Berührend und humorvoll: Nadja Räss und Rita Gabriel. Bilder Janine Schranz
Berührend und humorvoll: Nadja Räss und Rita Gabriel. Bilder Janine Schranz

Musik

Jodeln einmal ganz anders

Das Duo Räss-Gabriel stand in Vitznau mit dem Programm «wortlos» auf der Bühne.

Die Kulturkommission und der Gemeinderat Vitznau veranstalteten am vergangenen Freitag im Hobby Hotel einen vielseitigen Abend voller Überraschungen. Die beiden Innerschweizer Musikerinnen, das Duo Räss-Gabriel, überzeugten mit Klangvielfalt, Charme und Ironie. In der Pause des Konzertes verlieh der Gemeindepräsident Noldi Küttel den dritten Vitznauer Anerkennungspreis.

Fünfte Landessprache

Die Worte fehlten dem Duo Räss-Gabriel keineswegs, als sie auf die Bühne traten. «Ohne Worte kann man ganz viel ausdrücken», sagte die bekannte Jodlerin Nadja Räss. Gemeinsam mit der Akkordeonistin Rita Gabriel entführte sie das Publikum auf eine spannende Reise in eine neu interpretierte Jodelwelt. Musikalisch spürten die beiden Frauen der Frage nach, ob sie wohl «jungs Gmües» geblieben oder doch schon «alti Schachtlene» geworden sind. «Rita hat schon dreimal geheiratet», so Räss. «Ich komponiere gerade für die nächste Hochzeit.» Die beiden besangen den Weg vom Eingang zum Altar und wieder zurück und wieder zum Altar. «Inzwischen sind die beiden wieder getrennt. Und ich bin schon wieder am Komponieren.» Nadja verriet dem Publikum aber noch mehr Geheimnisse über Rita Gabriel. Denn als amtierende Weltmeisterin im Küssen hat man einiges zu bieten. «An den Meisterschaften in Uruguay 2008 punktete Rita nicht nur bei der Pflichtkür und beim Standard-Küssen, sondern auch beim Freestyle», so Räss. «Den Sieg holte sie sich aber beim Kampfküssen.»

Jodelstück mit Küssgeräuschen

Den Beat des nächsten Jodelstücks machten die beiden mit Küssgeräuschen. Nachdem Räss auf der Bühne einen Zopf gebacken hatte, machten Räss und Gabriel Anti-Zellulitis-Übungen. Im zweiten Teil des Programms verwandelte sich Rita Gabriel in einen professionellen Sackständer. Nadja Räss nahm Sack für Sack und machte damit eigentümliche Geräusche. Nach einem melancholisch, fröhlichen Lied über das Leben Ritas als mehrfach geschiedene Mutter zeigten die beiden Musikerinnen dem Publikum wie der «Jodelfrustschutz» funktioniert. «Wir gehören zu der Gruppe Risikojodlerinnen», so Räss. Mit Mundschutz jodelten die beiden ein Ständchen, das mit dem Wort «Tamiflu» endete. Mit einem Jüüzli ging das musikalisch anspruchsvolle Konzert zu Ende.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

03.11.2009

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schwyzkultur.ch/iDbvmP