«Hopp de Bäse!»: 250 Mal hat Kurt Zurfluh diese Sendung moderiert.
«Hopp de Bäse!»: 250 Mal hat Kurt Zurfluh diese Sendung moderiert.

Musik

Zum 250. Mal «Hopp de Bäse!»

Der gebürtige Brunner Kurt Zurfluh ist dieses Wochenende im Doppeleinsatz. In Weggis moderiert er das beliebte Heirassa-Festival, im Fernsehen ist heute Abend seine 250. «Hopp de Bäse!»-Sendung zu sehen. Im nächsten Jahr geht Zurfluh in Frühpension: «… bevor ich dem Publikum zum Hals raushänge.»

Mit Kurt Zurfluh sprach Silvia Camenzind

Was machen Sie heute Abend, wenn die 250. Sendung von «Hopp de Bäse!» ausgestrahlt wird?

Das ist jetzt ein «dummer Zufall», umgekehrt aber auch erfreulich: Ich bin am Heirassa-Festival in Weggis engagiert, um genau zum Zeitpunkt der Ausstrahlung die offizielle Eröffnung zu moderieren. Schaue mir dann die Sendung in der Wiederholung am Montagnachmittag an.

In der Jubiläumssendung tritt ein Grossaufgebot von Stars der volkstümlichen Szene auf. Carlo Brunner hat für Sie extra ein Stück komponiert «Hopp de Bäse! Kurt». Dazu gibt es einen Kuchen und viele Gratulationen. Waren Sie gerührt?

Am Schluss der Aufzeichnung hat es mich ziemlich durchgeschüttelt. Ich habe mich bereits von den TV-Zuschauern verabschiedet, als Carlo Brunner das Mikrofon in die Hand nahm und mir im Namen aller Volksmusikfreunde dankte. Das war ein ziemlich emotionaler Moment, da ich sowieso nahe am Wasser gebaut habe.

Vor 15 Jahren starteten Sie mit der ersten Sendung. Es war ein neues Format nach der Ära Wisel Gyr. Hätten Sie damals gedacht, dass die Sendung so lange im Programm des Schweizer Fernsehens bestehen bleibt?

Nein, ich machte mir keine Illusionen. Erstens war es nach Wysel Gyr, den ich sehr schätzte und der mich auch lanciert hat als sein Nachfolger, schwierig, in seine Fussstapfen zu treten. Zweitens gab es auch beim Fernsehen und verständlicherweise bei Volksmusikfans Bedenken, ob der Sportmoderator Zurfluh so etwas kann. Das hat meinen Ehrgeiz angestachelt, und scheinbar konnte er es – sonst wären nicht 15 Jahre daraus geworden.

Vergleicht man die heutigen Sendungen mit jenen aus der Anfangszeit, dann fällt vor allem auf, dass früher alles viel gemächlicher war. Heute hat «Hopp de Bäse» mehr Tempo, mehr Bewegung und schnellere Schnitte. Hat sich mit den Jahren auch die Moderation verändert?

Nicht so stark wie die Technik. Mein Credo war immer: Überlasse den Musikern den Bildschirm, sie sind die Hauptakteure. Möglichst wenig reden, lieber Musik. Wenn es nach mir ginge, würde ich nach wie vor nur bis fünf kurze Moderationen machen und den Rest den Musikanten überlassen. Übrigens ging es am Anfang auch nach der Sendung viel lustiger zu und her, da wir am andern Tag nicht schon wieder produzieren mussten. Jedenfalls wurde es einmal nach der Sendung in der «Biberegg» Sonntagmorgen.

Markenzeichen der Sendung ist der Besen. Ist es immer derselbe?

Da ich nur etwa zwei-, dreimal mit ihm geputzt habe, ist es immer noch der gleiche – ein Reisbesen alter Schule.

Rund 300 000 Zuschauerinnen und Zuschauer schauen sich am Samstagvorabend «Hopp de Bäse» an. Was macht den Erfolg der Sendung aus?

Sicher nicht der Moderator, ehrlich gesagt ohne zu kokettieren. Wahrscheinlich die Mischung, einerseits von der Vielseitigkeit her mit Volksmusik, mit Jodel, mit Blasmusik, mal auch mit Schlager. Und zwischendurch mal etwas modernere Töne. Und auch die Filmeinspielungen, z. B. über ein altes Handwerk, finden auch immer wieder ein neues Publikum.

Eine weitere imposante Zahl: Über 1600 Formationen traten in den letzten 15 Jahren in «Hopp de Bäse» auf. Ein schöner Job, so viele Menschen zu treffen?

Ja, tatsächlich. Weil Volksmusikanten ein lustiges Volk sind, mit denen man auch nicht nur Tee trinken muss … und die auch sehr treu sind, nicht nur die Musikanten, sondern auch das Publikum.

Hat die Volksmusik eine Zukunft, und gibt ihr auch das Fernsehen eine?

Ich glaube schon, dennVolksmusik ist ja auch ein Bestandteil der Kultur in diesem Land. Deshalb hat das Fernsehen eine Pflicht, Volksmusik zu senden. Und der neue Unterhaltungschef, Christoph Gebel, hat versprochen, dass es künftig mehr Volksmusik am Fernsehen gibt.

Welches ist Ihre Lieblingsmusik?

Soll ich jetzt Heavy Metal oder Rap sagen? Nein, ehrlich, wirklich Schweizer Volksmusik in allen Varianten. Ob im Auto, im Studio oder bei uns zu Hause, da läuft neben den Informationen praktisch nur Volksmusik.

Sie starteten mit 46 Jahren bei «Hopp de Bäse». Nun dürf

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Musik

Publiziert am

04.06.2011

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