Wortgefechte: Jonas Anderhub (links) und Christof Wolfisberg zanken sich in den Ferien. Vor Langeweile geraten sie sich in die Haare und schreiben einander provokative Worte. Bild Christoph Jud
Wortgefechte: Jonas Anderhub (links) und Christof Wolfisberg zanken sich in den Ferien. Vor Langeweile geraten sie sich in die Haare und schreiben einander provokative Worte. Bild Christoph Jud

Bühne

«Blattländer» streiten sich im Urlaub

Das Kabarett-Duo «ohne Rolf» kam nach rund zweieinhalb Jahren erstmals wieder nach Schwyz zu Besuch. Im Gepäck hatten sie ihr neuestes Programm «Unferti». Die Aula KKS war voll besetzt.

Die zwei mehrfach mit Preisen ausgezeichneten, wortlosen Luzerner Künstler Jonas Anderhub und Christof Wolfisberg haben sich längst international einen Namen geschaffen. Mit ihrem aktuellen, dritten Programm feierten sie im Frühling Premiere. Seither touren sie durch die Schweiz und Deutschland. Dank «Kultur an der KKS» kamen die Schwyzer Fans der beiden 35-jährigen «Blattländer» am vergangenen Mittwochabend in der Aula KKS in Schwyz in den Genuss, rund zwei Stunden lang viel zu lesen.

Nicht nur zuhören

Mit Zuhören allein kommt man bei «ohne Rolf» nicht weit. Die beiden in schwarzen Anzügen gekleideten Komiker reden nämlich nichts, sie blättern vielmehr, was das Zeug hält. Alles, was ein Schauspieler zu sagen hat, das präsentieren die beiden Bühnenkünstler auf Blättern im Format A1. Als Zuschauer empfiehlt es sich, des schnellen Lesens der deutschen Sprache mächtig zu sein. «Ohne Rolf» pflegen nämlich oft einen sehr schnellen Wortwechsel, was die volle Konzentration des Publikums auf die geschriebenen Worte verlangt. Im neuesten Stück geniessen Jonas und Christof – die auf der Bühne als Figuren ihre echten Vornamen benützen – Ferien am Strand.

Hoher Lachpegel

Doch während Jonas in Ruhe ein Buch lesen möchte, albert Christof dauernd was rum und setzt sich gar eine Giraffenmaske auf. Als er sich auch noch seiner Schuhe und Socken entledigt und stattdessen Stöckelschuhe anzieht und frivol rumtanzt, ist für Jonas das Mass voll – bei den Zuschauern steigt der Lachpegel derweil in astronomische Bereiche. Wort um Wort ergibt sich – natürlich in schriftlicher Form – und führt gar vor der Pause zur Trennung der beiden Freunde. Danach kommt ein weiterer schwarz gekleideter Mann ins Spiel, jedoch mit einem Papiersack über den Kopf gestülpt. Er gibt sich als der Autor der Texte zu erkennen. Der verdutzte Jonas vermisst Bühnenpartner Christof, streitet sich mit dem anonymenAutor und fesselt ihn an einen Stuhl. So viel sei noch verraten: Es kommt zu einem Happy End.

Bote der Urschweiz / Christoph Jud

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

21.12.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/qYQLBT