Tolle Wortspiele: Esther Hasler im Chupferturm.
Tolle Wortspiele: Esther Hasler im Chupferturm.

Bühne

Ein tiefgründiges Klavierkabarett

Im Chupferturm präsentierte Esther Hasler ihr witziges und tiefgründiges Soloklavierkabarett «Laus den Affen». Die selbst verfassten Texte wie auch Pianoklänge begeisterten.

Wie mit «Laus den Affen» angekündigt, waren die PrimatenThema. Etwa der aus dem Zoo abgehauene Schimpanse, der am Berliner Flughafen stand, um sich endlich Reiseträume zu erfüllen. Oder Geschenke wie unbeliebte Mitbringsel von Charly. Stinkende Duftkerzen, Zombie-Jahreskalender, eine Handytasche, obwohl sie kein Mobiltelefon besitzt. Eindrücklich auch, wenn Esther Hasler mit russischem Akzent Gruschenka kommen liess, die über Lebensweisheiten, Lebensbewältigung sowie über Vergänglichkeit sprach.

Empfehlungen abgegeben

Dann empfahl die Akteurin einem Paar eine in die Schweiz geflüchtete Frau aus dem südostafrikanischen Mosambik als Putzhilfe. Anschliessend ging es mit der einst als Pianistin tätigen Frau zum Starkomponisten Ludwig van Beethoven (1770–1827). In der Wohnung des rührigen Herrn herrschte Chaos. Er brauchte dies, und wenn zu viel Ware rumlag, zog er einfach um. In Mundart sprach die in der Stadt Bern wohnhafte Künstlerin Freizeitsport an. Bei dem Frauen beim Laufen wie Enten rumwackeln, während Männer mit ihren Rädern unterwegs sind. Am Vortag blieb einer am Velo hängen und fiel um. Fazit: «Kein Wunder, gehen die Krankenkassenprämien rauf.»

Verliebte in Florenz

Die Figur Hannelore weilte in Florenz und lernte dort Renzo kennen und lieben. Wurde von ihm nach Hause eingeladen. Doch mit den stark mit Öl und Knoblauch gekochten Spaghetti tut sie sich schwer, und die in der Toskana beliebte «Ossobucco» (Kalbshaxe) ist für die Vegetarierin tabu. Nach der Pause kam die Kabarettistin mit einem Desinfektionsspray retour und sprühte ihn, wie sie sagte, «empfohlen von einem Professor zur Virenelimination» durch den Raum. Nach «Bauer sucht Frau», wo Herr Rinderknecht von einer Werbefirma bedrängt wird, ging es um Privatprobleme. Die Frau zog es ins Tessin, wo sie jedoch bald ihr Klavier vermisste. Beim Einfliegen zerbrach die Drahtkommode. Wenn immer sie später den Sternenhimmel beobachtete, vermutete sie dort ihren Flügel. Spassig wirkten auch die französischen Gebräuche, die Damen als «Ma petite patatine» bezeichnen. Dann ging es nochmals nach Italien zu Renzo, die Beziehung erlebte Schiffbruch. Nach verdientem Grossapplaus als Zugabe die neuen Namen, mit denen wir Kinder benennen.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

08.02.2010

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www.schwyzkultur.ch/1eks8Z