Christoph Marty / Archivbild Chammerart / zvg
Christoph Marty / Archivbild Chammerart / zvg

Musik

«In die Stückauswahl miteinbezogen»

Klarinettist Christoph Marty tritt am Wochenende mit dem Schwyzer Kantonalen Jugendblasorchester auf, das Konzert in Wangen ist für ihn sozusagen ein Heimspiel.

Mit Christoph Marty sprach Patrizia Pfister


Patrizia Pfister: Am bevorstehenden Wochenende treten Sie als Solist in der alten Heimat auf. Wie schauen Sie auf das Konzert in Wangen?


Christoph Marty: Gerade weil es meine alte Heimat ist, freue ich mich sehr darauf. Es kommt nicht allzu häufig vor, dass ich in Ausserschwyz auftrete, dieses Jahr bisher erst zwei Mal. Ich bin nervös, aber das hat wohl wenig mit dem Konzertort zu tun, denn ich werde vor fast jedem Auftritt nervös. Mir obliegt eine Verantwortung, dem Publikum Freude zu bereiten, die nur im Moment entstehen kann. Das macht Konzerte zu so etwas Speziellem und Hörenswertem.


Sie spielen das Klarinettenkonzert des spanischen Komponisten Oscar Navarro. Gefällt Ihnen das Stück?


Ja, zum Glück gefällt mir das Konzert! Ich wurde von Anfang an in die Stückauswahl miteinbezogen, sogar das Instrument hätte ich auswählen dürfen, es hätte also auch ein Bassklarinettenkonzert sein können. Am zweiten Konzert von Navarro gefällt mir insbesondere der folkloristische und bisweilen archaische Zug, der mit der unverbrauchten Energie, die Jugendliche häufig mitbringen und gerne ausleben, zu einem tollen Erlebnis beitragen kann. Ich spiele das Stück zum ersten Mal und werde es nicht auswendig vortragen, was ich bei einem Solokonzert vorher noch nie gemacht habe. Trotzdem übe ich meistens ohne Noten.


Natürlich braucht es nicht «nur» einen Solisten, sondern auch das restliche Orchester. Wie sind Sie am SKJBO-Lager in Rheinau involviert?


Ich werde am Donnerstag und Freitag im Lager sein. Bei einer so intensiven Probephase wie dem SKJBO kann man aber zu Beginn der Lagerwoche auch noch nicht sagen, welche Passagen am Freitag noch am meisten zu tun geben werden. In meiner Schulzeit habe ich drei Mal im SKJBO mitgespielt, dabei eine sehr gute Zeit gehabt und ich würde mich freuen, wenn ich dem Orchester etwas zurückgeben könnte.


Sie stammen ursprünglich aus Lachen und haben an der Musikhochschule in Luzern studiert. War Ihr Instrument schon immer die Klarinette?


Am Anfang stand bei mir die Blockflöte. Meine Mutter schickte meinen Bruder und mich zum Glück in den Gruppenkurs, denn alleine wäre ich wohl nie auf diese Idee gekommen. Nach zwei Jahren Unterricht kam die Frage nach einem anderen Instrument auf, mir wurde die Klarinette empfohlen. Heute bin ich um die Auswahl sehr froh, denn ich glaube, dass ich an keinem anderen Instrument gleich viel Freude gehabt und es so weit gebracht hätte. Im Studium kam das Klavier dazu, das ich heute als Gymnasiallehrer im Unterricht brauche. Mit meinen Kindern singe ich Lieder, die ich häufig an der Gitarre begleite.


Sie arbeiten an der Forschungsabteilung der Hochschule Luzern-Musik. Was muss man sich darunter vorstellen?


Ich arbeite an einem Projekt, das historische Aussagen zum Musikunterricht an den Deutschschweizer Gymnasien aufbereitet. Es soll Aufschluss über Entwicklungen, Beweggründe und Interessenverschiebungen geben, an Vorträgen und in schriftlichen Publikationen verständlich informieren und so weiteres Denken und Forschen anregen. Je nach Stadium sah meine Arbeit anders aus. Es ist das erste Projekt, in dem ich mitarbeite, und da die inhaltliche Arbeit in jedem Projekt anders abläuft, kann ich nur begrenzt für die ganze Abteilung sprechen. Mit meiner Unterrichtstätigkeit hat das insofern zu tun, als zur Ergänzung des Forschungsteams eine Musiklehrperson gewünscht war. Mittlerweile habe ich viele Texte zu Musikunterricht gelesen und ein historisches Verständnis für mein Umfeld entwickelt,das auch meinen Unterricht bereichert.


Hinweis


Die SKJBO-Abschlusskonzerte finden am Samstag, 11. August, um 20 Uhr in Wangen (Buechberghalle) und am Sonntag, 12. August, um 18.30 Uhr im Monséjour in Küssnacht am Rigi statt.

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

09.08.2018

Webcode

schwyzkultur.ch/Kf4Eiu