Karl Eggler: «Die Fasnacht erlaubt dir, aus dem Alltag auszubrechen.» Bild Raffaela Heusser
Karl Eggler: «Die Fasnacht erlaubt dir, aus dem Alltag auszubrechen.» Bild Raffaela Heusser

Volkskultur

«Ich versuche, die Kultur aufrecht zu erhalten»

Karl Eggler ist im Präsidium des OKs Bezirksumzug Freienbach. Zusammen mit 20 weiteren OK-Mitgliedern stellt er den diesjährigen Höfner Bezirksumzug auf die Beine.

Mit Karl Eggler sprach Raffaela Heusser

Sie teilen sich im OK Bezirksumzug Freienbach das Präsidium mit zwei weiteren Personen. Wieso?

Ich teile mir das Präsidium mit dem Präsidenten der Räbächätscher, Florian Geu und Susanne Rüegg vom Ortsverein Leutschering, mit der ich zusammen auch in der Fasnachtskommission vertreten bin. Insgesamt sind wir 20 Personen, die im OK mitwirken. Alle haben ihr spezielles Ressort. Die Organisation des Bezirksumzugs ist eine fordernde, zeitintensive Aufgabe. Deshalb teilen wir uns das Präsidium.

20 OK-Mitglieder sind viel. Hatten Sie keine Schwierigkeiten, Nachwuchs zu finden?

Es ist schwieriger geworden als früher. Die heutige Jugend hat eine grosse Vielfalt an Möglichkeiten, die Freizeit zu gestalten. Man ist auch nicht mehr so lokal verwurzelt wie früher, da man mobiler ist. Aber generell braucht es einfach ein gutes Netzwerk untereinander. Zwei Drittel des OKs waren bereits ein oder mehrere Male im Team. Ich bin überzeugt, jeder von uns ist mit Leib und Seele dabei. Das ist wichtig, denn die Aufgaben fordern ein gewisses Mass an Verantwortungsgefühl.

Am Samstag sind 55 Gruppen am Umzug dabei. Zudem ist Basel als Gastkanton vertreten. Sind Sie zufrieden?

Ja sehr, leider haben sich dieses Jahr aber weniger lokale Gruppierungen zu einer Teilnahme entschlossen als in den Jahren zuvor. Dafür erhalten wir tatkräftige Unterstützung von Gruppen aus der Umgebung. Dass wir zwei Basler-Fasnachtsgruppen für unseren Umzug gewinnen konnten, ist eine Ehre und macht uns natürlich stolz. Es verbindet unsere traditionelle Fasnacht mit etwas Aussergewöhnlichem.

Was ist die grösste Herausforderung bei der Organisation eines Bezirksumzugs?

Als erstes stellt sich einem natürlich die Frage nach dem Umzugsmotto. Bereits im Jahr 2010 haben wir daher mit der Planung begonnen. Nachdem wir uns für das diesjährige Motto «Zwei Tag Schräglag» entschieden hatten, stand die nächste Herausforderung an, die Umzugsroute zu bestimmen. Eigentlich ist jede einzelne Aufgabe eine kleine Herausforderung an sich: von der Verpflegung bis zur Dekoration.

Wie sieht die Umzugsroute aus?

In Freienbach sind wir in der glücklichen Lage, optimale Bedingungen vorzufinden. Der Umzug wird an der Schwerzistrasse starten, zieht sich kurz über die Wolleraustrasse, weiter auf die Kantonsstrasse, Kirchstrasse, Bahnhof SOB Freienbach und zur Wiesenstrasse, wo sich zugleich das Umzugsende befindet. Gerade entlang der Kantonsstrasse und Kirchstrasse, die mitten durchs Freienbacher Dorf führt, ist genügend Platz für die hoffentlich zahlreich erscheinenden Zuschauer vorhanden.

Die Freienbacher Schulkinder beteiligen sich dieses Jahr auch speziell am Umzug. Wie kam es dazu?

Die Primarschule Freienbach hat sich dazu entschlossen, das Brauchtum Fasnacht in der Schule zu behandeln. Dazu haben sich im Vorfeld Vertreter aller bekannten Gruppen der Region kostümiert bei den Kindern vorgestellt. Die Schüler haben dann passend zum Umzugsmotto Kostüme und Dekoration gebastelt. Das Ergebnis führen die rund 150 Kinder dann am Samstag und Sonntag vor.

Die Fasnacht hat auch den Ruf, eine Ausrede zum Trinken zu sein. Schnell kippt daher die Stimmung von fröhlich zu aggressiv. Wie wirken Sie dem entgegen?

Das ist tatsächlich ein Problem. Wir werden deshalb Securitas vor Ort haben, die zirkulieren und für Ruhe sorgen. Auch die Polizei wird präsent sein. Die Erfahrung zeigt, dass es an der Fasnacht immer wieder zu Ausschreitungen kommt. Die Sicherheit unserer Fasnächtler steht im Vordergrund. Die Fasnacht soll ein fröhliches Miteinander sein.

Was bedeutet Fasnacht für Sie persönlich?

Für mich bedeutet Fasnacht Kultur. Ich versuche, diese Kultur weiterhin aufrecht zu erhalten. Die fünfte Jahreszeit ist etwas Spezielles. Sie erlaubt dir, aus dem Alltag auszubrechen. Du kannst dir auch einmal einen Scherz erlauben und ein wenig über die Stränge schlagen. Aber bitte immer mit gesundem Menschenverstand.

March-Anzeiger und Höfner Volksblatt

Autor

Höfner Volksblatt & March Anzeiger

Kategorie

  • Brauchtum / Feste

Publiziert am

03.02.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/HvnmuY