Rusconi: (von links) Fabian Gisler (Bass), Stefan Rusconi (Piano) und Claudio Strüby (Schlagzeug) werden sogar in Korea auf der Bühne stehen. Bild Lena Maria Thuering
Rusconi: (von links) Fabian Gisler (Bass), Stefan Rusconi (Piano) und Claudio Strüby (Schlagzeug) werden sogar in Korea auf der Bühne stehen. Bild Lena Maria Thuering
It's a Sonic Life: Die neue Scheibe von Rusconi ist ab 19. März 2010 erhältlich.
It's a Sonic Life: Die neue Scheibe von Rusconi ist ab 19. März 2010 erhältlich.

Musik

Rusconi: Rocksongs in Jazz verpackt

Die Jazzformation Rusconi mit Schlagzeuger Claudio Strüby wartet mit einem neuen Album auf – darauf sind verjazzte «SonicYouth»-Songs, verpackt in einem von Pipilotti Rist gestalteten CD-Cover.

Euer neues Album kommt in zwei Tagen heraus. Was geht in dir vor?

«Es ist wie ein Startschuss. Ich freue mich, denn wir sind gut vorbereitet.»

Beschreibe das neue Album in wenigen Worten.

«Es befinden sich hauptsächlich Interpretationen von Liedern der NewYorker Noise-Rock-Band Sonic Youth und ein paar Eigenkompositionen auf dem neuen Album. Da wir uns sehr kurzfristig entschieden haben, fremde Kompositionen einzuspielen, hört man die Spontaneität, die Frische und die Experimentierfreudigkeit. Wir haben beispielsweise einen Konzertflügel und ein verstimmtes Klavier während der Aufnahmen verwendet, um die verschiedenen Stimmungen zu erzeugen.»

Wie seid ihr darauf gekommen, Songs von «Sonic Youth» zu interpretieren?

«‹Sonic Youth› war in Stefans Jugend sehr präsent und hat ihn sehr geprägt. Es war die pure Lust, das auszuprobieren. Wir hätten ein ganzes Album an spannenden Eigenkompositionen bereitgehabt und waren im Begriff, dieses neue Material aufzunehmen, als wir zwei Wochen vor dem Studiotermin unsere Pläne änderten.»

Welche Bedeutung hat «Sonic Youth» denn für dich persönlich?

«‹Sonic Youth› war in meiner Jugend nicht so ein Thema wie beispielsweise bei meinem älteren Bruder und seinen Freunden. Ich verstand diese Noise-Kultur noch nicht und dachte damals aus meinem eigenen instrumentaltechnischen Perfektionismus heraus, dass die ihre Instrumente ja gar nicht spielen können. Heute verstehe ich jedoch die Message und finde es sehr spannend, dass die Band eigentlich eher aus Künstlern als aus Musikern besteht.»

Wie kreiert man aus einem Noise-Rock- Song einen Jazz-Song?

«Da gibt es kein Patentrezept, aber ein wichtiges Mittel ist wohl die Extraktion. Dies funktioniert jedoch nur bei einem hochwertigen Edukt, also bei einem guten Rocksong. Aus einem ‹Coldplay›-Song könnte uns vermutlich keine vergleichbar gute Adaption gelingen wie von ‹Sonic Youth› oder auch von ‹Nine Inch Nails›.»

Sind gewisse Hemmschwellen da, wenn man Songs einer anderen Band interpretiert?

«Ja, und ich glaube, es sind ähnliche Mechanismen, wie bei besonders gelungenen Versionen von Jazzstandards etwa von Miles Davis oder Keith Jarrett. Gewisse Songs scheinen so perfekt, dass es eine riesige Herausforderung darstellt, dem noch etwas hinzuzufügen oder gar eine neue Perspektive zu vermitteln.»

Haben «Sonic Youth» Kenntnis von eurer Hommage an sie? Reaktion?

«Sie wissen davon, und ich bin gespannt, ob es zu einer Reaktion kommt, wenn wir ihnen dann erst die CD geschickt haben.»

Stefan Rusconi hat drei Lieder auf der CD selber geschrieben. Wie ging er vor, damit diese ins Konzept passten?

«Er hat sich hierbei von Songzeilen von ‹Sonic Youth› inspirieren lassen. Die Ballade ‹Into the Heart› basiert beispielsweise auf einem gewohnt poetischen Text von der Platte ‹Washing Machine›, welche auch eine von Stefans Lieblingsplatten ist.»

Ihr konntet Pipilotti Rist dafür begeistern, euer Cover zu gestalten. Wie kam es dazu?

«Wir merkten schon während der Aufnahmesession, dass diese Platte musikalisch anders wird als die vorherigen. Dieser Bruch sollte auch durch die Gestaltung des Covers dargestellt werden. Bei einem Feierabendbier fiel Pipilottis Name, und Stefan schrieb ihr wenige Tage darauf einen Brief.»

Wie ist Pipilotti Rist vorgegangen?

«Wir traten mit Pipilotti kurz vor der Premiere ihres Films ‹Pepperminta› in Kontakt, und sie war entsprechend beschäftigt. Sie nahm sich aber viel Zeit für uns und hat sich auch mit Stefan und unserem Grafiker David Clavadetscher getroffen. Sie hat uns die Videostills zur Verfügung gestellt, und das Artwork wurde dann von unserem Grafiker konzipiert.»

Wie war die Zusammenarbeit mit ihr?

«Es war sehr unkompliziert, mit ihr zu arbeiten, und sie ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis.»

Mit Pipilotti Rists Cover schliesst sich wiederum der Kreis zu «Sonic Youth». Es gibt Verbindungen zwischen «Sonic Youth» und Pipilotti Rist, oder?

«Sie mag die Band sehr. Auch ‹Sonic Youth› arbeitete bei der Covergestaltung ver

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

17.03.2010

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schwyzkultur.ch/W4hArV