Am kommenden Wochenende ist Kilian Fleischli als Elvis zu hören.
Am kommenden Wochenende ist Kilian Fleischli als Elvis zu hören.

Musik

«Ich bin nicht Elvis. Ich bin der Fleischli Kili»

Aus einer Idee wurde ein grosser Event: Elvis Presleys legendäres Aloha-Konzert lebt nach fast 40 Jahren in Schwyz wieder auf. Kilian Fleischli singt Elvis. Er ist ein begnadeter Interpret, der von sich sagt: «Ich bin kein Elvis-Imitator.»

Mit Kilian Fleischli sprach Silvia Camenzind

Ihre Lebenspartnerin Evelyne von Euw hat Ihnen das Konzert «geschenkt». Sie hat es heimlich hinter Ihrem Rücken organisiert. Wie gross war Ihre Freude, als Sie es endlich auch erfahren durften?

Die Freude war sehr gross, aber ich ärgerte mich auch, weil man dem Sänger zuletzt sagte: Du bist Elvis. Und ich fragte mich auch, wie will man das organisieren. Mein Bandkollege Marcel «Cello» Kyd, der in der Tribute to Elvis-Band Piano spielt, und ich haben schon lange an der Idee herumgesponnen. Das war schon vor Jahren, zu Zeiten der Band Zebop. Immer wieder haben wir darüber gesprochen.

Sind Sie ein so grosser Elvis-Fan?

Nein, ich hatte nur eine Platte, jene vom Hawaii-Konzert. Ich dachte oft, das wäre einmal etwas, mit einem Orchester auf der Bühne zu stehen. Aber ich befürchtete, dass wir das halt doch nicht organisieren können. Und nun können wir es (strahlt).

Wie viel Zeit und Energie haben Sie bisher ins Projekt gesteckt?

Viel. Es ist sehr anstrengend. Es verschlingt enorm viel Zeit. Ich habe versucht, mich aufs Singen zu konzentrieren, aber dann kommt da und dort noch etwas dazu. Ich versuche, den Druck bis zumTag X aufrechtzuerhalten.

Denken Sie an Ihre Jugend: Welche Erinnerungen haben Sie an Elvis Presley?

An seinen Todestag – es war der 16. August 1977 – erinnere ich mich, als ob es heute wäre. Wir hatten zu Hause einen blauen Telefunken-Radio. Auf Beromünster kam die Nachricht, Elvis Presley sei tot, seine Musik aber lebe weiter. Mein Bruder, ein grosser Elvis-Fan, weinte. Das Radio brachte danach viel von Elvis, ich erinnere mich auch an Konzertausschnitte am Fernsehen, in Schwarz-Weiss. Ich war damals zehn Jahre alt.

Welche Erinnerungen haben Sie an das Aloha from Hawaii-Konzert?

Das Interesse dafür kam erst Jahre später, als ich im Jugendalter anfing, Musik zu machen – also, so sieben, acht Jahre später. Am Fernsehen kamen Ausschnitte des Aloha-Konzertes. Irgendwoher hatte ich auch die Videokassette. Es klang bombastisch. Die gewaltigen Schlusspassagen der Songs haben mir imponiert, und die kreischenden Frauen haben mich bewegt. Das alles gab den Ausschlag, selber Musik zu machen.

Haben sich Ihre Eindrücke des Konzertes während den Proben verändert?

Nein, überhaupt nicht. Ich habe das schon so oft gehört, x-mal habe ich die CD gehört. Ich hatte es im Kopf, wusste jeden Einsatz der Bläser, wann der Backgroundgesang kommt und sang neben Elvis auch noch die Backgroundpassagen. Ich weiss alles, das ist intus.

Sind Sie der perfekte Elvis-Imitator?

Nein, genau das nicht. Ich bin kein Elvis- Imitator. Ich bin nicht Elvis, ich bin der Fleischli Kili. Ich habe versucht, die eine oder andere Bewegung zu machen, dasselbe beim Singen, aber ich bin kein Imitator. Ich trage ein Originalkostüm, so wie es Elvis damals auch trug. Ich trage aber keine Perücke, keine Haartolle.

Das Ganze hat etwas Nostalgisches: Soll das Publikum in Erinnerungen schwelgen?

Die Idee ist, dem Publikum ein Gefühl zu geben, wie es damals klang, wobei die Qualität des Anlasses von den technischen Möglichkeiten her heute besser ist als damals. Wir wollen das Gefühl nochmals aufleben lassen. Es ist ein Tribut. Wir wollen Elvis Tribut zollen, seinem Schaffen. Wir versuchen, das Gefühl von damals aufleben zu lassen.

Sind Sie heute etwa so alt wie er damals?

Nein, Elvis wurde nicht so alt wie ich. Elvis wurde lediglich 42 Jahre alt, ich bin 45.

Wenn Elvis Schmusesongs singt, dann ist das grossartig. Es hat auch etwas Erotisches. Wie gingen Sie an diese Songs heran?

Gewisse Songs sind für Rockmusiker einer jüngeren Generation – also für uns – eine Herausforderung. Es sind sogenannte Samenlöser. Sie haben ihren Reiz. Keinem von uns wäre es in den Sinn gekommen, so etwas zu spielen. Am Klavier wird zart über dieTasten gegriffen und ich singe dazu zärtlich wie eine Sommerblume. Da gehen wir schon fast in den Schlagerbereich, befasst man sich aber intensiv mit diesen Balladen, entdeckt man deren Komplex

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

20.10.2012

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schwyzkultur.ch/44ewhK