Oberhirte und königliche Schäfchen: Die vier Heiligen Drei Könige hatten genug von Caviezels Geschichten. Bild Tobias von Rickenbach
Oberhirte und königliche Schäfchen: Die vier Heiligen Drei Könige hatten genug von Caviezels Geschichten. Bild Tobias von Rickenbach

Bühne

Ein Hirte und Schafe, die musizieren

Der Bündner Flurin Caviezel besuchte am Mittwoch zum ersten Mal den Chupferturm. Er war mit seinen vier Heiligen Drei Königen aber nur auf der Durchreise, denn der Weg führt nach Bethlehem.

Da standen sie nun auf der Bühne: ein komischer Hirte und vier als Schafe verkleidete, königliche Saxofonisten. Dieses Gespann vermochte zum Abschluss des Herbstprogramms im Chupferturm mehr als 100 Leute zu versammeln. Die Bescherung für das Publikum kam in Form des Adventsprogramms «Dieses Jahr schenken wir uns nichts». Auch wenn es der Titel nicht andeutet: Es war eine besinnliche und fröhliche Angelegenheit, bei der weihnachtliche Geschichten und jazzige Musik aufeinander trafen.

Ein schwarzes Schaf

Caviezel macht keine «Hau-drauf-Comedy». Wo andere mit dem Vorschlaghammer «humorieren», hantiert Caviezel nämlich mit dem Ausgrabungshämmerchen und bringt den Lacher fein säuberlich ins Freie. Doch bevor es zum Lachen kam, musste Oberhirte Flurin Caviezel seine Schäfchen erst auf die Bühne bewegen. Ein schwieriges Unterfangen, wenn man bedenkt, dass sich auch ein schwarzes Schaf darunter befand. Da half nur die caviezelsche Drohung: «Sonst muss ich dich noch ausschaffen», um den Querulanten zur Raison zu bringen.

Saxofonquartett im Schafpelz

Caviezel und das Saxofonquartett im Schafpelz, die vier Heiligen Drei Könige (Pius Baumgartner, Mario Haltinner, Franco Mettler und Carlo Schöb), wollten zum Christkind nach Bethlehem. Bevor sie aber dort ankamen, wurden der Konsumterror vor Weihnachten und überzogene Kinderwünsche kritisiert. Der Bündner bemerkte auch, dass der Advent dieses Jahr in der Migros schon am 5. Oktober begonnen habe.

Sprachtalent

Dann wurde es aber doch noch irgendwie besinnlich, als der Bündner «schöne Bescherung» von Gerhard Polt vortrug. Daneben gab es «Erna, der Baum nadelt» von Robert Gernhardt, das in einer bündnerischen Version daherkam, oder «Karriereknick beim Krippenspiel» – eine Satire über überambitionierte Eltern. Überhaupt war Caviezels Sprachtalent nicht zu überhören. Da wurden diverse Dialekte imitiert und mit Sprachen jongliert, dass einem schwindlig wurde. Schwindlig spielte sich auch das Saxofonquartett. Da mutierte «Stille Nacht» zur «Swingenden Nacht», oder es wurden 14 Weihnachtslieder auf einmal gespielt, damit garantiert jeder im Publikum sein Lieblingslied hören konnte.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

09.12.2011

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