrenz, Klavier auch.

Spielst du bereits auf einer Stradivari?

(lacht) Nein, nein. Es ist eine Sacquoi aus dem Jahre 1840. Es ist ein adäquates Instrument für meine jetzige Situation, denn die Violine pendelt im Rucksack täglich mit mir von Immensee nach Luzern und zurück.

Der Verein Beflügelt präsentiert Sunita Abplanalp (Violine) und JeanSpanoghe (Klavier) am Montag, 21. November, um 19.30 Uhr in der reformierten Kirche, Hofstrasse Küssnacht.

Der Eintritt ist frei, Kollekte.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

18.11.2011

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schwyzkultur.ch/TN7Sbx