Hingucker: Martin O. zeigte auch mit einem musikalischen Schattenspiel seine unerschöpflich scheinende Kreativität. Bild Christian Ballat
Hingucker: Martin O. zeigte auch mit einem musikalischen Schattenspiel seine unerschöpflich scheinende Kreativität. Bild Christian Ballat

Bühne

Die Stimme mit den tausend Klängen

Begeisterungsstürme im MythenForum nach einem gut zweistündigen Konzert: Der Stimmkünstler Martin O. packte das Publikum von der ersten Minute und liess es nicht mehr los.

Die Kleinbühne Chupferturm bereichert den Hauptort immer wieder mit Kulturperlen. Für das Konzert von Martin O. am Mittwoch wusste man, dass der Gästeandrang zu gross für das übliche Lokal an der Herrengasse sein würde. Rund 200 Menschen liessen sich darum im MythenForum von unzähligen Klängen verwöhnen – die alle von Martin O. selber produziert wurden. Seine Stimme wurde zum Bass, zum Schlagzeug, zur Gitarre – ja gar zu Leuchtwürmchen und Donnergrollen. Ein sogenanntes Loop-Gerät nahm die einzelnen Stimmen auf und legte sie übereinander, sodass zum Schluss ein ganzer Chor aus einem Munde ertönte. Im Gegensatz zu früheren Programmen setzte der Stimmkünstler aber auch dann und wann ein Piano ein und überraschte die begeisterten Besucherinnen und Besucher mit Violinenspiel. Wobei – manchmal tönte sie auch nach Ukulele.

Ein spanischer Wetterbericht

Das Programm «Cosmophon» führte nicht nur von seiner Heimat Toggenburg bis zum Spielort am Fusse der Mythen, sondern machte überall da halt, wo es musikalisch was zu erzählen gibt. Dazu setzte Martin O. auch Projektionen ein. Als Moderator eines spanischen Wetterberichts versuchte er gar Schönwetterwölkli aus der Karte zu entfernen, was gründlich misslang. Diese holten nämlich ihre «big brothers» dazu, die es bei Berührung durch den Interpreten heftig donnern, blitzen und regnen liessen. Natürlich kamen auch diese Töne aus seinem Munde. Martin O. strotzt vor Kreativität, nicht nur musikalischer Art. Sein Auftritt entzückte, überraschte, begeisterte und faszinierte. Nicht zuletzt, weil die gewählte Kombination von Stimme, Instrumenten, Projektionen und lausbübischem Schalk in dieser Form wohl einmalig sind.

Bote der Urhschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

27.04.2012

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