Yolanda Schibli Zimmermann aus Schönenberg sorgte mit dem Akkordeon in zwei Stücken für eine nicht alltägliche Besetzung und erhielt vor allem als Solistin grossen Applaus. Bild Konrad Schuler
Yolanda Schibli Zimmermann aus Schönenberg sorgte mit dem Akkordeon in zwei Stücken für eine nicht alltägliche Besetzung und erhielt vor allem als Solistin grossen Applaus. Bild Konrad Schuler

Musik

Akkordeon und Orchester im Einklang

Einen besonderen Leckerbissen bekamen die rund 100 Zuhörer des Sommerkonzerts des Orchestervereins Einsiedeln am Sonntagabend im Grossen Saal des Klosters Einsiedeln zu
hören. Die nicht alltägliche Besetzung mit Akkordeon erhielt grossen Beifall.

Das Geschehen lag schwergewichtig in Frauenhand. Präsidentin Ruth Thalmann hiess die Gäste mit sympathischen Worten willkommen und gab wertvolle Informationen über die zu hörenden Stücke preis. Ebenso stellte sie verschiedene neue Gesichter namentlich vor. Lucia Canonica führte mit sicherer Hand als Dirigentin durch die präsentierten Stücke. Yolanda Schibli Zimmermann aus Schönenberg drückte als Akkordeonistin zumindest zwei Darbietungen den Stempel auf.

Zeitreise durch Musikepochen

Es gebe wohl keinen Unterschied zwischen Stan Wawrinka und dem Orchesterverein Einsiedeln, führte Ruth Thalmann aus, um dann doch einen zu nennen. «Beide spielen, aber wir spielen nicht gegen einen Gegner», sagte sie. «Wir führen sie auf einer Zeitreise durch verschiedene Musikepochen, nämlich durch Barock, Klassik, Romantik und neue Musik », verriet sie. In Anspielung auf den Akkordeon-Auftritt von Yolanda Schibli Zimmermann erzählte sie: «Früher kannte ich das Akkordeon auch nur von der Volksmusik her, in letzter Zeit wurde das Akkordeon aber immer beliebter.» Zum Stück «Intarzia» für Akkordeon und Streichorchester spannte sie den Bogen von den Intarsien auf den Akkordeons bis zu den wunderbaren Intarsien an der Decke und den Wänden im Grossen Saal.

Vielfalt im Repertoire

Als erstes Stück präsentierte der Orchesterverein die Sinfonie D-Dur op. 18 Nr. 4 von Johann Christian Bach. Ausdrucksstark und gefällig wurde insbesondere der Schluss vorgetragen. Nun stand mit «Intarzia» von Torbjörn Lundquist das erste Stück mit Akkordeon an. «Der Zugang zu diesem modernen Musikstück dürfte vielleicht nicht allen auf Anhieb gelingen, die Komposition verspricht aber einiges an Überraschungen », war in der Vorschau zu lesen. Tatsächlich war die Akkordeonmitwirkung vorerst gewöhnungsbedürftig, nach und nach gewöhnte man sich daran. Dem Publikum hats gefallen, sollte denn der Applaus zum Anhaltspunkt genommen werden. Eine beruhigende und sanfte Wirkung erzeugte das «Pater noster» des zeitgenössischen lettischen Komponisten Peteris Vasks. Nun folgte so etwas wie der Höhepunkt des Konzerts. Gespielt wurde das Orgelkonzert Nr. 2 für Akkordeon von Georg Friedrich Händel. Jetzt war das Mitwirken und insbesondere der Solovortrag von Yolanda Schibli Zimmermann überhaupt nicht mehr gewöhnungsbedürftig, im Gegenteil, das äusserst hörfällige und geschmeidige Zusammenwirken von Akkordeon und Orchester überzeugte und passte wunderbar. Teilweise nahm der Vortrag gar tänzerische Züge an. Die Umarmung von Lucia Canonica und Yolanda Schibli Zimmermann sagte alles aus. Gegenseitige Wertschätzung und Dankbarkeit kamen so überzeugend zum Ausdruck. Mit der «Heimkehr aus der Fremde op. 89» von Felix Mendelssohn Bartholdy legte das Orchester einen gelungenen Schlussakt hin. Blumen für Lucia Canonica und Yolanda Schibli Zimmermann waren mehr als verdient, der starke Wunsch für eine Zugabe und grosser Beifall am Schluss eines gelungenen, vielfältigen und mit einigen Überraschungen gespickten Konzerts ebenso.

Einsiedler Anzeiger (K.S.)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

13.06.2017

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