Fette Beats mit spitzem Humor – Das neue Album [Ã] von C.mEE. Bild zvg
Fette Beats mit spitzem Humor – Das neue Album [Ã] von C.mEE. Bild zvg

Musik

«Wie immer habe ich eine grosse Klappe»

Am 25. Januar veröffentlicht der Wollerauer Rapper Simon Kessler alias C.mEE sein zweites Album [Ã]. Er spricht im Interview über seine Musik und seinen oft missverstandenen Humor.

Mit Simon Kessler sprach Louis Theiler

Ihr Album schoss diese Woche an die Spitze der Rap-Charts auf iTunes – und das nur durch Vorbestellungen. Haben Sie mit diesem Erfolg gerechnet?

(lacht) Ehrlich gesagt wusste ich nicht einmal, dass es schon vor der Veröffentlichung in diese Charts aufgenommen wird. Ich hätte nicht gedacht, dass es sich jetzt schon so gut verkauft. Aber es ist ein gutes Gefühl, mein Album vor anderen Rap-Grössen wie zum Beispiel Bligg zu sehen.

Wie würden Sie selbst Ihre Musik beschreiben?

Ich mache hauptsächlich Rap mit fetten Beats und Melodien, die einem hoffentlich im Ohr bleiben. Ich möchte mich nicht selbst anpreisen, darum sollte sich meiner Meinung nach jeder selbst ein Bild von meiner Musik machen. Gedacht ist sie vor allem für Jüngere, die meinen Humor verstehen und die Aussage dahinter sehen. Natürlich freut es mich auch, wenn etwas Ältere meine Musik mögen. Ich hoffe, dass es möglichst vielen gefällt.

Wie sind Sie auf den Albumtitel [Ã] gekommen (ausgesprochen wie a im französischen Wort «ch-an-son»)?

Wie ich darauf gekommen bin, weiss ich nicht mehr genau. Für mich ist es einfach ein Ausdruck, wie man sich gerade fühlt, den man vor allem in der Rap-Musik häufig hört. Auch ich hänge am Ende vieler Rhymes ein «[Ã]» an, im Sinn von «hast du verstanden?»

Was erwartet uns auf Ihrem neuen Album?

Es ist sehr vielfältig, was die Texte anbelangt und voll mit neuen, spannenden Beats. Wie immer habe ich eine grosse Klappe, aber das Ganze ist eher auf einer ironischen Ebene gehalten. Nicht ganz alles, aber vieles.

Sie waren letztes Jahr für drei Monate in den USA. Inwiefern hat dieser Aufenthalt Ihre Musik beeinflusst?

Es hatte einen sehr grossen Einfluss auf meine Musik, weil die Hälfte meiner Texte dort entstanden sind. Ich sass in New York in der U-Bahn oder am Strand in Miami und habe einfach darüber geschrieben, was mich gerade beschäftigt und wieich mich fühle. Aber auch zurück in der Schweiz haben mich die USA indirekt beeinflusst. Der Track «Diva» beispielsweise handelt vom unterschiedlichen Lifestyle von Amerikanern und Schweizern. Viele hier sind arrogant und wissen ihr Leben nicht zu schätzen, während in den Staaten alle viel lockerer sind. Verstehen Sie mich nicht falsch, ich wohne gerne hier, aber beispielsweise die Wohlstandsverwahrlosung in Wollerau geht mir gehörig gegen den Strich.

Welche anderen Künstler haben auf dem Album mitgewirkt?

Am meisten mitgewirkt hat mein Freund und Produzent digi alias Pascal Reichmuth (Siebnen), der abgesehen vom Schreiben und Rappen ziemlich alles gemacht hat. Unter anderem sind auch Kollaborationen mit Hyphen von Breitbild (Chur), Max Urban (Pfäffikon), Smagoo (Einsiedeln) und Samurai (Zürich) auf dem Album. Diese Zusammenarbeiten sind alle durch Beziehungen oder per Zufall entstanden, denn ich würde nie für ein Feature bezahlen. Ich arbeite nur mit Leuten zusammen, die mit mir Musik machen wollen, weil es ihnen Spass macht.

Die Kulturkommission des Kantons Schwyz wollte Ihr Album nicht unterstützen, was halten Sie von dieser Einstellung?

Sie beschrieben meine Musik als «respektlos, verletzend und ungeniessbar». Aber ich denke, sie haben einfach die Ironie hinter meiner Musik nicht verstanden. Wenn man nicht oft Rap hört, ist man sich das gebräuchliche Vokabular nicht gewohnt, deswegen verstehe ich diese Reaktion auch teilweise. Einen grossen Dank möchte ich darum der Kulturkommission Wollerau aussprechen, die uns trotzdem unterstützt hat.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Was ich genau machen werde, verrate ich noch nicht. Ich kann aber versichern, dass es noch viele weitere Pläne für dieses Jahr gibt!

Zur Person

Name:
Simon Kessler

Beruf:
KV-Praktikant/Student

Geburtstag:
9. Januar 1990

Wohnort:
Wollerau

Stärke:
StarkerWille

Schwäche:
Mathematik

Info zu C.mEE und seinem
neuem Album [Ã]

www.cmee.ch

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

13.01.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/G485jp