Musikalisch selbstständiger geworden: Baschi bezeichnet seine aktuelle CD «Neui Wält» als sein bisher persönlichstes Album. Bild Nadja Simmen
Musikalisch selbstständiger geworden: Baschi bezeichnet seine aktuelle CD «Neui Wält» als sein bisher persönlichstes Album. Bild Nadja Simmen

Musik

«Die Auftritte an kleinen Orten sind es, die mir besonders gefallen»

Gerade eben hat sein aktuelles Album «Neui Wält» Platz 1 der Schweizer Charts erklommen. Ein weiteres Erfolgskapitel in der Karriere von Baschi und ein gutes Omen für die Tournee zum Album, die den Basler Musiker im März auch nach Einsiedeln führt.

Mit Sebastian Bürgin alias Baschi sprach Franco Brunner

Baschi, wie schadenfroh sind Sie?

(Überlegt). Ich glaube jeder Mensch hat, wenn er ehrlich ist, irgend wo ein bisschen Schadenfreude in sich. Insofern also wohl auch ich – in einem gesunden Mass versteht sich. Aber weshalb fragen Sie überhaupt?

Nun, Sie sind der Einzige, der in der TV-Castingshow «Music Star» mitgewirkt hat und heute auch tatsächlich noch Erfolg hat. Und dies, obwohl oder vielleicht gerade weil Sie die Show gar nicht gewonnen haben.

Ach nein, deshalb lache ich mir überhaupt nicht ins Fäustchen. Denn ganz ehrlich, ich ging damals ohne irgendwelche Aussichten an dieses Casting, mehr aus Jux und Tollerei und jugendlichem Leichtsinn. Deshalb machte und mache ich mir auch nicht gross Gedanken über die anderen, sondern ziehe einfach mein Ding durch.

Ein Ding, das Sie äusserst erfolgreich betreiben. Weshalb eigentlich? Oder anders gefragt, wieso haben es ausgerechnet Sie geschafft?

Keine Ahnung. Vielleicht hatte ich einfach Glück. Vielleicht sollte es einfach so sein. Vielleicht habe ich eine besondere Ausstrahlung wenn ich auf der Bühne stehe. Obwohl, wenn ich mich selber im Spiegel betrachte, denke ich nicht, dass ich speziell cool oder so rüberkomme. Auch meine Stimme ist nicht besonders ausgebildet. Ich bin einfach ein ganz normaler Typ. Vielleicht ist eben gerade das mein Erfolgsrezept.

Dieses Rezept scheint bei unseren Nachbarn in Deutschland jedoch nicht besonders anzukommen. Schliesslich wird da die Veröffentlichung Ihres ersten deutschen Albums «Auf grosser Fahrt» immer wieder verschoben. Aktuell soll es nun im Frühling 2011 erscheinen. Ist das Experiment «Ausland» also gescheitert?

Nein, überhaupt nicht. Es ist einfach viel passiert im vergangenen Jahr. Wir nahmen dieses Album in Deutschland auf, waren mit einzelnen Songs nicht ganz zufrieden und spielten diese deshalb in der Schweiz nochmals neu ein. Währendessen wurde «Unsterblich» als Titellied von Til Schweigers Film «Zweiohrküken» zu einem wahren Renner. Dass in diesem Fahrtwasser des Erfolgs nicht auch gleich das Album herauskam, hatte viele Gründe. Allen voran diesen, dass wir einfach etwas überrumpelt wurden und noch überhaupt nicht bereit waren. Trotzdem, noch ist ja nichts schiefgelaufen, sondern einfach ein wenig verzögert worden. Zudem habe ich gelernt, geduldig zu sein.

In der Schweiz läuft derweil alles nach Wunsch. Ihre aktuelle CD «Neui Wält» hat soeben Platz 1 der Schweizer Albumcharts erobert. Ein Gefühl, das Sie ja mittlerweile gut kennen.

Ja, mit «Baschi» 2004 und «Fürs Volk» 2006 schaffte ich das schon zweimal. Trotzdem, dieses Mal ist es etwas ganz Besonderes für mich.

Wieso?

Weil es wirklich unerwartet kam und weil «Neui Wält» mein persönlichstes Album ist. Alle Texte und alle Melodien stammen von mir und, oder von meinem Gitarristen und neuen Produzenten Philippe Gilles Merk.

Sie sprechen es an: «Neui Wält» ist das erste Baschi-Album ohne die Handschrift von Produzent Roman Camenzind. Wieso haben Sie sich von Ihrem Mentor getrennt?

Es war einfach Zeit für etwas Neues. Die Zeit mit Roman war toll, und er war einer der grossen Faktoren für meinen Erfolg. Es wäre wohl das Einfachste gewesen, gemeinsam mit ihm auch das vierte Mundartalbum zu machen. Für meine persönliche Weiterentwicklung musste ich jedoch einfach einmal selber auf meinen Beinen stehen, und deshalb habe ich mich entschieden, das Album gemeinsam mit Philippe in Eigenregie zu produzieren.

Entstanden ist dabei, wie Sie schon sagten, ein sehr persönliches Werk. So singen Sie in einem Lied zum Beispiel über sich: «Kennsch mi no oder liebsch mi scho?» Heisst das jetzt, dass solange man Baschi kennt, man ihn nicht lieben kann, oder, dass wenn man ihn liebt, ihn nicht mehr kennen kann?

Gute Frage. Vieles in meinen Liedern ist ja selbstironisch und mit einem gewissen Augenzwinkern gedacht, auch wenn das nicht immer alle verstehen. Aber ja, das klingt jetzt vielleicht etwas doof und überheblich, aber ich glau

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

28.12.2010

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schwyzkultur.ch/mvJC6Z