Drei Garderobenfrauen begeistern das Publikum: Jo Reichmuth (von links), Marie-Louise von Weber und Juliana Müller überzeugen auch im neuesten Stück von TagliatElle. Bild Silvia Camenzind
Drei Garderobenfrauen begeistern das Publikum: Jo Reichmuth (von links), Marie-Louise von Weber und Juliana Müller überzeugen auch im neuesten Stück von TagliatElle. Bild Silvia Camenzind

Bühne

Auch zu dritt ein Riesenhit

«Für Garderobe wird nicht gehaftet », heisst das neue Programm von TagliatElle. Das TagliatElle-Trio hat es über Improvisation erarbeitet und in Zusammenarbeit mit Regisseur Thomy Truttmann zur Perfektion gebracht. Es ist ein kurzweiliges Theatervergnügen.

Wie diese drei Frauen spielen können und welche Freude sie daran haben! Das zu sehen ist grandios. Das weiss das Schwyzer Publikum von TagliatElle. Die vier Aufführungen im Chupferturm waren noch vor der Premiere vom Freitag ausverkauft – eine Zusatzaufführung ist angesetzt.

Mehrmals Szenenapplaus

TagliatElle sind nach dem Abgang von Verena Ochsner noch zu dritt und auch zu dritt ein Hit. Zu Beginn habe sie schon gefehlt, blickt Jo Reichmuth, die nun zusammen mit Juliana Müller und Marie-Louise von Weber das TagliatElle-Trio bildet, auf die Zeit zurück, als alleine die Idee «Garderobenfrauen» im Raume stand. Eineinhalb Jahre haben sie am Thema gearbeitet und über Improvisation zum vollendeten Stück gefunden, das so gut ist, dass es vom Premierenpublikum mehrmals Szenenapplaus gab. Im Theaterstück geht es erst einmal um drei Garderobenfrauen. Angestellt sind sie im Opernhaus und gespielt wird «Carmen». Die drei völlig verschiedenen Frauen verbindet die Arbeit an der Garderobe, und hier erweist sich nun die Konstellation zu dritt als ideal.

Tolle Variationen

Es verbünden sich mal zwei gegen eine, treffen sich alle auf der gemeinsamen Wellenlänge oder jede verkriecht sich an ihrem Arbeitsplatz. Die drei spielen nicht nur die Garderobenfrauen, sondern werden dank eines schwarzen Dreiecktuchs zu Carmen, Bundesrätin Micheline Calmy-Rey oder einer trauernden Witwe. Sie können auch die ganze Palette der Schweizer Prominenz sein, einTorero, ein Stier, ein Pferd. Alles ist möglich. Kleine Gesten mit grosser Wirkung: Präzise gespielt, bieten sie dem Publikum einen Riesenspass. Das heisst nicht, dass auf der Bühne nur herumgealbert wird. Die Charaktere haben Tiefgang, überstehen Krisen und Beleidigungen in ihrer schlecht bezahlten Frauenarbeit. Raffinierte Übergänge, Rückblenden und Traumszenen ziehen das Publikum mit. Wo eben noch die Garderobe war, fliegen die drei durch die Traumwelt. Dafür gibt es Szenenapplaus, ebenso für dieTanzeinlagen, zu denen die Oper «Carmen» den Soundtrack liefert. «Hat es Ihnen gefallen?», fragen die Garderobenfrauen am Schluss. Und wie, wie der Schlussapplaus bewies.

Zusatzaufführung:

So, 12. September,
17.00 Uhr,
Chupferturm,Schwyz

Vorverkauf:

Taubuchhandlung,
T 041 811 18 14
oder
taubuch@bluewin.ch

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

30.08.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/FSqZeX