Der Kabarettist Stefan Waghubinger, sinnierend an seinem Schreibtischchen, an dem er eigentlich mal die Steuererklärung ausfüllen wollte. Bild: Ruth Auf der Maur
Der Kabarettist Stefan Waghubinger, sinnierend an seinem Schreibtischchen, an dem er eigentlich mal die Steuererklärung ausfüllen wollte. Bild: Ruth Auf der Maur

Bühne

Doppelbödiges Kabarett begeisterte

Satirisch, aber nie zynisch. Doppelbödig, aber doch einfach lustig – der Humor des Österreichers Stefan Waghubinger begeisterte im Chupferturm.

«Stefan Waghubinger ist Österreicher, lebt aber seit 30 Jahren in Deutschland. Deshalb betreibt er österreichisches Jammern und Nörgeln mit deutscher Gründlichkeit », lese ich als ersten Satz über seine Person auf seiner Homepage. Dieser Satz stimmte ziemlich genau mit seinem Programm «Belastungen» überein: Stefan Waghubinger ist seit über einem Monat am Ausfüllen der Steuererklärung und hinterfragt den Sinn und Unsinn des Versteuerns. «Weshalb muss ich jetzt den Mist, den ich das ganze Jahr über produziert habe, auch noch versteuern?» Der Kabarettist schweifte von Alltagsproblemen auf brandaktuelle moralische Fragen ab und durchleuchtete diese. So kam er vom Wasserkocher, der auf der Bühne stand, um live seinen geliebten Kaffee zu kochen, direkt zu den Gefahren von Atomkraft. Es sei ja nicht so wichtig, woher der Strom komme. Wo dieser hineinfahre, das sei wichtiger; und solange beim Atomkraftwerk noch das Lämpchen brenne (wie beim Wasserkocher), sei es noch nicht in die Luft gegangen.

Theologische Fähigkeiten auf der Bühne

Waghubinger sparte nicht mit bissigen Kommentaren. Gegen Schluss des Programms, als er bei einem Stromschlag kurz das Bewusstsein verlor, machte man mit seinen theologischen Fähigkeiten Bekanntschaft (Waghubinger ist studierter Theologe). Gott sprach direkt mit ihm, was dem Stück wiederum viele skurrile und lustige Momente bescherte.

Comics als Zugabe

Zum Glück kehrte der Kabarettist dann wieder ins Leben zurück, damit die Besucherinnen und Besucher ihm kräftig applaudieren konnten. Als Zugabe las er aus seinen Büchern vor, denn er geniesst auch als Comic-Zeichner und Schriftsteller Bekanntheit.

Bote der Urschweiz (Ruth Auf der Maur)

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

01.03.2017

Webcode

schwyzkultur.ch/AUSYkA