Stolz präsentiert die Feldmusik Bennau am Samstagvormittag nach der Weihung in der Kirche ihre neue Kleidung. Rechts aussen Dirigent Ernst May. Foto: Jacqueline Riatsch-Steinauer
Stolz präsentiert die Feldmusik Bennau am Samstagvormittag nach der Weihung in der Kirche ihre neue Kleidung. Rechts aussen Dirigent Ernst May. Foto: Jacqueline Riatsch-Steinauer
 Die Details wurden dem Publikum am Abend genauer erklärt. (V.l.): Martin Grätzer, Roland Zehnder und Karin Theiler. Bild Walter Grämiger
Die Details wurden dem Publikum am Abend genauer erklärt. (V.l.): Martin Grätzer, Roland Zehnder und Karin Theiler. Bild Walter Grämiger

Musik

«Dieses Gewand passt genau zu uns»

Das Jahreskonzert 2015 vom vergangenen Samstag war auch Neueinkleidungs-Präsentation der Feldmusik Bennau und somit wurde neues Kapitel in der Geschichte der Feldmusik Bennau geschrieben.

Der Eindruck täuschte nicht. Die Feldmusik Bennau konnte sich gegenüber dem Vorjahr musikalisch aber auch optisch noch einmal verbessern. Das lag sicher auch daran, dass sich die 52 Mitglieder nach der letzten Neuuniformierung 1998 in ihrer neuen Bekleidung präsentieren durften. Dieser neue Schwung begleitete das Jahreskonzert den ganzen Abend und begeisterte die zahlreichen Besucher, die den Saal bis auf den letzten Platz füllten. Ein siebenköpfiges Organisationskomitee unter der Leitung von Christian «Hitzli» Hitz überliess indes nichts, aber auch gar nichts dem Zufall. So erlebte das Publikum einen fröhlichen und abwechslungsreichen Musikabend unter dem Motto «anziehend». Eigentlich, wie man es sich von der Feldmusik Bennau seit Jahren gewohnt ist.

Entspannen und zurücklehnen

Nach der kurzen und prägnanten Begrüssung durch Präsidentin Karin Theiler, die das Motto «anziehend» mit «ausziehend» in verschiedenen Facetten zu verbinden wusste, und so ein Wortspiel kreierte, das von André Kälin in der Folge glänzend übernommen wurde. Doch darüber später. Mit einer musikalischen Überraschung ging es im ersten Teil des Jahreskonzerts richtig los. So präsentierte sich ein Teil der Mitglieder der Feldmusik in einer Formation, die man so noch nicht kannte: Als Bennauer Big Band. Jetzt war Big-Band-Sound mit Swing und Blues angesagt. Die Stimmung im Publikum, die eh schon ausgezeichnet war, wurde nochmals besser und besser. Die stilsicheren Solisten trugen dabei das Ihre zum guten Gelingen dieses Auftritts bei. Man erinnerte sich gerne an die Überlieferungen aus der Swing-Ära aus den USA der 1929er-Jahre. Unter den Tischen wippte so mancher Fuss zum Takt der Band mit. Da haben sich Musikanten gefunden, die Musik nicht nur spielen, sondern sie auch leben. André Kälin, der witzig durch den Abend führte, nahm das Wortspiel seiner Präsidentin auf und machte sich daran, sich zwischen den musikalischen Darbietungen schrittweise der alten Uniform zu entledigen. Zum Gaudi des Publikums war seine Unterhose im hinteren Teil nicht mehr ganz so dicht. Mehr mochte er den Besuchern doch nicht zumuten.

Viel Lob für neue Kleidungen

Als sich der Vorhang zum zweiten Teil des Jahreskonzerts öffnete, wurde der Gwunder des Publikums endlich gestillt. Sichtlich stolz präsentierten sich die Mitglieder der Feldmusik Bennau in ihrer neuen Bekleidung. In schwarz gehalten, mit grün-weiss gestreifter Kravatte und erstmals ohne Hut, dafür mit kleinen feinen Details ausgearbeitet, erntete die Feldmusik einhelliges Lob zur Wahl der neuen Kleidung mit anhaltendem Applaus. «Sehr leichter, angenehm zu tragender Stoff», so die Präsidentin, die sich auch gleich daran machte, am Modell die kleinen aber feinen Details zur Tenü-Erleichterung live zu erklären. Sie bedankte sich bei allen Gönnern und Sponsoren, die mitgeholfen haben, das fünfjährige Projekt zu realisieren und meinte abschliessend: «Dieses Gewand passt genau zu uns.» Musikalisch ging es dann kurzweilig weiter. Die Leitung oblag Ernst May, der seit 2007 die Feldmusik dirigiert und dieses Ensemble immer wieder zu Spitzenleistungen antreibt. Mays grosses Anliegen ist es, die Blasmusik in ihrer Vielseitigkeit zu pflegen und alle musikalischen Vorträge, unabhängig vom Anlass und vom Auftrittsort, mit Hingabe und Spielfreude darzubieten. Am Samstag wurden seine Anliegen erfüllt. So wurden die Titel «Evolution», «die Fledermaus», «die lusti gen Weiber in der Waschküche» zum Besten gegeben. Es folgte «Ein Amerikaner in Paris» und «Robin Hood». Mit dem «Deutschmeister Regimentsmarsch» wurde ein Konzert abgeschlossen, das seinesgleichen sucht. Die Präzision in allen Darbietungen mitzuerleben, das grosse Engagement der Mitglieder zu spüren, war ein Erlebnis. Die Arbeit aus 80 gemeinsamen Übungsstunden machte sich bezahlt und erfreute an diesem Abend Jung und Alt. Nach einigen obligaten Zugaben ging der Abend mit der Party-Band die Hurlacher bis in die frühen Stunden weiter.

Einsiedler Anzeiger (grä)

Autor

Einsiedler Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

01.12.2015

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schwyzkultur.ch/t1A5ux