Die Songs des Krienser Singer-Songwriters Damian Lynn sind «zum Teil persönlich, zum Teil allgemeiner, sicher ehrlich, aber auch nicht immer ganz so ernst zu nehmen». Bild pd
Die Songs des Krienser Singer-Songwriters Damian Lynn sind «zum Teil persönlich, zum Teil allgemeiner, sicher ehrlich, aber auch nicht immer ganz so ernst zu nehmen». Bild pd

Musik

«Es ist toll, wenn Leute meine Songs mitsingen können»

Gitarre, Loop-Station und Mikrofon, mehr braucht Damian Lynn nicht. Er gilt als Geheimtipp unter den Newcomern der Musikszene und spielt am Freitag in Seewen.

Mit Damian Lynn sprach Sandrine Hedinger

Sie waren Anfang Jahr als Support-Act mit Mundart-Rapper Bligg auf Tournee – der Startschuss Ihrer Karriere?

Dieser Support-Act hat verhältnismässig natürlich die grössten Wellen geschlagen. Für mich persönlich sehe ich allerdings mehr den März 2013 als Startschuss. Ich habe mich spontan am Tag vor Anmeldeschluss für einen Contest im Bierhübeli angemeldet und wurde ganz überraschend von der Jury ausgewählt, um am Gurtenfestival aufzutreten.

Wie wurde Bligg auf Sie aufmerksam?

Jemand, den ich kenne, kennt wiederum ihn, und so ist Bligg auf meinen Macklemore-Coversong «Thrift Shop» gestossen.

Gibt es ein Erlebnis in Ihrer Musikkarriere, an das Sie sich besonders gerne erinnern?

Die vollen Konzerthallen während der «Service Publigg»-Tour waren extrem eindrücklich. Ich versuchte natürlich zu überzeugen, wusste aber gleichzeitig, dass die Leute nicht wegen mir da sind, sondern wegen Bligg. Daher finde ich es am schönsten, wenn ich merke, dass einige Leute auch nach der Tour immer wieder meine Konzerte besuchen. Manche stehen bereits während des Soundchecks vor der Bühne. Sie sind da, weil sie mich hören wollen, und das schätze ich wirklich sehr.

Sie stehen jeweils mit Gitarre, Loop-Station und Mikrofon auf der Bühne: Mehr brauchen Sie nicht?

Während Konzerten nicht, nein. Doch für Songaufnahmen stösst schon mal ein Bassist hinzu. So lässt sich ein Song schneller und sauberer aufnehmen. Die Gitarren- Spur ist jedoch stets mein Part. Ich möchte aber überhaupt nicht ausschliessen, dass mich in Zukunft auch einmal weitere Musiker auf der Bühne unterstützen.

Was reizt Sie an der Loop-Station?

Ich kann alleine auftreten und trotzdem alles kombinieren. Ich habe verschiedene Instrumente gelernt – selbstverständlich mit Blockflöte begonnen –, und für mich ist es eine Challenge, sie alle aufnehmen und integrieren zu können.

Sie sind 23. Können Sie bereits von der Musik leben?

Das ist in der Schweiz schwierig. Ich bin zwar solo unterwegs, und finanziell ist dies sicher lukrativer als mit einer Band. Aber von der Musik leben kann ich noch nicht.

Haben Sie einen Plan B?

Seit diesem Sommer habe ich den Bachelorabschluss der Pädagogischen Hochschule, lege nun aber mit der Ausbildung eine Pause ein. Ich möchte mir die Chance geben, mich ein Jahr lang voll und ganz mit der Musik zu beschäftigen. Wenn ich in einem Jahr wieder studiere und meinen Master zum Sekundarlehrer in Angriff nehme, bin ich nicht enttäuscht. Aber mit 30 möchte ich sagen können, dass ich es versucht habe, solange ich jung war.

Und wenn dieses Jahr optimal läuft?

Ich muss realistisch bleiben, aber ein bisschen träumen darf ich ja. Das Optimum wäre natürlich, wenn ich in einem Jahr merke, dass es wirklich gut läuft und weiterhin nach oben geht. Dann würde ich sofort noch ein Jahr dranhängen, denn die Musik ist meine grösste Leidenschaft. Wenn ich zu 100 Prozent von ihr leben könnte, würde ich nicht Nein sagen.

Drei eigene Songs sind bereits released, «Between The Lines», «Let The Chips Fall (Where They May)», und seit letzter Woche «Feel Good Tune». Woher nehmen Sie die Inspiration?

Von überall. (überlegt) Es ist einfach das Leben. Zum Teil sind die Texte persönlich, zum Teil allgemeiner, sicher ehrlich, aber auch nicht immer ganz so ernst zu nehmen. Meistens läuft es so, dass ich mich in einer bestimmten Gefühlslage befinde und daraus die Melodie entsteht. Anschliessend versuche ich, diese Gefühle in Worte zu fassen. Manchmal funktioniert das schnell, manchmal weniger. Aber es ist wohl am ehrlichsten, wenn ich nicht noch lange rumbastle.

Sie arbeiten mit Bildern, man kann sich die Geschichten hinter Ihren Songtexten vorstellen.

Freut mich, wenn das gelingt. Mein Ziel ist es, dass sich die Hörer durch die Melodie angesprochen fühlen. Nicht alle werden sich mit meinen Texten identifizieren können, das ist klar. Aber ich finde es schön und wirklich toll, wenn Leute während Konzerten meine Songs mitsingen können.

Sie hab

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

22.10.2014

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schwyzkultur.ch/dVrcAe