Vor dem König: Die kluge Bauerntochter fleht um die Gunst des Königs – zunächst vergebens. (Bild: Lilian Prachoinig)
Vor dem König: Die kluge Bauerntochter fleht um die Gunst des Königs – zunächst vergebens. (Bild: Lilian Prachoinig)

Bühne

Klug, dumm – reich und arm

Märchenstunde am Samstag im MythenForum: Eine «Puuretochter» und ihr dummer Vater sorgten bildgewaltig für Spannung puur.

Über 200 Märchen finden sich in den berühmten Sammelbänden «Kinder- und Hausmärchen» der Brüder Grimm. «Di gschiid Puuretochter» (Die kluge Bauerntochter) zählt darunter wohl eher zu den unbekannteren Werken. Doch das vermochte die Kinder am vergangenen Samstag nicht minder zu begeistern – im Gegenteil: Die Spannung über den Ausgang des Märchens war im MythenForum umso stärker zu spüren.

Ein Mörser ohne Stössel

Wie die meisten Märchen der Brüder Grimm, lebt auch «Di gschiid Puuretochter» von Gegensätzlichkeiten. Das Märchen handelt von einer klugen Bauerntochter und ihrem dummen Vater. Aufgrund ihrer bitteren Armut will der Vater den König um ein Stückchen Land bitten. Von Reichtum überschüttet, kommt der König ihrem Wunsch nach. Wenig später findet der Vater beim Ackern des Feldes einen goldenen Mörser. Sodann macht er sich zum König auf, um ihm den Fund zu übergeben. «Doch was ist schon ein Mörser ohne Stössel? Nichts!», schimpft der König, und es passiert, was die kluge Bauerntochter bereits vorab prophezeit hat: Der Vater wandert wegen Diebstahls ins königliche Gefängnis. Daraufhin muss auch die kluge Bauerntochter vor den König treten. Dass sie nicht auf den Kopf gefallen ist, merkt dieser schnell und stellt sie vor knifflige Rätsel. Doch selbst das schwerste Rätsel kann sie mit Leichtigkeit lösen. Dies führt schliesslich dazu, dass ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen und sie zur Frau des Königs wird.

Klugheit währt am längsten

Doch das Märchen sollte an dieser Stelle nicht zu Ende sein. Die beiden zerstreiten sich, weil der König und die kluge Bauerntochter nicht die gleiche Auffassung von Gerechtigkeit haben. Aus diesem Grund stösst er die kluge Bauerntochter ungerechtfertigt vom Thron, erlaubt ihr jedoch, das Beste und Liebste aus dem Schloss als Erinnerung mitzunehmen. Für was sie sich wohl entscheidet? Natürlich für den König und lässt es ihn erst am Ende des Märchens wissen. Und so lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Das Dialekt-Märchenmusical «Di gschiid Puuretochter» wurde durch das Gastspieltheater Zürich vorgetragen. Organisiert war der Anlass durch die Schwyzer Kantonalbank und den Kindertreff FFS Schwyz.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

27.02.2012

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schwyzkultur.ch/M2GA1A