Sie weigert sich, in Pension zu gehen, er freut sich auf die Gartenarbeit: Lore und Harry suchen nach ihrem Glück. Bild Simona Betschart
Sie weigert sich, in Pension zu gehen, er freut sich auf die Gartenarbeit: Lore und Harry suchen nach ihrem Glück. Bild Simona Betschart

Bühne

Eine Liebe, die älter wird

Der Alltagstrott hat Lore und Harry schon lange eingeholt. Dies bewiesen sie in «Alte Liebe» im Schwyzer Chupferturm.

Ute Hoffmann und Thomas Hassler zauberten am Samstag ein gut durchdachtes und amüsantes Spiel auf die Bühne des Chupferturms. «Alte Liebe», nach dem gleichnamigen Roman von Elke Heidenreich und Bernd Schröder, ist eine nachdenkliche und zugleich witzige Geschichte eines älteren Paars, dessen Liebe nach 40 Ehejahren etwas eingerostet ist.

Die Macken werden Hindernisse

Die Zeit ist nicht spurlos an Lore und Harry vorbeigegangen. Während er seit zwei Jahren pensioniert ist und sich liebevoll um seinen Garten kümmert, weigert Lore sich, als leidenschaftliche Bibliothekarin in Pension zu gehen. Zu allem Überfluss heiratet ihre einzige Tochter Gloria nun schon zum dritten Mal. Diesmal ist es ein vermögender Industrieller, der so gar nicht zu den 86er-Idealen von Lore und Harry passt. Berührend und komisch zugleich wird die Geschichte eines Ehepaars erzählt, dessen Beziehung schon seit Längerem unter fortwährendem Alltagstrott leidet. Die vertrauten Macken des Partners werden zu scheinbar unüberwindbaren Hindernissen und bieten dennoch eine gewisse Stabilität und Sicherheit. «Ist das Glück an mir vorbeigegangen?» «Ist es feige, sich zu wünschen, als Erster zu sterben?»

Unerwartetes Ende

Solche und ähnliche Fragen verleihen dem Stück Authentizität und Tiefgang. Zudem bietet die Abwechslung von inneren Monologen und Gesprächen zwischen Harry und Lore einen spannenden Kontrast und regt zum Nachdenken an. In «Alte Liebe» wird der Zuschauer in eine allzu bekannte Alltagswelt entführt und zum Schluss von einem unerwarteten Ende überrascht.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

10.02.2014

Webcode

www.schwyzkultur.ch/tHMhGn