Steht vor einem Gastspiel in Schwyz: Die Innerschwyzerin Eveline Suter singt die grosse Rolle der Edith Piaf phantastisch. Bild Silvia Camenzind
Steht vor einem Gastspiel in Schwyz: Die Innerschwyzerin Eveline Suter singt die grosse Rolle der Edith Piaf phantastisch. Bild Silvia Camenzind

Bühne

Muotathalerin Eveline Suter singt wie die echte Piaf

Eveline Suter hat definitiv die Musical-Bühnen erobert. Momentan legt sie einen gewaltigen Auftritt als Edith Piaf hin. Übermorgen Freitag auch in Schwyz.

Schon als Kind hat sie von der Bühne, vom Gesang, von Musik und Show geträumt und geschwärmt. Um die Nachbarn nicht zu stören, hat sie im Kleiderschrank Trompete geübt. Oder sich im Kunstturnen das Laufen im Handstand beigebracht. Und immer gesungen. Alles mit Ausdauer und Hartnäckigkeit, die schliesslich durch die Ausbildung an den Performing Arts Studios in Wien und dem Lee Strasberg Theatre and Film Institute in New York geführt haben. Und jetzt in der Schweiz, in Deutschland und Österreich auf all die Musical- und Show-Bühnen. Eveline Suter spielte mit in «Alperose» in Bern, «Ludwig II.» in Füssen, «Tell» in Walenstadt, «Mamma Mia» in Stuttgart. Sie spielte und sang die «Evita» in Luzern, die Bibi in «Bibi Balu» in Zürich und dann ganz phänomenal die Eliza Doolittle in «My Fair Lady». Das war ganz gross. Und vermutlich mit ein Grund, dass die Walensee-Bühne nun mit Eveline Suter auf Schweizer Tournee ist, mit «Spatz und Engel», der dokumentarisch angelegten Show über das Leben von Edith Piaf und Marlene Dietrich und all ihre weltberühmten Chansons und Songs. Suter singt Edith Piaf, stellt sie in ihrer ganzen Emotionalität gewaltig dar. Verblüffend die Mimik, ungeheuer kräftig die Stimme, genau so wie die echte Piaf aufgetreten ist. Es rollt das R in den Liedern. Wir trafen Eveline Suter anschliessend an die offizielle Premiere in Zürich.

Sie standen nun gut zweieinhalb Stunden auf der Bühne. Ist man da nicht nachher total erschöpft?

Doch, sehr. Es ist eine sehr anstrengende Rolle. Jetzt, nach einer halben Stunde, geht es zwar schon wieder aufwärts.

Als Zuschauer konnte man sich immer wieder des Eindrucks nicht verwehren, dass da die echte Piaf auf der Bühne steht und singt. Fühlen Sie sich als Piaf oder als Suter?

Inzwischen geht es, ich habe jetzt etwas mehr Abstand. Am Anfang, während und nach den Proben im tschechischen Brünn, hatte ich mehr Mühe, um die Rolle loslassen und mit dem Probengeist aufhören zu können. Der ganze Probenprozess hat mich sehr mitgenommen, die Rolle hat mich sehr erschüttert. Aber jetzt geht es gut.

Sie haben sich enorm mit dem Charakter Piaf und der Dramatikin dieser Biografie identifiziert. Wie haben Sie sich überhaupt vorbereitet?

Der Film über Edith Piaf und die Darstellerin Marion Cotillard haben mich wahnsinnig beeindruckt. Ich habe mir auch viele Originaldokumente angeschaut und angehört, mehrmals. Ich habe die Lieder studiert, die Bewegungen Piafs. Das war ganz wichtig. Edith Piaf hatte eine sehr burschikose Körperhaltung und ein ganz spezielles Lachen. Wobei man sich immer bewusst sein muss, dass man nicht Edith Piaf sein kann.

Sie besitzen einen kräftigen, herrlichen Mezzosopran. Ist das der Rolle entgegengekommen?

Ich hätte nie gedacht, dass mir so viele Leute sagen, dass ich wie Piaf töne,wie das Original. Das ist eindrücklich. Es ist aber auch riskant, grosse Figuren zu spielen. Das Original ist ja immer besser. Man hat immer Respekt. Bei jeder Rolle. Wenn man das nicht hat, sollte man den Beruf wechseln. Ich bin da immer sehr selbstzweifelnd unterwegs. Aber ich hatte auch grosse Lust auf diese Rolle und habe darum zugesagt. Ich musste sogar deswegen einige andere Sachen absagen.

Nächstes Jahr spielt die Seebühne Walenstadt das Musical «Titanic» in Melide im Tessin, zweisprachig. Sind sie wieder dabei?

Das weiss ich noch nicht. Ich weiss auch nicht, ob mein Italienisch dazu ausreicht. Ich nehme zwar ohnehin Stunden, weil ich im Tessin das Ferienhäuschen meiner Eltern übernommen habe. Aber ob das reicht?

Neben Walenstadt gibt es nur noch Thun als grosse Musical-Bühne in der Schweiz. Sind Sie schon mal aus dem Berner Oberland angefragt worden?

Ich bin tatsächlich angefragt worden und habe für 2016 vorgesungen, wenn man dort «Manche mögens heiss» spielt. Aber es wurde nichts daraus, es hat offenbar nicht gepasst. Man kann als Schauspieler nicht erwarten, dass es immer klappt. Es muss vom Typ her passen, der Regie muss es passen, der musikalischen Leitung.

Es gibt nicht vie

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

11.11.2015

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schwyzkultur.ch/8Jmacb