Mitspielender Pianist: Hansjörg Römer unterstützte Prisca Anderhub und Stefan Kollmuss nicht nur mit seiner Musik, er griff auch als Schauspieler ins Geschehen ein. Bild Christian Ballat
Mitspielender Pianist: Hansjörg Römer unterstützte Prisca Anderhub und Stefan Kollmuss nicht nur mit seiner Musik, er griff auch als Schauspieler ins Geschehen ein. Bild Christian Ballat

Bühne

Minnen und balzen: leidenschaftlich

Wenn zwei sich suchen, finden sie auch mal jemand anders. Die Premiere des Hofstatt-Theaters begeisterte das Publikum. Weitere 13 Aufführungen laden ein, das Liebeswerben hautnah mitzuerleben.

Die Suche nach der grossen Liebe ist oft komplizierter, als einem lieb wäre. Bevor es dann wirklich klappt, muss man sich auch noch mit sich selber beschäftigen. Dabei will man doch einfach nur geliebt werden. Dieses Urbedürfnis hat Regisseurin Nelly Bütikofer zu einem Stück gemacht. «Minnen und Balzen» lässt das Publikum sich erinnern an eigene Erfahrungen, zeigt aber genauso packend auf, wie sich Rittersleut und Burgfräulein im Mittelalter abmühen mussten, um sich den Freuden der Liebe hinzugeben. Aber auch dasTitanictraumpaar und Prinzessin Diana lassen die Gäste wissen, dass es nicht nur einfach ist.

Viel Charme

Die Liebesreise durch die Jahrhunderte lebt von Bewegung, abrupten Szenenwechseln und nachdenklichem Innehalten. Das Publikum wird laufend überrascht, vor neue Situationen gestellt. Und es darf eintauchen in die Momente voller Liebe, voller Ungewissheit, Verzweiflung, Suche und Leidenschaft. Prisca Anderhub und Stefan Kollmuss gehen in den verschiedenen Rollen aufeinander zu, finden sich – oder auch nicht, tanzen, bauen sich Barrikaden in denWeg und versprühen feurige Leidenschaft. Diese Leidenschaft erfüllt den kleinen Gewölbekeller in der Ital-Reding-Hofstatt von Beginn weg und lässt die Gäste bis zum Schluss nicht mehr los. Der sorgfältig ausgewählte Einsatz von Scheinwerfern im mitspielenden Lichtkonzept von Roger Stieger unterstützt, was die Schauspieler zusammen mit dem Musiker Hansjörg Römer umsetzen. Raum, Licht und Spiel zeigen unerwartet viel Charme, lassen die Gäste eintauchen in eine Welt, die manchmal vergessen zu sein scheint.

Grosse Anerkennung

«Minnen und Balzen» überzeugte und bewegte als Gesamtwerk wie mit den einzelnen Topleistungen der Akteure. Als grosse Anerkennung dafür fiel der lang anhaltende, von lauten Bravorufen unterstützte Schlussapplaus verdientermassen frenetisch aus. Wer die Premiere verpasst hat, dem bieten sich bis zum 19. November noch 13 weitere Gelegenheiten, etwas mehr über dasWerben um eine Partnerin oder einen Partner zu erfahren.

Weitere Infos:

www.hofstatttheater.ch

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

23.10.2010

Webcode

schwyzkultur.ch/VuR7Kk