Am Piano im Mythensaal: Caroline Chevin freut sich, am nächsten Wochenende viele bekannte und neue Gesichter zu begrüssen. Bild Nicole Auf der Maur
Am Piano im Mythensaal: Caroline Chevin freut sich, am nächsten Wochenende viele bekannte und neue Gesichter zu begrüssen. Bild Nicole Auf der Maur

Musik

«Mit 80 Jahren noch Musik machen»

Caroline Chevin gibt zwei Konzerte im «Waldstätterhof» in Brunnen. Die Sängerin war gestern schon mal im Mythensaal zu Besuch und sprach über ihre Beziehung zu Brunnen.

Mit Caroline Chevin sprach Nicole Auf der Maur

Sie treten am Wochenende gleich zwei Abende hintereinander im Brunner «Waldstätterhof» auf ...

Roger Bürgler von Kulturwerk.ch hat mich für die Konzerte angefragt. Zuerst wollten wir ein Konzert während der Jubiläumsausgabe des «Gersauer Herbsts» machen (auch von Kulturwerk. ch organisiert – Red.). Dann kam jedoch die Idee von Roger Bürgler, zwei separate Konzertabende im «Waldstätterhof» durchzuführen. Für mich sind diese zwei Konzerte eine Hommage an meine Heimat. Ich möchte damit allen Menschen aus dem Talkessel danken, die mich seit 20 Jahren unterstützen.

Wie ist es für Sie, vor so vielen Freunden und Bekannten aufzutreten?

Das kann man sich wie das Blockflötenspielen an Weihnachten vor der gesamten Verwandtschaft vorstellen. Ich bin viel nervöser als sonst.

Konzertbesucher haben oft das Gefühl, dass der Künstler vor lauter Scheinwerfern nicht von der Bühne hinuntersieht.

Das ist nicht so. Ich erkenne meine Freunde sehr wohl und muss mich manchmal zurückhalten, nicht immer von der Bühne herab zu winken.

Gibt es für Sie ein spezielles Ritual vor dem Konzert?

Meine Einstimmung fürs Konzert beginnt bereits am Morgen, wenn ich zu Hause meine Sachen packe und herumtigere, um sicher zu sein, dass ich alles dabeihabe. Dann folgen die Bandbegrüssung, der Soundcheck, das Abendessen zusammen. Das sind alles Rituale. Anschliessend folgt das Schminken und das Anziehen. Das wichtigste Ritual ist allerdings die Umarmung der Band vor dem Konzert.

Was bedeutet Brunnen für Sie?

Ich habe gerade heute auf Facebook gepostet, dass Brunnen meine alte Heimat ist. Nach Weggis ist Brunnen der zweite Ort, der mir sehr am Herzen liegt. Ich habe lange hier gewohnt und viele wunderbare Menschen kennengelernt. Auch meine ersten Musikerjahre habe ich hier verbracht. Ich habe damals als Sängerin der Weggiser Band Wanted den Schlagzeuger Nori Rickenbacher (damals «Nameless » – Red.) kennengelernt und bin mit ihm zusammengekommen. Als Lokalmatador und Vollblutmusiker hat er mich in die Welt der Musik mitgerissen. Wir sind dann jahrelang als «Funky Monks» aufgetreten. Unter anderem an vielen Festen in Brunnen.

Was gefällt Ihnen an Brunnen am meisten?

Der Zusammenhalt der Brunner Bevölkerung ist extrem stark. Man geht hier respektvoll miteinander um. Das ist ein wichtiger Wert für mich.

Gibt es ein Lied, das einen Zusammenhang mit Brunnen hat?

Beim Song «Home» geht es um Wurzeln und um Menschen, die zu diesen Wurzeln gehören. Meine Wurzeln sind in Weggis, haben sich aber auch in Brunnen verfestigt. Als mein Vater vor Kurzem verstorben ist, ist mir bewusst geworden, dass er mir geholfen hat, meine eigenen Wurzeln zu schlagen.

Weitere Wurzeln schlagen Sie auch auf Ihrer Herbsttournee «Hey World». Wie ist diese gestartet?

Am Samstag gaben wir den Einstand im Berner «Bierhübeli». Und das neu zusammengestellte Set hat super funktioniert. Ich freue mich nun sehr auf die Tournee. Ich habe Lust zum Spielen, ein Reissen. Unter anderem steht ein Konzert an der Baloise Session in Basel als Vorband von Eric Clapton an. Ich freue mich sehr darauf, es ist eine Riesenehre, für diese Legende den Abend eröffnen zu dürfen. Als ich den Bescheid erhielt, das Konzert spielen zu können, habe ich einen riesigen Luftsprung gemacht. Kurz darauf hat mich Eric Clapton sogar auf Facebook verlinkt. Auf der Hauptseite seiner Page stand mein Name geschrieben. Als ich dies sah, musste ich schon kurz mal schlucken.

Sie leben momentan Ihren Traum.

Den lebe ich seit 20 Jahren.

Welche Träume hat Caroline Chevin denn noch?

Ich möchte mit 80 Jahren noch auf der Bühne stehen und Musik machen können. Ich habe kürzlich ein Konzert von Fleetwood Mac gesehen. Der Schlagzeuger ist mit 68 Jahren noch eine richtige Rampensau. Die 66-jährige Sängerin hat sich zum Schluss des Konzertes bei den Fans bedankt, die sie seit 37 Jahren unterstützen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

16.10.2013

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schwyzkultur.ch/Q9kMvX