Will seine Fans überraschen: Der Brunner Musiker Nori Rickenbacher. Bild Nicole Auf der Maur
Will seine Fans überraschen: Der Brunner Musiker Nori Rickenbacher. Bild Nicole Auf der Maur

Musik

«Das Drumherum im Musikbusiness kann nervig sein»

Der Brunner Musiker Nori Rickenbacher konnte Schlagzeug spielen, bevor er reden konnte. Seit Jahren ist er mit verschiedenen Bands unterwegs. Ob es wieder mal ein Solo-Album gibt, erzählt er im heutigen «Samstagsgespräch».

Mit Nori Rickenbacher sprach Nicole Auf der Maur

Ihr letztes Album haben Sie vor viereinhalb Jahren veröffentlicht, anschliessend folgten eine Albumveröffentlichung und ein kurzzeitiger Auftritt mit der Band «CH» (mit Kisha und Reto Burrell). Es ist still um Sie geworden. Was macht Nori Rickenbacher zurzeit?

Den Sommer geniessen (lacht). Nein, ich spiele immer noch als Schlagzeuger in diversen Bands. Hauptsächlich bei Caroline Chevin, was sehr zeitintensiv ist mit allen Proben und Auftritten. Ausserdem habe ich immer noch meine Coverbands, «Freexone» und vor allem die Duo-Coverband «The Murphys». So halte ich mich auf Trab.

Nori Rickenbacher solo war in letzter Zeit nie ein Thema?

Doch, das ist eigentlich immer ein Thema, aber ich habe lange nicht gewusst, was ich zukünftig machen möchte.

Musikalisch?

Ich habe in den letzten Jahren intensiv in die Schweizer Musikwelt blicken können. Einerseits mit meinem eigenen Solo-Projekt, andererseits mit Caroline Chevin und vor allem mit «CH». Ich hatte viel mit Medien und Plattenfirmen zu tun und habe hinter die Kulissen gesehen. Mit der Zeit merkst du, wie dieses Business läuft ...

Also hat Ihnen das Business den Spass an der Sache genommen?

Nicht gerade den Spass genommen, aber das ganze Drumherum im Musikbusiness ist manchmal schon nervig. Eigentlich möchte man ja nur Musik machen ... Ich habe aber auch persönlich nicht gewusst,wie es für mich musikalisch weitergehen soll. Wenn man jung ist, macht man einfach mal drauflos, komponiert, geht raus auf die Bühne und spielt. Daran gibts ja eigentlich nichtsauszusetzen.Jedoch ist der Aufwand für ein Solo-Album enorm, und ich überlege mir heute sehr genau, was ich mache, damit ich nach zwei Jahren nicht wieder zurück auf Feld eins stehe.

Ist der Markt so hart?

Das Musikbusiness ist krank, hat Fieber. Es heisst immer, dass dies auf illegale Downloads zurückzuführen ist. Ich denke jedoch, dass es auch viel mit Streaming, Youtube etc. zu tun hat. Mittlerweile ist jeder Musikkonsument online, überall kann auf Youtube zugegriffen werden. Wieso sollte man noch etwas kaufen? Nur noch wenige kaufen CDs. Dies wiederum hat zur Folge, dass die Plattenfirmen weniger Geld zur Verfügung haben, logischerweise auch für die kleinen Bands. Die Veranstalter hingegen können sich mittlerweile auch bekannte, internationale Bands leisten, weil auch diese nicht mehr auf Rosen gebettet sind.Das macht es für uns Schweizer Musiker nicht einfacher.

Ein Teufelskreis.

Ja, als Bandleader muss ich mir heute schon Gedanken machen, wie ich meinen Musikern den Lohn bezahlen will. Zudem kosten die Produktionen viel Geld, und es sollte für mich persönlich ja auch keine Nullnummer werden.

Mit Nullrunden lebt es sich nicht gut ...

Finanziell gesehen wäre eine Nullrundejaschon okay,wenn man seine Musik aus reinem Herzblut macht. Aber wenn man heute schwarze Zahlen schreiben will, muss man sich vorher einfach ein paar Gedanken machen. Ansonsten wird gig-, erfolgs- und geldmässig kaum etwas passieren.

Laden Sie selber auch Musik herunter?

Wenn sich zum Beispiel ein Brautpaar wünscht, dass wir mit «The Murphys» einen bestimmten Song an seiner Hochzeit spielen, übe ich den Song mithilfe von Youtube. Wenn mir ein einzelner Song sehr gut gefällt, dann lade ich ihn über iTunes herunter. Ein ganzes Album würde ich jedoch nie downloaden. Ich kaufe ganze Alben nach wie vor im CD-Format.

Können wir auch bald wieder ein Album von Ihnen kaufen?

Ich weiss nun ungefähr, was ich in Zukunft machen möchte, und werde damit beginnen, im Studio rumzupröbeln. Konkret ist aber noch nichts.

Keine Angaben? Rock? Pop? Hip-Hop?

Nein. In welche Richtung es gehen wird, kann ich noch nicht konkret sagen. Ich setze mir hohe Massstäbe. Mir wird immer mehr bewusst, dass eine Band überraschen muss. Wenn ich selber an ein Konzert gehe, sind meine Ansprüche sehr hoch. Ich will auf hohem Niveau unterhalten werden. Es muss etwas passieren auf der Bühne. Wenn ich nach zwei Minuten weiss, wie es nun

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

31.08.2013

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schwyzkultur.ch/kKcDXf