Zum Schlussbouqet vereint auf der Bühne: Reto Zeller, Res Wepfer, Flurin Caviezel und Fabian Lau auf der Bühne des Chupferturms. Bild Désirée Schibig
Zum Schlussbouqet vereint auf der Bühne: Reto Zeller, Res Wepfer, Flurin Caviezel und Fabian Lau auf der Bühne des Chupferturms. Bild Désirée Schibig

Bühne

Musik, Lyrik und viel Humor

Ein hochkarätiger und höchst amüsanter Liederabend, an dem sich vier ausgewiesene Liedermacher die Gitarre sozusagen aus der Hand nehmen. Reto Zeller aus Schwyz, selbst ein begnadeter und aberwitziger Troubadour, macht dies nun alljährlich möglich.

Die Bestuhlung im Chupferturm war eng, der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. Geboten wurde ein äusserst kurzweiliges Programm ohne Langeweile, mit haufenweise treffsicheren Pointen und hintergründigen Liedern. Der Auftakt zum ersten Schweizer Liederfestival, das sich «liederlich» nennt, ist mehr als gelungen, die Resonanz des Publikums war entsprechend. Versprochen war ein humorreicher Abend voller Abwechslung und Überraschungen, bei dem kein Auge trocken und kein Herz ungerührt bleibt.Wer denWeg am Sonntagabend in den Chupferturm auf sich nahm, wurde denn auch nicht enttäuscht. Reto Zeller, der in Schwyz aufgewachsen ist, hier das Gymi und das Lehrerseminar besucht hat, bietet sich und befreundeten Kabarettisten und Liedermachern, die wie er «nichts Rechtes aus ihrem Leben machen», mit dem Festival nun alljährlich eine eigene Bühne.

Vier musikalische Satiriker

Die Bühne teilten sich Res Wepfer, Poet und Sänger des Pfannestil Chammer Sexdeets aus Zürich, Flurin Caviezel, Bündner Kabarettist mit Harmonika, Fabian Lau, musikalischer deutscher Satiriker, und eben Reto Zeller, gewiefter Geschichtenjäger mit begnadeter Stimme. Er eröffnete den Abend passend mit dem Lied «Warum bisch cho?».Wie gut literarisches Kabarett, das in einen eingängigen Song verpackt wird, sein kann, demonstrierte er gleich selber, indem er den Song «Über den Wolken » wortreich mit «Campari Soda» mixte: Am Schluss stürzen Reinhard Mey und Mani Matter mit dem Flugzeug ab, weil der Flugüberwacher am Boden eben einen Campari Soda zu viel intus hatte.

Parodien und mehr

Herrlich böse auch seine Parodie über Peter Rebers «Jede brucht sini Insle». Aber auch Flurin Caviezel, «91 kg Bündnerfleisch», beherrscht diese Technik perfekt. Mit seiner Handorgel vereint er Ravels «Bolero» und das deutsche Volkslied «Ein Männlein steht im Walde», als hätte es nie etwas anderes gegeben.Auch der Deutsche Fabian Lau beherrscht sein Instrument, die Gitarre, ausgezeichnet. Ihm stand es zu, über des Deutschen innersten Kern zu parodieren. «Wenn es nichts zu streiten geben sollte, verliert der Deutsche die Lust am Leben.» So ging es den ganzen Abend: Die Lieder, die Themen, die Künstler und die Lacher folgten sich Schlag auf Schlager. Wer den Abend verpasst oder mehr Lust auf «liederlich» hat, sollte sich den 9. November 2013 im Kalender anstreichen. Zum Schlussbou

Bote der Urschweiz

Autor

Bote der Urschweiz

Kategorie

  • Bühne

Publiziert am

27.11.2012

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schwyzkultur.ch/2tgi41