Padi Bernhard und Mash feierten mit dem Album «Nid vo Bärn» und dem Hit «Ewigi Liäbi» Erfolge: 2002 gabs eine «Goldene», später noch Platin. Bild Roger Bürgler
Padi Bernhard und Mash feierten mit dem Album «Nid vo Bärn» und dem Hit «Ewigi Liäbi» Erfolge: 2002 gabs eine «Goldene», später noch Platin. Bild Roger Bürgler

Musik

Der Hit «Ewigi Liäbi» war einfach da

Mundartpop ist gefragt: Bligg ist der zurzeit erfolgreichste Mundartmusiker, Plüsch sind mit «Eile mit Weile» auf Platz 8 in den Album-Charts, am Freitag erscheint Züri Wests neues Album, im Juni jenes von Patent Ochsner.

Wer hätte 1975, als Rumpelstilz «Vogelfuetter» herausgaben, gedacht, dass Mundartsongs einmal boomen würden? Doch schon 1976 gelingt Polo Hofer mit «Teddybär» der Durchbruch, danach folgt der Hit «Kiosk». Hofer und seine Bands, Span, dann Züri West und Patent Ochsner zeigten, gute Mundartmusik kommt aus Bern, was die Schwyzer Band Mash mit «Nid vo Bärn» ironisch und erfolgreich parierte.

Unerreichter Schwyzer Hit

Doch der grösste Schwyzer Hit mit unerreichter Ausstrahlung bleibt Mashs «Ewigi Liäbi», obwohl Padi Bernhard heute andere Wege geht, wie sein berührender Videoclip «Ha gmeint» zeigt. «Er war einfach da», sagt Bernhard rückblickend auf die Entstehung des Hits. Ein Glücksfall für den Musiker und fürs breite Publikum, das sich wiedererkennt im Text und die Melodie nicht mehr aus dem Ohr bringt.

Kuno und Padi beim Schreiben

Kuno Lauener, Sänger von Züri West, erzählt im Hinblick auf den Release der bereits 17. Züri-West-Scheibe der Sonntagspresse von den Mühen des Songschreibens. Manchmal sei es sehr unbefriedigend. Stundenlang sitze er am Tisch, und nichts falle ihm ein. Dasselbe erlebt Padi Bernhard, der auch gerade in einer Phase des Songschreibens steckt: «Man taucht ein, sucht einen Refrain, und vier Stunden sind vorbei.»

Mundart geht ans Herz

Warum lieben Schweizer Mundartsongs? Padi Bernhards Antwort darauf: «Weil es Lieder in unserer Sprache sind. So banal dies klingt, so eindeutig ist es.» Für ihn kommt nur die Muttersprache infrage: «Der Zuhörer wird direkt berührt, beim Englischen braucht man zwei, drei Abspielmomente. Bei Mundartliedern wird jeder Satz, der gesagt wird, sofort verstanden. » Darin sieht Padi Bernhard auch eine Schwierigkeit. Um sich nicht zu wiederholen, muss, wer Lieder schreibt, neue Themen finden, sich raffiniert ausdrücken, nicht einfach Floskeln wiedergeben. Bernhard verweist auf Bliggs Ohrwurm «Rosalie», in dem die Geschichte eine Wendung nimmt: «Schon beim ersten Zuhören versteht man den ganzen Witz, die Melancholie.»

Mani Matter im Museum

Das Einfache ist das Schwierigste, das trifft also auch aufs Songschreiben in Mundart zu. Altrocker Polo Hofer scheint dies bei der Fülle seiner Hits am leichtesten zu fallen. Aber auch seine Nachfolger sind auf der Suche nach dem perfekten Mundartlied. Einer, auf den sie – von Stefan Eicher bis Kuno Lauener – immer wieder zurückgreifen und den sie im höchsten Masse verehren, covern und gerne zitieren, ist der Berner Liedermacher Mani Matter (1936–1972). Das Forum der Schweizer Geschichte in Schwyz zeigt vom 31. März bis 16. September eine Wechselausstellung über den bekannten Berner Troubadour.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

21.03.2012

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