Eine gute Nase: Der Schlosshund (links im Bild) hatte von Anfang an einen guten Riecher dafür, dass der verschwundene goldene Schlüssel bei Olaf sein könnte. Bild Nadja Tratschin
Eine gute Nase: Der Schlosshund (links im Bild) hatte von Anfang an einen guten Riecher dafür, dass der verschwundene goldene Schlüssel bei Olaf sein könnte. Bild Nadja Tratschin

Bühne

Das «Hippigschpänstli» spukte im MythenForum

Über 300 grosse und vor allem kleine Gäste nutzten die Gelegenheit, das legendäre «Hippigschpänstli» am Samstagnachmittag im MythenForum hautnah zu erleben.

Lange vor Vorstellungsbeginn war der Saal fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Gespannt und erwartungsvoll sassen überall Kinder, die es kaum mehr erwarten konnten, bis sie das «Hippigschpänstli» sehen konnten. Angst vor dem Spuk oder dem «Hippigschpänstli» war nirgends spürbar. Einige Kinder riefen sogar ganz laut: «Hippigschpänstli, wo bist du? Komm jetzt endlich zu uns.»Weil das «Hippigschpänstli» aber, wie es sich für ein Gespenst gehört, nur in der Geisterstunde auf Schloss Blumenfels sein Unwesen treiben darf, begrüsste der Schlosshund das Publikum und kündete einen wichtigen Besuch an. Mit Trompeten und Fanfarenklängen hiessen der König, seine Tochter, Prinzessin Meierysli, und der Butler Baronin von Ziebenhopf und ihren Sohn Olaf willkommen. Prinzessin Meierysli erhoffte sich zuerst, Olaf könnte ihr künftiger Schatz oder zumindest ein toller Spielgefährte sein, und der König meinte, Olaf wolle sich für ein Ministeramt am Hof bewerben. Bald stellte sich aber heraus, dass Olaf geistig noch ein dummer Junge geblieben ist, der seiner Mutter, Baronin von Ziebenhopf, auf Schritt und Tritt folgt und nur Ja und Amen sagt. Dennoch sorgt das Familiengespann rasch für Aufruhr. Kaum war es im Schloss angekommen, fehlte auch schon der goldene Schlüssel zur Schatzkammer, in der nicht nur viel Gold und Schmuck aufbewahrt war, sondern auch die Schriftrolle, auf der alle Gesetze des Landes standen und geregelt war, wer der Nachfolger des Königs werden sollte.

Zaubertinte als Lösung

Nicht geklaut, aber per Zufall gefunden hatte ihn Olaf. Baronin Ziebenhopf, die arglistige Zicke, fand den Schlüssel bei Olaf, als dieser schlief. Im Kopf schmiedete sie gleich Pläne dafür, was sie dank dem Schlüssel machen könnte: In die Schatzkammer schleichen, die Schriftrolle erweitern und so regeln, wer des Königs Nachfolger wird – Olaf. Das «Hippigschpänstli» und der Schlosshund kamen ihr aber auf die Schliche und tricksten sie mit einer klugen Tat aus. Das «Hippigschpänstli» brauchte vor lauter Angst drei Anläufe, bis es sich getraute, die Baronin zu erschrecken und ihr das richtige Tintenfass mit einem Tintenfass auszutauschen, in dem nur Zaubertinte drin war. Unwissend schrieb die böse Baronin Ziebenhopf auf die Schriftrolle, dass ihr Olaf Kronprinz werden sollte. Am nächsten Tag fiel der ganze Betrug auf, nicht zuletzt dank den Koteletts, die plötzlich alle violettblau gefärbt auf den Königstisch kamen, und dank dem Taschentuch, das Baronin Ziebenhopf in der Schatzkammer vergessen hatte. Im Hintergrund nahm das «Hippigschpänstli» davon erleichtert Notiz und seufzte wohlig vor sich hin. So konnte es weiterhin schielend durchs Schloss Blumenfels spuken und hatte vorerst keine «Sörgeli» und «Ängstli » mehr.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

30.01.2012

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schwyzkultur.ch/adKCN5