Ein gutes Team: Eliane Lumpert als Regisseurin und Haschi Annen als Schauspieler, der, selber an den Rollstuhl gebunden, einen Tetraplegiker spielt. Bild Silvia Camenzind
Ein gutes Team: Eliane Lumpert als Regisseurin und Haschi Annen als Schauspieler, der, selber an den Rollstuhl gebunden, einen Tetraplegiker spielt. Bild Silvia Camenzind
Die Regisseurin und ihr Team: Die Schülerin Eliane Lumpert (von links) probt mit Haschi Annen, Mathias Kessler und Monika Betschart eine freie Adaption von «Les Intouchables». Bild Silvia Camenzind
Die Regisseurin und ihr Team: Die Schülerin Eliane Lumpert (von links) probt mit Haschi Annen, Mathias Kessler und Monika Betschart eine freie Adaption von «Les Intouchables». Bild Silvia Camenzind

Bühne

«Les Intouchables» als Theater

Der Film «Les Intouchables» war ein Publikumserfolg. Die Freundschaft zwischen einem Tetraplegiker und seinem Pfleger ist nun auch Thema einer Maturaarbeit. Haschi Annen, selber an den Rollstuhl gebunden, spielt im Theaterstück die Hauptrolle.

«Ich kam auf Haschi Annen, weil er ein guter Schauspieler ist», sagt die 19-jährige Brunnerin Eliane Lumpert. So hatte die Theri-Schülerin für ihre Maturaarbeit zuerst den Mann, um den sich alles dreht, doch noch nicht das Thema. Die Ideen Behindertenbetriebe und Altersheim verwarf sie und entschied sich für «Les Intouchables», die französische Filmkomödie aus dem Jahr 2011, die ein schwieriges Thema mit Leichtigkeit und Humor erzählte. Der Film begeisterte die Massen, berührte die Menschen.

Noch keine Theatererfahrung

Eliane Lumpert entschied sich, «Les Intouchables» fürs Theater zu bearbeiten. Entstehen soll ein Stück, das etwa eine Dreiviertelstunde dauern wird. Die Geschichte wird nicht originalgetreu erzählt. Eliane Lumpert hat die Filmgeschiche auf 20 Seiten gekürzt und das eine oder andere dazugedichtet, «sodass es eine runde Geschichte gibt», wie sie erklärt. Haschi Annen spielt den Tetraplegiker, ihm zur Seite steht der junge Pfleger, gespielt vom 30-jährigen Anwalt Mathias Kessler. Er verfügt über keinerlei Bühnenerfahrung und stiess zufällig zum Projekt. Die Bedienstete des Hauses spielt Monika Betschart, sie ist wie Haschi Annen pensioniert. Somit haben beide Zeit für ein Theaterprojekt und verfügen als Bühne-66-Mitglieder über Erfahrung.

Umsetzung ist Miteinander

Wie ist es, mit einer derart jungen Regisseurin zu arbeiten? Natürlich spüre man, dass sie keine Profiregisseurin sei, erklärt Haschi Annen, doch er ergänzt: «Sie hat ein gutes Auge, manchmal erlauben wir uns, sie zu korrigieren.» So ist die Umsetzung ein Miteinander, das Werkstattstück noch am Entstehen und während den Probearbeiten dem Wandel unterworfen. Eliane Lumpert macht ihre Maturaarbeit «extrem Freude». Sie weiss aber auch, dass der Aufwand gross ist, dass sie auf Sponsoren angewiesen ist und bei den Aufführungen auf ein Publikum, das die Topfkollekte füllt.

Aufführungen im Theater Schwyz in Seewen am 8. und 9. November um 20.00 Uhr und am 10. November um 17.00 Uhr.

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

02.10.2013

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schwyzkultur.ch/kPje6n