Freuen sich über den verdienten Schlussapplaus: Der Mandolinenspieler und die Putzequipe und Theatertruppe «Theaterauslaien» aus Zug auf den Brettern der Chupferturm-Bühne. Bild Désirée Schibig
Freuen sich über den verdienten Schlussapplaus: Der Mandolinenspieler und die Putzequipe und Theatertruppe «Theaterauslaien» aus Zug auf den Brettern der Chupferturm-Bühne. Bild Désirée Schibig

Bühne

Das Leben ist wie ein Groschenroman

Im ersten abendfüllenden Programm spielen die Zuger «Theaterauslaien» ein selbst geschriebenes Stück. Eine Putzequipe bewegt sich zwischen Traum und Realität.

Die «Theaterauslaien» starteten ihr Programm mit einer Umfrage im Publikum: Was denken Sie, wer eigentlich all die Groschenromane liest? Pensionäre? Pendler? Männer oder Frauen?Vielleicht ist die Frage aber auch falsch gestellt und man müsste vielmehr fragen, wer steht überhaupt dazu, Groscheromane zu lesen, und wer getraut sich, diese am Kiosk zu kaufen? Die «Theaterauslaien » fackeln jedenfalls nicht lange und spielen flugs eine peinliche Szene am Kiosk.Als die vier dann ihre Gilets anziehen, sich so zur Putzequipe «Casablanca » umwandeln, ist man schon mitten drin in der Geschichte von den Widrigkeiten des Alltags, den Träumen und Versuchungen, diesem zu entfliehen. Im Stück stösst Julia neu zur Putzequipe und mischt diese auf. In den Pausen liest sie Groschenromane, denn für ihr Zweitstudium an der Uni schreibt sie eine Masterarbeit über Trivialliteratur im 21. Jahrhundert.

Witziges Wechselspiel

Es folgt ein witziges Wechselspiel zwischen der Traumwelt in den Groschenromanen und dem hartenAlltag. Die «Theaterauslaien» vollführen diese Wechsel spielend mit wenigen Utensilien, aber vielen Tricks und Kniffs aus der Theaterkiste sowie mit viel Humor und ein paar passenden Schlagerliedern von der Mandoline begleitet. So bleibt das Stück unterhaltend, kurzweilig und witzig. Zum Schluss spitzt sich die Geschichte zu und es kommt in der Putzequipe zu einem Eifersuchtsdrama, einem Kampf und einem Sturz aus dem Fenster. Doch die Truppe bleibt dem Genre treu und es kommt nach Hindernissen zu einem Happy End. Am Ende ist klar: Das Leben selbst bietet die besteVorlage für einen Groschenroman. Wer schliesslich am Schluss der Aufführung auf den Geschmack des Groschenromans gekommen war, wurde nicht im Regen stehen gelassen, sondern konnte sich beim Ausgang gleich mit den bunten Heftchen eindecken.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

12.11.2012

Webcode

schwyzkultur.ch/ntW53s