«Ich übe mindestens acht Stunden am Tag» - 1

Musik

«Ich übe mindestens acht Stunden am Tag»

Der erst 18-jährige Christoph Croisé gilt in der Musikszene als junger Überflieger. Mit seinem Cello begeistert er sein Publikum und diverse Fachjurys von Musikwettbewerben. Nun macht der Cellist Halt in Lachen und hält ein Jubiläumskonzert zu Ehren von Joachim Raff.

Mit Christoph Croisé sprach Julia Koller

Wieso haben Sie sich mit sieben Jahren für das spezielle Instrument Cello entschieden?

Ich komme aus einer musikalischen Familie. Mit zwei oder drei Jahren habe ich angefangen, Flöte zu spielen. Später versuchte ich mich an der Geige, da meine Eltern und meine Schwester ebenfalls Geige spielen. Dieses Instrument war mir dann aber zu anstrengend, da man immer stehen muss. Deshalb entschied ich mich dann für das im Sitzen zu spielende Cello.

Für Ihr jugendliches Alter haben Sie bereits eine grosse Sammlung an nationalen und internationalen Preisen vorzuweisen. Wie kam es zu diesem frühen Erfolg?

Ich hatte immer Spass am Spielen. Ich übe immer fleissig, mindestens acht Stunden am Tag. Irgendwann kamen mein Cellolehrer und ich auf die Idee, mich bei Wettbewerben anzumelden. Alles ging dann «Step by Step». Mit den ersten gewonnenen Preisen kamen auch die Angebote für Tourneen oder Auftritte. So wurde man immer mehr auf mich aufmerksam.

Worin liegt der Reiz, von den Showbühnen in New York, St. Petersburg oder Baku ins beschauliche Lachen zu wechseln?

Ich spiele immer wieder in kleineren Orten oder auf kleineren Bühnen. Ich freue mich sehr, in der katholischen Kirche spielen zu dürfen, da die Akustik und die Atmosphäre sehr gut sein sollen. Klar ist es toll, auf grossen Bühnen zu spielen, aber die Kleinen haben ihren ganz eigenen Charme und sind auch immer wieder interessant.

Ist es mit 18 Jahren schwierig, sich unter den erfahrenen Musikkollegen in einem Orchester zu behaupten?

Ich denke schon, dass man sich in meinem Alter beweisen muss. Die anderen Musiker sind jedoch sehr nett und nehmen mich jeweils gut auf. Ich habe bisher nur gute Erfahrungen mit Orchestern gemacht, und jeweils grösszügige Unterstützung erfahren. Zudem gibt es immer wieder junge Künstler an Konzerten anzutreffen. Die Jüngsten sind dann meistens zwischen 20 oder 22 Jahren alt, was dann nicht mehr ein so grosser Unterschied ist.

Was wussten Sie vor Ihrem Konzert-Engagement über Joachim Raff?

Ich hatte den Namen natürlich schon einmal gehört. Bis dahin hatte ich jedoch noch keine Stücke von Joachim Raff aufführen können. Nun habe ich mich intensiv mit dem Cellokonzert Nr.1 (d-Moll) auseinandergesetzt. Mir gefallen die Stücke sehr, und ich freue mich, sie im Rahmen des Konzertes präsentieren zu dürfen.

Man hat den Eindruck, Sie haben bisher fast alles erreicht, was es zu erreichen gibt. Was stecken Sie sich für neue Ziele?

Einerseits möchte ich noch viele musikalische Eindrücke und Erfahrungen sammeln. Es gibt noch viele Konzerte und Stücke, die ich noch nicht aufführen konnte. Ein weiterer Traum wäre, nochmals eine Tournee durch Amerika zu machen. Die letzte war eine spannende Erfahrung, die ich gerne wiederholen würde. Aber auch mein musikalisches Repertoire möchte ich gerne um neue Stilrichtungen erweitern. Andererseits möchte ich mich auch weiterbilden. Gerne würde ich Musik studieren und das Musikdiplom machen. Ich habe also noch viele Ziele, und ich hoffe, es geht so weiter wie bisher.

Zur Person

Name:
Christoph Croisé
Geburtsdatum:
3. Dezember 1993
Wohnort:
Niederlenz, Aargau
Beruf:
angehender Cellist
Hobby: Klavier
Stärken: Ausdauernd, Perfektionistisch
Schwächen: Laune
Lieblingsmusikstück: Rokoko-
Variationen von P.I.Tschaikowski

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

19.10.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/Vsrny8